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Hamburger Justizsenator Roger Kusch im "ZDF-Mittagsmagazin": Freitod respektieren

    Mainz (ots) - Die Freiheit eines jeden Menschen, über seinen Tod zu entscheiden, fordert der Hamburger Justizsenator Roger Kusch in der Diskussion über die Schweizer Sterbehilfeorganisation "Dignitas": "Ich fordere, den Freitod zu respektieren", sagte er im "ZDF-Mittagsmagazin" am 12. Oktober 2005. Das bedeute jedoch nicht, dass der Freitod gefördert werden solle.

"Mir geht es darum, dass Menschen frei ihr Leben gestalten und frei auch das Ende ihres Lebens gestalten sollen, wenn sie bei klarem Bewusstsein sind und sich frei entscheiden können", sagte Kusch. "Dass Menschen Schmerzen haben, ändert noch nichts an der Freiheit ihres Willens. Ein Mensch, der ein Leid nicht mehr erträgt, die Situation des Lebensendes nicht mehr erträgt, dessen Wunsch nach Sterben setzt voraus, dass wir diesen Wunsch respektieren."

Der Gefahr des Missbrauchs müsse man immer entgegentreten, sagte Kusch. Daher halte er eine straflose Sterbehilfe erst dann für gegeben, wenn ein ärztliches Beratungsgespräch vorausgegangen sei. "Das ist die Voraussetzung dafür, dass ein Mensch, der sich entschließt, sterben zu wollen, dies auch mit voller Verantwortung seiner eigenen Existenz gegenüber entscheidet. Aber die letzte, die endgültige Entscheidung muss jeder für sich selber treffen", unterstrich Kusch. Zudem fordert er, "dass der freie Wille bei vollem Bewusstsein durch einen Notar belegt ist, so dass Zweifel an der Entscheidung des Einzelnen überhaupt nicht aufkommen können".

Kritik an der Kommerzialisierung des Sterbens wies er zurück: "Die Tatsache, dass Geld im Spiel ist, macht die Sache noch nicht zum Kommerz, der verachtenswert ist." Kommerz an sich sei ein Wort, dass negativ besetzt sei. Jedes Krankenhaus habe wirtschaftliche Interessen, schließlich lasse sich auch jeder Psychologe seine Beratungsstunden bezahlen.

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