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ZDF-Programmhinweis
Donnerstag, 28. September 2000, 21.15 Uhr
auslandsjournal

    Mainz (ots) -
    
    Moderation: Theo Koll
    Propagandaopfer - Nordkoreas hungernde Kinder
    
    Während die Elite Nordkoreas feiert und versucht, das Image des
Landes für ausländische Beobachter aufzupolieren, verhungern in der
Provinz die Kinder. Das Land ist bankrott, eine Hungerkatastrophe nur
durch ausländische Hilfe abzuwenden. Dabei schottet sich Diktator Kim
Jong II weiter ab. Er kontrolliert die Medien und zeigt nur Bilder,
die von Wohlstand und Harmonie zeugen. Jetzt hat Dietmar Schumann
Bilder vom wahren Elend hinter den Fassaden gemacht. Auf verstecktem
Wege, exklusiv für das ZDF-"auslandsjournal".
    
    "In unserem Land geht es allen Kindern gut. Alle haben ausreichend
zu essen und sind gesund. Es sind glückliche Kinder in einem
glücklichen Land", beteuert Kim Yum Yi, Direktorin eines
Elite-Kindergartens in Pjöngjang. Es klingt wie ein Gebet. Als
Direktorin muss sie sagen, was die Partei ihr befiehlt. Doch der
Schein trügt: Nur wenige Kilometer entfernt, in einem Krankenhaus in
der Nähe der Hauptstadt, wird der Mangel verwaltet. Nahrung,
Medikamente, Strom - es fehlt einfach an allem. Hier arbeitet Dr.
Norbert Vollertsen, Kinderarzt von der Hilfsorganisation Cap Anamur.
Er versucht, unterernährte Kinder vor dem Schlimmsten zu retten,
verteilt Porteinpräparate und Milchpulver. Die Situation im Land
bezeichnet er als ein Verbrechen an der Bevölkerung. "Ich sehe von
kommunistischer Gemeinschaft nichts, wenn ich hier den 600er Mercedes
rumfahren, und eine halbe Stunde von Pjöngjang entfernt Menschen im
Hungerödem sterben sehen." Als eine der gravierendsten Folgen des
Hungers beobachtet er einen geistigen Rückstand. "Eine ganze
Generation verblödet. Die meisten Kinder sind nicht nur zu klein für
ihr Alter. Die Intelligenzdefizite sind teilweise so massiv, dass die
Kinder außer dem Drill nichts mehr leisten können." Auch nach dem
Gipfeltreffen der nord- und südkoreanischen Staatschefs im Juni
dieses Jahres steht eine politische und wirtschaftliche Wende in
Nordkorea aus. Wer Geld hat und wer nicht, wer Macht hat und wer
keine, wird weiterhin von oberster Hand entschieden. Dietmar Schumann
zeigt das ungeschminkte Gesicht vom Leben in der letzten
stalinistischen Festung.
    
    Weiter Themen im "auslandsjournal":
    
    Zerreißprobe - Milosevics letzte Schlacht
    Wechselkurs - Dänemarks Euro-Abstimmung
    
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