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Fleischkonsum das fünfte Jahr in Folge gesunken: BZL-Verzehrstatistik bestätigt fortschreitende Ernährungswende

Fleischkonsum das fünfte Jahr in Folge gesunken: BZL-Verzehrstatistik bestätigt fortschreitende Ernährungswende
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Fleischkonsum das fünfte Jahr in Folge gesunken

BZL-Verzehrstatistik bestätigt fortschreitende Ernährungswende

Berlin, den 04.04.2024

Laut den heute veröffentlichten Daten des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft (BZL) hat sich der Rückgang des Fleischkonsums in Deutschland 2023 fortgesetzt.1 Mit 51,6 Kilogramm pro Kopf sank der Verzehr von Fleisch im Vergleich zum Vorjahr erneut um rund 0,4 Kilogramm und damit etwas weniger stark als noch 2022. Im Jahr 2018 hatte der Fleischverzehr noch 61 Kilogramm betragen.2 Seither erreicht er hierzulande stetig neue Tiefststände – für die Ernährungsorganisation ProVeg ein klarer Beleg: Die Ernährungswende nimmt immer mehr an Fahrt auf.

„Fünf Jahre sinkender Fleischkonsum sind ein Zeichen, das Mut macht“, meint Matthias Rohra, Geschäftsführer von ProVeg Deutschland. „Die Menschen in Deutschland treiben die Ernährungswende aktiv voran.“ Wie 2022 wurde auch 2023 weniger Schwein gegessen. Der Pro-Kopf-Verzehr von Schweinefleisch sank um 0,6 Kilogramm. Auch bei Rind- und Kalbfleisch betrug der Rückgang 0,6 Kilogramm – und war damit prozentual sogar am höchsten. Geflügelfleisch kam in den Haushalten hingegen wieder etwas häufiger auf den Tisch: Der Verzehr nahm um 0,9 Kilogramm zu. Rohra sieht dennoch keinen Grund zur Sorge: „Wir sind weit gekommen. Ich habe deshalb großes Vertrauen, dass wir in Deutschland noch viel mehr erreichen können!“

Produktionszahlen und Verbraucherstudien zeichnen ähnliches Bild

Auf die Entwicklung des Fleischverzehrs haben bereits die aktuellen Produktionszahlen hingedeutet. Erst im Februar berichtete das Statistische Bundesamt, dass die Produktion von Schweinefleisch in Deutschland 2023 um 6,8 Prozent gesunken, von Rind- und Kalbfleisch relativ stabil geblieben und von Geflügelfleisch leicht angestiegen ist.3 Anzeichen einer Korrelation? Möglich, meint Matthias Rohra: „Bei Fleischverzehr und -produktion beobachten wir derzeit eine klare Abwärtsspirale. Die Branche reagiert offenbar auf den sinkenden Fleischkonsum der Bevölkerung.“

Denn die Ernährung in Deutschland wandelt sich: Die Reduktion tierischer Produkte gilt längst offiziell als eigene Ernährungsform. Die sogenannte flexitarische Ernährung zählt neben der pflanzlichen und der vegetarischen Ernährung zu den pflanzenbetonten Formen. Laut Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) ernähren sich 46 Prozent der Bevölkerung in Deutschland flexitarisch.4 „Fast die Hälfte der Menschen in Deutschland reduziert aktiv den Fleischkonsum – natürlich wirkt sich das auf die Verzehrzahlen aus“, so Rohra.

Alternative Proteine braucht das Land

Für die Proteinversorgung sind Fleisch und Fleischwaren nicht nötig, weiß Matthias Rohra: „Hülsenfrüchte, aber auch Nüsse und Getreide sind wertvolle Proteinlieferanten, selbst für den gezielten Muskelaufbau.“ Das beweisen unter anderem Luca Waldschmidt vom 1. FC Köln und Nationalspieler Serge Gnabry vom FC Bayern München. Entscheidend ist dabei, die pflanzlichen Proteine miteinander zu kombinieren. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat so erst kürzlich ihre Ernährungsempfehlungen ausdrücklich pflanzenbetonter gestaltet.

Auch der Markt denkt erkennbar um: Wurstfabrikant Rügenwalder Mühle hatte 2021 erstmals mehr Umsatz mit veganen und vegetarischen Alternativen als mit Fleischprodukten gemacht und damit für viel Wirbel gesorgt.5 Nun hat der Nahrungsmittelkonzern Pfeifer & Langen das Unternehmen übernommen und will in der Holding The Nature’s Richness Group alle Aktivitäten rund um pflanzliche Fleisch- und Fischalternativen bündeln.6 Ein Geschäft mit Zukunft, in das es sich zu investieren lohnt.

Quellen

1 Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (2024): Pro-Kopf-Verzehr von Fleisch sinkt auf unter 52 Kilogramm, veröffentlicht am 04.04.2024. Online unter: https://www.ble.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2024/240404_Fleischbilanz.html

2 Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (2024): Versorgungsbilanzen: Fleisch. Online unter: https://www.bmel-statistik.de/ernaehrung/versorgungsbilanzen/fleisch

3 Statistisches Bundesamt (2024): Fleischproduktion im Jahr 2023 um 4 % gesunken, veröffentlicht am 07.02.2024. Online unter: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/02/PD24_049_413.html

4 Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (2023): Deutschland, wie es isst: Der BMEL-Ernährungsreport 2023, veröffentlicht am 13.10.2023. Online unter: https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/ernaehrungsreport-2023.html

5 Frankfurter Allgemeine Zeitung (2022): Rügenwalder Mühle verkauft erstmals mehr Vegetarisches als Fleisch, aktualisiert am 02.05.2022. Online unter: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/ruegenwalder-muehle-verkauft-mehr-veggie-als-fleisch-17999644.html

6 Tagesschau (2024): EU genehmigt Übernahme von Rügenwalder Mühle, veröffentlicht am 25.03.2024. Online unter: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/pfeifer-langen-ruegenwalder-muehle-uebernahme-100.html

Kontakt
Lena Renz
Senior PR Manager ProVeg 
presse@proveg.org 
+49 176 177 858 52
Über ProVeg
ProVeg International ist eine Ernährungsorganisation, die sich für die Transformation des globalen Ernährungssystems einsetzt. Unsere Mission ist, bis 2040 weltweit 50 Prozent der Tierprodukte durch pflanzliche und kultivierte Nahrungsmittel zu ersetzen. ProVeg arbeitet mit relevanten Akteuren am Übergang zu einem Ernährungssystem, in dem sich alle für genussvolles und gesundes Essen entscheiden, das gut für alle Menschen, Tiere und unseren Planeten ist. ProVeg hat den „Momentum for Change“-Preis der Vereinten Nationen erhalten und arbeitet eng mit den wichtigsten UN-Organisationen für Ernährung und Umwelt zusammen. Mit Büros in 12 Ländern auf 4 Kontinenten und mehr als 200 Mitarbeitenden erzielt ProVeg eine globale Wirkung.
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