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ZDF-Programmhinweis
Donnerstag, 9. August 2001, 21.15 Uhr / auslandsjournal

    Mainz (ots) -          mit Anne Gellinek     Thema u.a.: Gebrochene Seelen - die vergessenen Opfer des Marc     Dutroux          "Jedes Mal, wenn die Vorhänge geschlossen sind, höre ich Geräusche im Haus. Wenn die Vorhänge geöffnet sind, höre ich nichts." Vor fünf Jahren wurde Laetitia Delhez entführt, zusammen mit anderen Mädchen in einem dunklen Keller eingesperrt und mehrfach vergewaltigt. Sie konnte noch rechtzeitig befreit werden - drei andere Mädchen lässt Marc Dutroux einfach verhungern. Zum ersten Mal erzählt die heute Neunzehnjährige vor der Kamera von dieser Hölle.          Laetitia Delhez versucht, sich normal zu verhalten, freundlich zu den Kunden im Laden zu sein, in dem sie arbeitet. Aber immer wieder holt sie die Angst von damals ein. "Ich wusste nicht, ob es Tag oder Nacht war. Also konnte ich die Tage nicht zählen." Marc Dutroux zwingt seine Gefangene, Schlafmittel zu nehmen. Er vergewaltigt sie mehrfach. Heute versucht Laetitia, sich zu schützen, indem sie die schrecklichen Geschehnisse verdrängt. "Ich weiß nicht mehr, ich habe es vergessen." In ihren Gedanken aber kehrt Marc Dutroux immer wieder ungerufen zurück.          Am 14. August 1996 wird Dutroux verhaftet. Das Netzwerk um den Kinderschänder soll bis in die höchsten politischen Kreise reichen. Ein Untersuchungsausschuss deckte Schlamperei und Verschleierung während der Untersuchungen im "Fall Dutroux" auf. Ein Aufschrei der Empörung ging durch Belgien, Tausende protestierten auf der Straße gegen Vetternwirtschaft und Korruption.

    Doch bis heute steht der Kindermörder Dutroux nicht vor Gericht.
Wann das geschehen wird, ist völlig unklar. Denn den Ermittlern
fehlen Beweise - trotz der Arbeit von Hunderten von Polizisten und
Staatsanwälten. Die belgische Justiz versagt zum zweiten Mal, so
Angehörige der Opfer.
    
    "Laetitia hat Kopf- und Bauchschmerzen, schläft schlecht und
übergibt sich ständig", die Mutter weiß nicht, wie sie ihrem Kind
helfen kann. Psychologen sprechen von einem posttraumatischen
Stresssyndrom - aber psychologische Hilfe hat Laetitia nie bekommen.
Um die Opfer und ihre Angehörigen ist es still geworden. Sie fühlen
sich allein gelassen, haben vom belgischen Staat nie Unterstützung
bekommen. Sie versuchen, wieder ein normales Leben zu führen. Das
fällt schwer, wenn man täglich daran erinnert wird, dass Dutroux noch
immer nicht bestraft wurde.
    
    Weitere Themen:
    Gefürchteter Fluss - die wilden Geister in Russlands Osten
    Gefeierter Fisch - Japans heiliger Tanz mit der Meerbrasse
    
    
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