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08.01.2004 – 12:30

Bundesärztekammer

Experten empfehlen einen "Schlaftag" pro Woche

Berlin (ots)

Menschen mit ausreichendem Schlaf bleiben länger
gesund und sind leistungsfähiger. Neueren Untersuchungen zufolge
haben schlafgestörte Personen dagegen ein fünffach höheres Risiko,
innerhalb eines Jahres einen schweren Unfall in Haushalt, Beruf oder
Verkehr zu erleiden als Menschen mit gesundem Schlaf. "Damit schützt
ungestörter Schlaf die Gesundheit und verbessert entscheidend die
Lebensqualität", erklärte heute Prof. Dr. Göran Hajak, Leitender
Oberarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der
Universitätsklinik Regensburg, beim 28. Interdisziplinären Forum der
Bundesärztekammer in Köln.
"Wer gut schläft, ist gesünder, erfolgreicher und lebt besser",
sagte Prof. Hajak. Rund um die Uhr geöffnete Geschäfte und nächtliche
Dienstleistungsangebote, Non-Stop-Aktivität in allen
Unterhaltungsmedien oder Online-Geschäftsbeziehungen verlangen einen
ausgeschlafenen Menschen zu immer ungewöhnlicheren Tageszeiten. Wer
zudem zwischen 7 und 9 Stunden schlafe, habe ein geringeres
Sterberisiko als Menschen, die weniger oder mehr schlafen, so Prof.
Hajak.
Nach einer Umfrage der Universität Regensburg schlafen die
Bundesbürger im Durchschnitt 7,25 Stunden pro Nacht, etwa eine Stunde
kürzer als die meisten eigentlich möchten. "Schlaf ist heutzutage
weniger Genuss als notwendiges Übel und wird gekürzt, soweit das
kräftemäßig möglich ist", erläuterte Prof. Hajak. Deshalb empfiehlt
er einen "Schlaftag", den sich jeder bei Bedarf einmal in der Woche
gönnen sollte.
Möglicherweise sind gerade diejenigen im Vorteil, die sich wieder
ihrer frühen Kindheit erinnerten und wie ein Säugling kurze
Schlafphasen einlegen. 22 Prozent der Deutschen gelingt es
tatsächlich mindestens zweimal pro Woche tagsüber zu schlafen. "Wer
in der Lage ist, nachts verlorenen Schlaf tagsüber durch kurze
Nickerchen nachzuholen, wird auftretende Anforderungen besser
bestehen", versichert Prof. Hajak. Sehr sinnvoll seien mittags eine
"Siesta" oder kurze Ruhepausen während der Arbeitszeit. "Ein kurzer
Mittagsschlaf über maximal eine halbe Stunde kräftigt Seele und
Körper", so Prof. Hajak.
Bei schweren Schlafstörungen Spezialisten konsultieren
Erhebliche Probleme, verlorenen Schlaf nachzuholen, haben
Patienten, die an einer Insomnie mit Ein- oder Durchschlafstörungen
über eine längere Zeit erkrankt sind. Auch übermäßige
Tagesschläfrigkeit, die so genannte Hypersomnie, ist eine ernste
Schlafstörung. Die häufigste hypersomnische Erkrankung ist das
Schlafapnoe-Syndrom, Schnarchen mit Atemstillständen. Das führe zu
Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen oder Hirninfarkten und damit zum
vorzeitigen Tod. "Eigentherapie ist hier Fehl am Platz, hier muss der
Fachmann helfen", betont Prof.  Hajak.
Schlafbeschwerden sind nach körperlichen Erkrankungen und
Schmerzen der dritthäufigste Anlass für einen Arztbesuch. Die
Weltgesundheitsorganisation stellt Schlafstörungen auf eine Stufe mit
koronarer Herzkrankheit, Diabetes mellitus oder Lungenkrebs.
Angesichts der fatalen Folgen sollte jeder Patient mit einer
ausgeprägten Tagesschläfrigkeit oder dauerhaft gestörtem Schlaf einen
schlafmedizinisch erfahrenen Arzt konsultieren. In Deutschland steht
den Patienten inzwischen  ein Netz von mehr als 200
schlafmedizinischen Zentren zur Verfügung. "Diese Kompetenzzentren
bieten mit ihren Schlaflaboren die Abklärung und Therapie von
Schlafstörungen nach dem modernsten Stand der Schlafforschung und
Schlafmedizin an", sagte Prof. Hajak.

Pressekontakt:

Pressestelle der deutschen Ärzteschaft
Tel.: (030) 30 88 98 30
E-Mail: presse@baek.de

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