Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND)
++ Kommentar: BUND zur TFA-Einstufung: Umweltverband fordert Ende der Verschmutzung durch Chemikalie ++
Kommentar
11. Juni 2026 | 094
BUND-Pressestelle
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BUND zur TFA-Einstufung: Umweltverband fordert Ende der Verschmutzung durch Chemikalie
Zur Einstufung der PFAS-Ewigkeitschemikalie Trifluoressigsäure (TFA) als besonders schädlich durch die Europäische Chemikalienagentur ECHA erklärt Janna Kuhlmann, Chemikerin beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND):
„Endlich haben die Wissenschaftler*innen der Europäischen Chemikalienagentur ECHA bestätigt, wovor wir als Umweltverband seit Langem warnen: TFA ist ein massives Gesundheits- und Umweltproblem. Spätestens den kommenden Generationen wird diese weitreichende Verschmutzung zum Verhängnis werden. Denn die Konzentration von TFA in der Umwelt steigt immer weiter an. Die Chemikalie kann den Fötus im Mutterleib schädigen und ist – einmal in der Umwelt – unzerstörbar. Wir dürfen keine Zeit mehr verlieren. Bundesregierung und EU müssen die Quellen von TFA zügig regulieren und beschränken. Dazu gehört eine umfassende Beschränkung der Produktion und Verwendung der gesamten Gruppe der PFAS, ebenso wie eine Regulierung von PFAS-Pestiziden und PFAS-Arzneimitteln.“
Hintergrund:
PFAS (Per- und Polyfluorierte Alkylsubstanzen) sind eine Gruppe von über 10.000 Chemikalien, die besonders für ihre fett-, schmutz- und wasserabweisende Wirkung vielseitig eingesetzt werden. Sie werden auch als Ewigkeitschemikalien bezeichnet, da sie sich kaum in der Umwelt abbauen. TFA ist das kleinste Molekül der Gruppe und einige andere PFAS bauen sich zu TFA ab, was dann in der Umwelt verbleibt. TFA wurde von den Expert*innen der ECHA gestern als reproduktionstoxisch (Kategorie 1B), besonders persistent und besonders mobil eingestuft. Dies hat Auswirkungen auf andere Rechtsbereiche: TFA gilt nun als „relevanter Metabolit“ in der Pestizidregulierung. Pestizide, die aus PFAS bestehen und sich zu TFA zersetzen, dürfen demnach nicht mehr zugelassen werden.
Dabei gibt es bereits weitläufig Alternativen für PFAS und auch TFA. Dänemark hat bereits die Nutzung von PFAS-Pestiziden, die TFA freisetzen, verboten. Und auch Kältemittel (F-Gase), die häufig in der Atmosphäre TFA bilden können durch „natürliche Kältemittel“ ersetzt werden.
Der BUND hat TFA bereits großflächig in Grund- und Trinkwasser nachgewiesen. Selbst in tiefen Mineralwasserbrunnen. Bisher haben diese Konzentrationen noch keine möglichen reproduktionstoxischen Auswirkungen, aber da sich TFA immer weiter anreichert, muss der weitere Eintrag in die Umwelt dringend gestoppt werden, damit dies auch für zukünftige Generationen so bleibt.
Mehr Informationen:
- Ewigkeitschemikalien PFAS (Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen)
- PFAS im Trinkwasser: BUND-Aktive entdecken erneut Ewigkeits-Chemikalien im Wasser
- BUND-Mitgliedschaft
- Kontakt: Kontakt: Janna Kuhlmann, Wissenschaftliche Mitarbeiterin für Chemikalienpolitik beim BUND, Tel. 030-27586-426, E-Mail: janna.kuhlmann(at)bund.net
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