Verband der Osteopathen Deutschland e.V.
Finanzkommission erhöht Druck: Osteopathie braucht endlich klare Regeln
Wiesbaden/Bad Alexandersbad/Berlin (ots)
Die Empfehlungen der FinanzKommission Gesundheit setzen das Gesundheitssystem unter Druck - insbesondere Angebote ohne klare gesetzliche Basis. Die Osteopathie-Allianz warnt: Ohne ein Berufsgesetz stehen osteopathische Leistungen auf wackeligen Füßen. Einheitliche Ausbildungsstandards und klar definierte Strukturen könnten nicht nur die Versorgung sichern, sondern Osteopathie auch langfristig in die Lage versetzen, das Gesundheitssystem zu entlasten.
Die Empfehlungen der FinanzKommission Gesundheit setzen das System der gesetzlichen Krankenversicherung unter erheblichen Reformdruck. Im Fokus stehen Wirtschaftlichkeit, Evidenz und strukturelle Klarheit. Aus Sicht der Osteopathie-Allianz - eine Formierung aus den größten Osteopathie-Verbänden VOD (Verband der Osteopathen Deutschland e.V.) und BVO (Bundesverband Osteopathie e.V.) - zeigen die Vorschläge vor allem eines: Osteopathie braucht dringend eine gesetzliche Grundlage.
"Die aktuellen Reformüberlegungen machen deutlich, dass Leistungen ohne klare Struktur künftig kaum Bestand haben werden", erklären die Vorsitzende des VOD, Prof. Marina Fuhrmann, und die geschäftsführende Vorsitzende des BVO, Christine Berek. Da Osteopathie bislang kein eigenständiger, gesetzlich geregelter Heilberuf ist und von Krankenkassen überwiegend nur als freiwillige Zusatzleistung erstattet wird, gehört sie zu den Angeboten, die im Zuge von Sparmaßnahmen besonders unter Druck geraten könnten.
Gleichzeitig sieht die Osteopathie-Allianz in der aktuellen Entwicklung auch eine Chance: "Die Diskussion um Effizienz und Evidenz ist richtig - aber sie setzt voraus, dass Leistungen überhaupt vergleichbar und bewertbar sind. Genau dafür brauchen wir ein Berufsgesetz", so Fuhrmann und Berek.
Ein solches Gesetz würde einheitliche Ausbildungsstandards schaffen, die Qualität der Versorgung sichern und die Grundlage für wissenschaftliche Bewertung verbessern. Langfristig könne Osteopathie so einen Beitrag leisten, das Gesundheitssystem zu entlasten.
Die Osteopathie-Allianz fordert daher die Politik erneut auf, die aktuellen Reformpläne zu nutzen, um die strukturelle Lücke zu schließen. "Wer das Gesundheitssystem zukunftsfest machen will, darf komplementäre Verfahren nicht an den Rand drängen, sondern muss sie sinnvoll integrieren."
Gut zu wissen:
Osteopathie ist eine eigenständige, ganzheitliche Form der Medizin, in der Diagnostik und Behandlung mit den Händen erfolgen. Osteopathie geht dabei den Ursachen von Beschwerden auf den Grund und behandelt den Menschen in seiner Gesamtheit. Osteopathie ist bei vielen Krankheiten sinnvoll und behandelt vorbeugend.
Hintergrund:
Gerade in Zeiten wachsender Herausforderungen im Gesundheitssystem, wie flächendeckende Sicherstellung der Gesundheitsversorgung, steigendem Kostendruck, fehlenden Fachkräften und immer wichtiger werdender Prävention, wollen die beiden größten Osteopathieverbände in der Osteopathie-Allianz zusammen Verantwortung übernehmen. "Für uns steht die Qualitätssicherung für Patientenschutz und Verbraucherschutz an oberster Stelle", machen die Vorstandsvorsitzenden Prof. Marina Fuhrmann und Christine Berek deutlich. Deshalb mache man sich gemeinsam vor allem für eine berufsgesetzliche Regelung der Osteopathie stark. Ausbildung und Ausübung müssten mittels eines Berufsgesetzes klar geregelt und mit der Berufsbezeichnung "Osteopathin/Osteopath" verknüpft werden. Dadurch entsteht für Patientinnen und Patienten auf den ersten Blick Transparenz hinsichtlich der Qualifikation. "Wir treten für einen hochqualifizierten Heilberuf im Direktzugang ein. Dieser setzt eine langjährige und anspruchsvolle Ausbildung bzw. ein Studium voraus. Gemeinsam werden wir uns berufspolitisch dafür einsetzen, dass der Gesetzgeber hier angesichts mittlerweile jährlich 10 Millionen osteopathischer Behandlungen aktiv wird und die Aussage im Koalitionsvertrag der Bundesregierung "Die Osteopathie wird berufsgesetzlich geregelt." umgesetzt wird.
Pressekontakt:
Michaela Wehr
Tel. 0 15 20 / 2 14 71 05
presse@osteopathie.de
Original-Content von: Verband der Osteopathen Deutschland e.V., übermittelt durch news aktuell