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Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND)

++ BUND zur Emissionslücke: Bundesregierung auf Kollisionskurs mit dem Klima ++

Kommentar

13. März 2026 | 044

BUND-Pressestelle

Tel.: 030 - 27586 - 109

presse@bund.net

BUND zur Emissionslücke: Bundesregierung auf Kollisionskurs mit dem Klima

Im Zusammenhang mit den morgen z ur Veröffentlichung anstehenden Emissionsdaten 2025 und der Projektionen für 2030 und 2040 des Umweltbundesamtes (UBA) geht der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) davon aus, dass die aktuellen Rückschritte durch die Pläne der Bundesregierung noch nicht umfassend abgebildet werden konnten und der Handlungsbedarf damit unterschätzt wird. Hierzu erklärt Verena Graichen, Geschäftsführerin Politik beim BUND:

„Die Emissionszahlen belegen seit Jahren: Die Regierung muss beim Klimaschutz nachlegen. Unsere Abhängigkeit von fossilen Energien ist gerade im Bereich Gebäude und Verkehr noch enorm hoch. Das ist schlecht für das Klima und für den Geldbeutel, wie wir gerade wieder erleben. Doch statt stark auf erneuerbare Energien und grünen Strom zu setzen, erhöht die Regierung sogar aktuell den Handlungsdruck, indem sie an bestehenden Klimaschutz-Hebeln sägt. Vorgaben zum klimafreundlichen Heizen sollen kassiert, CO2-Flottengrenzwerte für Pkw abgeschwächt und der Ausbau der Erneuerbaren Energien gebremst werden. Dadurch verschlimmert sich die Ausgangslage – die Klimaschutzlücke wird wachsen.

Die Klimapolitik 2026 ist ein trojanisches Pferd voll fossiler Überraschungen. Auch ist bislang nicht absehbar, wie der Sektor Landnutzung von einer Quelle von Treibhausgasen zu einer Senke werden soll. Dafür müssen hohe Mengen Treibhausgase in Wäldern und Mooren gespeichert werden.

Wir fordern die Bundesregierung auf, ihren Kurs zu korrigieren. Wir erwarten ein wirksames, rechtssicheres und sozialverträgliches Klimaschutzprogramm. Ein solches Programm sichert unser aller Zukunft. Es sorgt dafür, dass Deutschland auch mit Produkten wie E-Autos oder Wärmepumpen auf den Zukunftsmärkten eine Rolle spielen kann. Es macht uns unabhängig von teuren, unsicheren und klimaschädlichen fossilen Energien. Erneuerbare Energien sorgen für stabile, bezahlbare Energiepreise. Sie werden damit auch mit Blick auf die Weltlage immer wichtiger.“

Hintergrund:

Der Projektionsbericht des Umweltbundesamtes aus 2025 ging bereits auf der Grundlage damals geltender Rahmenbedingungen davon aus, dass die verbindlichen europäischen Vorgaben zur Emissionsminderung im Gebäude- und Verkehrsbereich bis 2030 und die gesetzlichen Klimaziele über alle Sektoren hinweg bis 2040 deutlich verfehlt werden. Laut dieser Projektionen und der Einschätzung des Expertenrats für Klimafragen ist bisher nicht abzusehen, dass die Emissionen ausreichend schnell sinken.

Laut Medienberichten werden die Auswirkungen der aktuellen Pläne der Bundesregierung nicht vollumfänglich in den UBA-Projektionen 2026 einbezogen sein. Nach Berechnungen des Öko-Instituts würden allein die von Union und SPD geplanten Änderungen im Gebäudeenergiegesetz dazu führen, dass sich die schon heute bestehende Lücke von 25 Megatonnen Treibhausgasen im Jahr 2030 um fünf bis acht Megatonnen und im Jahr 2040 um 14 bis 22 Megatonnen vergrößern würde. Die Summe der Jahresemissionen bis 2040 würde um 108 bis 172 Megatonnen steigen und damit vom verbindlich vorgegebenen Emissionsbudget noch weiter abweichen. Durch weitere Pläne wie das Ausbremsen der Erneuerbaren Energien durch die Entwürfe zum EEG und Netzpaket, die Verzögerungen des EU-Emissionshandels für den Gebäude- und Verkehrsbereich und die Senkung der Luftverkehrssteuer werden die Treibhausgasemissionen zusätzlich steigen und die in den Projektionen abgebildete Lücke für 2040 vergrößern.

Die Bundesregierung ist durch das Klimaschutzgesetz (§9 KSG) verpflichtet, spätestens ein Jahr nach Amtsübernahme ein Klimaschutzprogramm vorzulegen, das Deutschland sicher auf Klimakurs bringt. Erstmals muss dabei neben dem Zwischenziel 2030 auch das Jahr 2040 in den Blick genommen werden. Am 25. März endet die gesetzliche Frist zur Verabschiedung des Klimaschutzprogramms.

Mehr Informationen:

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ist mit rund 674.000 Mitgliedern und Unterstützer*innen einer der größten Umweltverbände Deutschlands. Seit über 50 Jahren engagiert er sich unter anderem für eine ökologische Landwirtschaft, den Klimaschutz, den Schutz bedrohter Arten, des Waldes und des Wassers. Finanziert durch Spenden und Mitgliedsbeiträge ist der BUND unabhängig von Politik und Wirtschaft.

Hrsg.: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) e.V., Nicole Anton (v.i.S.d.P.), Kaiserin-Augusta-Allee 5, 10553 Berlin

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