Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND)
++ Tag der biologischen Vielfalt: Wildnis in Deutschland erleben BUND – Wildnis wichtig für biologische Vielfalt | BUND-Themenpaket Wildnis ++
Pressemitteilung
22. Mai 2026 | 084
BUND-Pressestelle
Tel.: 030 - 27586 - 109
Tag der biologischen Vielfalt: Wildnis in Deutschland erleben
BUND: Wildnis wichtig für biologische Vielfalt | BUND-Themenpaket Wildnis
- Spannende Wildnis in Deutschland in 85 Gebieten
- Naturschutzzentren des BUND laden zu Erkundungen ein
- Wildnis-Karte der Initiative Wildnis in Deutschland mit Steckbriefen
Berlin. Noch keine Pläne für Pfingsten oder kommende Wochenenden? Durch unberührte Wälder wandern, Seeadler beobachten, die Ufer wilder Flussauen entdecken – um Wildnis zu erleben, ist keine Reise in tropische Regenwälder, die Arktis oder die Savannen Afrikas notwendig. Die Ruhe, Lebendigkeit und Ursprünglichkeit von echter Wildnis sind auch hierzulande zu erfahren, und zwar in den 85 Wildnisgebieten Deutschlands. Darauf macht der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) anlässlich des heutigen Internationalen Tags der Biodiversität aufmerksam und lädt dazu ein, Wildnis in Deutschland zu entdecken: zum Beispiel in der Umgebung seiner Nationalparkhäuser und Naturschutzzentren.
Ob in Naturwäldern, in ehemaligen Tagebauen und Truppenübungsplätzen, an Küsten, in den Bergen oder in Moor- und Auenlandschaften: Wildnisgebiete sind bedeutende Rückzugsräume für viele bedrohte Tier- und Pflanzenarten und leisten einen wichtigen Beitrag zum Klima- und Naturschutz. Gleichzeitig bietet echte Wildnis uns Menschen einen willkommenen Ausgleich zur stark genutzten Kulturlandschaft. Körper und Seele kommen zur Ruhe, besondere Naturerlebnisse sind hier in vielen Facetten möglich. Wildnis ist voller Überraschungen, es gibt immer wieder Neues zu entdecken. Oftmals lassen sich sich Wildtiere hier besser beobachten, weil nicht gejagt wird.
Eine Karte mit allen 85 Wildnis- und Wildnisentwicklungs-Gebieten vom hohen Norden bis in die Alpen hat die Initiative Wildnis in Deutschland erstellt. Auf der Karte sind neben der geografischen Lage der Flächen jeweils Steckbriefe, Links zu Angeboten wie Führungen oder Erlebnis-Camps sowie zur umweltverträglichen Anreise abrufbar.
Goitzsche in Sachsen-Anhalt: Natur erobert sich einstigen Tagebau zurück
Ein eindrucksvolles Wildnisgebiet des BUND ist die Goitzsche in Sachsen-Anhalt. Dort hat der BUND im Jahr 2000 rund 1300 Hektar ehemalige Tagebauflächen erworben. Seitdem darf sich die Natur hier ungehindert entfalten und hat die einstige Mondlandschaft Stück für Stück zurück erobert. Ein buntes Mosaik aus verschiedensten Lebensräumen wie Seen, Trockenrasen, Birken- und Kiefernwäldern ist entstanden. See- und Fischadler sowie Flussseeschwalben lassen sich beobachten, die Rohrdommel ist zu hören, Biber-Burgen sind zu sehen und der Fischotter ist ebenfalls heimisch. Ein Rudel Wölfe hat das Gebiet besiedelt und knapp 50 oft schillernd bunte Libellenarten schwirren durch die Luft.
Ralf Meyer, Bundesvorstandsmitglied und Projektleiter der BUND-Wildnis in der Goitzsche: „Gerade jetzt im Frühjahr explodiert hier das Leben. Unzählige Vogelstimmen, Rufe von Fröschen und Kröten, das zarte Grün der Birken, das klare Wasser der Seen – ich kann allen empfehlen, einen Ausflug in die Goitzsche zu unternehmen, es ist ein ganz besonderes Erlebnis.“ Auf Besuchende warten dort beispielsweise Junior-Ranger-Treffen, Angebote für Schulklassen und Wildnis-Wanderungen.
Laubwald Hohe Schrecke: Waldwildnis erkunden auf Themenwegen
Ein Wildnisgebiet ganz anderer Art ist die Hohe Schrecke in Thüringen. Auch hier hat sich der BUND engagiert. In diesem artenreichen, urwüchsigen Laubwald säumen riesige jahrhundertealte Buchen und Eichen die Wege, viele seltene Pflanzen und Tiere leben hier. Naturliebende können die Hohe Schrecke am besten zu Fuß auf thematischen Wegen oder per Rad entdecken. Ein besonderes Wanderziel ist die neue Hängeseilbrücke, die mit 180 Metern das Bärental überspannt. Von hier aus lässt sich die Waldwildnis der Hohen Schrecke weiter erkunden.
Nicola Uhde, BUND-Expertin für Waldpolitik: „Im alten Laubwald Hohe Schrecke kann sich dank unseres Einsatzes auf über 3000 Hektar echte Waldwildnis entwickeln. Hier befindet sich auf 8000 Hektar eines der größten unzerschnittenen Laubwaldgebiete Deutschlands. In der Hohen Schrecke geht es vor allem um den Schutz alter Buchenwälder, die für die biologische Vielfalt hierzulande eine herausragende Bedeutung haben. Für Buchenwälder trägt Deutschland internationale Verantwortung.“
Wattenmeer: einzigartige Landschaft mit Tier- und Pflanzenvielfalt
Die BUND-Nationalparkhäuser und Naturschutzzentren bieten eine Vielzahl von Erlebnissen und Informationen: etwa über die Wattenmeer-Natur. In Nationalparkhäusern können die Gäste die Lebensräume des Wattenmeers erkunden und spannende Exkursionen und Vorträge besuchen. Die Wattenmeer-Nationalparke in Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen bieten eine einzigartige Landschaft mit einer Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten. Daneben gibt es zahleiche weitere Häuser in verschiedenen Regionen Deutschlands.
Hintergrund:
Der Internationale Tag der biologischen Vielfalt wird jedes Jahr am 22. Mai begangen. Die Vereinten Nationen haben ihn im Jahr 2000 ins Leben gerufen. Ziel ist es, aufmerksam zu machen auf die Bedeutung der Biodiversität, also auf die Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten, Genen und Lebensräumen. Weltweit sollen Menschen und Regierungen sensibilisiert werden für den Schutz dieser Vielfalt, denn sie ist unverzichtbare Grundlage für sauberes Wasser, Nahrung, Gesundheit und ein stabiles Klima.
Die Vergangenheit hat gezeigt, dass bisherige Strategien, Aktionspläne und Gesetze nicht ausreichen, um die Ursachen der Naturzerstörung zu beseitigen, naturfreundliche Rahmenbedingungen zu setzen und den Verlust der biologischen Vielfalt zu stoppen. Deshalb hat der BUND am 23. Oktober 2024 Verfassungsklage erhoben mit dem Ziel, dass der Gesetzgeber vom Bundesverfassungsgericht verpflichtet wird, ein umfassendes gesetzliches Biodiversitäts-Schutzkonzept zu erlassen.
Der BUND setzt sich gemeinsam mit anderen Naturschutzorganisationen für mehr Wildnis in Deutschland ein: Die ‚Initiative Wildnis in Deutschland‘ ist ein breites Bündnis aus 22 Naturschutzverbänden und Stiftungen. BUND und BUNDstiftung sind Gründungsmitglieder der Initiative.
Ausflugstipps:
- Nationalparkhäuser und Naturschutzzentren des BUND: Wildnis in Deutschland erleben
- Hohe Schrecke: Seit 2021 sind zwei Wanderwege in der Hohen Schrecke durch den Deutschen Wanderverband als Qualitätsweg Wanderbares Deutschland ausgezeichnet. Den Routenverlauf und Beschreibung finden Sie hier für eine kleine Runde und eine große Runde.
- Hohe Schrecke entdecken: Willkommen in der Hohen Schrecke! - Hohe Schrecke - Urlaub, Reisen, Tagen
- Infos zur Waldwildnis Hohe Schrecke
- Seite des BUND-Wildnisgebietes Goitzsche
Mehr Informationen:
- Fakten, Grafiken und Fotos zum Thema Wildnis und BUND-Projekten finden Sie hier
- BUND-Seite zu Wildnis
- Das aktuelle BUND-Magazin „Chance Wildnis“
- BUND-Podcast aus der Goitzsche-Wildnis hier anhören
- Seite der Initiative Wildnis in Deutschland mit Karte Wildnisgebiete
- Potenzial-Studie der Initiative Wildnis in Deutschland
- BUND-Biodiversitätsklage
- Kontakt: Nicola Uhde, BUND-Expertin für Waldpolitik und globale Biodiversitätspolitik, E-Mail: nicola.uhde(at)bund.net, Tel.: + 49 30 275 86 498, Mobil:+ 49 151 141 48 267 Ralf Meyer, BUNDstiftung Projektleiter Goitzsche-Wildnis, E-Mail: ralf.meyer(at)bund-stiftung.de, Mobil: + 49 163 2901803
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- BUND-Mitgliedschaft
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ist mit mehr als 676.000 Mitgliedern und Unterstützer*innen einer der größten Umweltverbände Deutschlands. Seit über 50 Jahren engagiert er sich unter anderem für eine ökologische Landwirtschaft, den Klimaschutz, den Schutz bedrohter Arten, des Waldes und des Wassers. Finanziert durch Spenden und Mitgliedsbeiträge ist der BUND unabhängig von Politik und Wirtschaft.
Hrsg.: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) e.V., Nicole Anton (v.i.S.d.P.), Kaiserin-Augusta-Allee 5, 10553 Berlin



