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Bundesministerin Renate Künast bei Joachim Gauck
Viele Probleme, viel Sympathie
Mittwoch, 4. April 2001, 23.00 - 23.30 Uhr
Das Erste

    Köln (ots) - Sie gilt als Frau, die schnell und entschlossen
handelt und sich notfalls auch gegen hartnäckige Widerstände
durchsetzen kann. Lauter Eigenschaften, die Renate Künast als
Bundesministerin für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft
gut gebrauchen kann, denn Problemfälle gibt es in ihrem neuen Amt
mehr als genug. So muss sie gegen die Verbreitung der Maul- und
Klauenseuche ankämpfen, das BSE-Problem in den Griff kriegen und den
ökologischen Umbau der Landwirtschaft vorantreiben. Geht man von
aktuellen Umfragen aus, erfüllt die 45-jährige Juristin ihre Aufgabe
vorbildlich: Auf der Beliebtheitsskala rangiert sie zusammen mit
Joschka Fischer auf Platz 2 - direkt hinter Bundeskanzler Gerhard
Schröder. Bei Joachim Gauck erhält sie am 4. April Gelegenheit, knapp
drei Monate nach ihrer Ernennung zur Ministerin eine erste Bilanz zu
ziehen. Ein weiteres Thema werden die Probleme ihrer Partei sein, der
Grünen: Die Schlappen bei den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und
Baden-Württemberg sprechen eine deutliche Sprache.
    
    Bevor Renate Künast am 12. Januar 2001 zur Bundesministerin für
Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft ernannt wurde,
leitete sie als Bundesvorsitzende zusammen mit Fritz Kuhn die
Geschicke von Bündnis 90/Die Grünen. Ihr neues Amt übernahm sie nach
dem Rücktritt von Heinz Funke (SPD) - mit großen Vorsätzen: "Seit der
BSE-Krise ist nichts mehr, wie es einmal war", sagte sie in ihrer
umjubelten Rede auf der Bundesdelegiertenversammlung ihrer Partei in
Stuttgart und ergänzte: "Es wird auch nichts mehr so werden, wie es
war."
    
    Ob sich die erste Grüne im Landwirtschaftsministerium gegen
abweichende Interessen der Agrarlobby und der Länder durchsetzen wird
und Brüssel von ihrer Politik überzeugen kann? Die von der EU
beschlossene Massenschlachtung von Rindern hat bereits gezeigt, dass
auch Renate Künast - ähnlich wie Jürgen Trittin - zuweilen gegen ihre
Überzeugungen handeln muss. Ökologische Grundsätze versus politischer
Pragmatismus: ein fundamentales Problem von Bündnis 90/Die Grünen.
    
    Redaktion: Heribert Schwan
    
    
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