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ZDF-Programmhinweis
Freitag, 28. Juli 2000, 22.20 Uhr
aspekte von den Salzburger Festspielen
Moderation: Luzia Braun

    Mainz (ots) -

    Salzburger Machtspiele - Theater-Klassiker ganz aktuell     Friedens-Engel im Niemandsland - die israelisch-palästinensische     Sängerin Amal Murkus     Endstation Salzburg - keine Chance für die Liebe im 21.     Jahrhundert     Schtetl-Tourismus in Krakau - Disneyland oder Renaissance     jüdischer Kultur?          Salzburger Machtspiele - Theater-Klassiker ganz aktuell     Staatsraison statt Liebe, faule Kompromisse statt Ehrlichkeit, Zurechtwursteln koste es was es wolle - meist kostet es das Leben - das ist das Thema sowohl in "Hamlet" als auch in "Die Trojaner" - den beiden Eröffnungspremieren der diesjährigen Salzburger Festspiele. Ein Thema mit besonderer Brisanz im gegenwärtigen Österreich? Machtspiele auf Salzburger Parkett - vor, auf und hinter den Kulissen.     

    Friedens-Engel im Niemandsland - die israelisch-palästinensische Sängerin Amal Murkus

    Die Friedensverhandlungen von Camp David sind gescheitert. Die Lösung des israelisch-palästinensischen Konfliktes erscheint gerade jetzt wieder als unendliche Geschichte. Aber selbst eine politische Lösung könnte die Jahrzehnte blutiger Kämpfe nicht ungeschehen machen. Um so wichtiger sind Vermittler zwischen den verfeindeten Volksgruppen. Amal Murkus ist ein Shooting Star, die palästinensische Christin mit israelischem Pass wird als Sängerin und Schauspielerin in Israel  ebenso umjubelt wie im Reich Yassir Arafats. Sie ist jung, schön und sexy. Amal ist aber zugleich subversiv: Sie untergräbt die alten Feindbilder, indem  sie arabische Songs vor israelischem Publikum präsentiert und umgekehrt. Sie vereint Fans im gemeinsamen Rausch, die sonst nur Steine und Gummigeschosse austauschen. "aspekte" porträtiert die mutige Sängerin und ihre Anhänger dies- und jenseits der Borderline.     

    Endstation Salzburg - keine Chance für die Liebe im 21. Jahrhundert

    Castorf inszeniert in Salzburg, der Eklat ist programmiert. Von der Liebe in Zeiten von "Kapitalismus und Depression" handelt seine Deutung des Tennessee Williams-Stückes "Endstation Sehnsucht" und dazu erfindet der Berliner Stückezertrümmerer Castorf gleich noch ein neues Paar Hauptfiguren. Drei Paare leiden nun an der Unmöglichkeit von Liebe und Treue - gehen miteinander fremd. Die Opernfans in Salzburg finden das gleiche Motiv in Mozarts Cosi fan tutte: zwei Männer beweisen sich gegenseitig die Untreue ihrer Frauen. Regisseur Hans Neuenfels geht das alte Thema mit dem klinisch kühlen Blick eines Insektenforschers an und macht aus Mozarts Oper einen Versuchsaufbau über menschliche Gefühle. Keine Chance für die Liebe im Jahr 2000?     

    Schtetl-Tourismus in Krakau - Disneyland oder Renaissance jüdischer Kultur?

    Krakau, in diesem Jahr eine der neun Kulturstädte Europas 2000,
gilt kulturell als die heimliche Hauptstadt Polens. Unzählige Kirchen
und das Wawelschloß zeugen von der tausendjährigen katholischen und
königlichen Tradition. Doch Krakau war auch eine der größten
jüdischen Gemeinden Europas. 1938 lebten hier 65.000 Juden, von denen
fast alle im nahen Konzentrationslager Auschwitz ermordet wurden. Der
jüdische Stadtteil Kazimierz erwachte zu neuem Leben, als Steven
Spielberg hier 1993 "Schindlers Liste" drehte. Touristen können
seitdem an einer "Schindler-Tour" teilnehmen. In diesem Jahr gehört
auch das zum zwölften Mal stattfindende Jüdische Kulturfestival zum
offiziellen Programm "Krakau 2000". Doch der Schein trügt: Das
jüdische Festival wird von nichtjüdischen Polen organisiert,
Buchläden, Cafes und Restaurants mit Klezmer-Musik in Kazimierz und
sogar das Jüdische Kulturzentrum werden ebenfalls von Polen
betrieben. Die jüdische Gemeinde Krakaus hat heute nur noch 168
Mitglieder. Ist Kazimierz also nur ein jüdisches Disneyland oder der
ernsthafte Versuch, die jüdische Kultur in Krakau wiederzubeleben?
Beobachtungen in der "Stadt der sprechenden Steine".
    
    
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