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Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND)

++ Rainer spielt Foul: Igel gegen Fußball-WM I Landwirtschaftsminister spielt Tierschutz gegen Public Viewing aus ++

Pressemitteilung

3. März 2026 | 032

BUND-Pressestelle

Tel.: 030 - 27586 - 109

presse@bund.net

Rainer spielt Foul: Igel gegen Fußball-WM

Landwirtschaftsminister spielt Tierschutz gegen Public Viewing aus

  • Tag des Artenschutzes: Auch Igel sind besonders geschützte Art
  • Besonders bei Dämmerung sind Mähroboter tödliche Gefahr für Igel
  • BUND kritisiert politische Machtkämpfe auf Kosten des Tierschutzes

Berlin. Zum Tag des Artenschutzes am heutigen Dienstag weist der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) auf die besonders schützenswerte Art des europäischen Braunbrustigels hin: Dieser steht seit 2020 auf der Vorwarnliste der Roten Liste der Säugetiere Deutschlands und ist nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt. Mähroboter sind insbesondere bei Dämmerung und in den Nachtstunden eine Gefahr für die Tiere, wie Studien belegen. Deshalb möchte das Bundesumweltministerium in der geplanten Novelle des Tierschutzgesetzes, in der es eigentlich um mehr Videoüberwachung auf Schlachthöfen geht, auch ein Nachtfahrverbot für Mähroboter mit verankern. Doch das Bundeslandwirtschaftsministerium unter Alois Rainer (CSU) mauert gegen den Igelschutz.

Patrick Müller, BUND-Experte für Agrarpolitik: „Dass Minister Rainer den Igelschutz nicht per Gesetz verbessern möchte, ist nicht hinnehmbar. Niemand muss nachts seinen Mähroboter fahren lassen. Besonders dürftig an Rainers Vorstoß ist: Die Blockade entlarvt sich als politischer Erpressungsversuch. Rainer will den Igelschutz durch eine Blockade der Lärmschutzverordnung aus der Tierschutzgesetz-Novelle raushalten. Es braucht aber beides: mehr Igelschutz per Gesetz und einfachere Regelungen für den Lärmschutz beim Public Viewing bei der kommenden Männerfußball-WM.“

Die vom Umweltministerium geplante Änderung der Lärmschutzverordnung soll Public Viewing bei der Weltmeisterschaft im Sommer ermöglichen. Beschlossen werden muss sie von der Bundesregierung. Doch der Bundeslandwirtschaftsminister verweigert seine Zustimmung. Nicht wegen inhaltlicher Differenzen, sondern aus machtpolitischem Kalkül: Rainer will so das Umweltministerium dazu bewegen, seinen Vorschlag für eine Regelung eines bundesweiten Mähroboter-Nachtfahrverbot im Tierschutzgesetz zurückzuziehen.

CSU hatte Verbot in Bayern bereits abgelehnt

Dabei gibt es keine sachliche Argumente gegen ein Nachtfahrverbot für Mähroboter. Dass ein aus Bayern stammender Bundesminister ein bundesweites Verbot blockiert, lässt auf reine Parteiinteressen schließen. Denn unlängst hatte die CSU im bayerischen Landtag einen Antrag der Grünen Landtagsfraktion abgelehnt, ein landesweites Verbot zu erlassen. Obwohl auch bayerische Städte wie beispielsweise Augsburg bereits ein Nachtfahrverbot für Mähroboter erlassen haben. CSU-Abgeordnete, die in Augsburg noch dafür waren, stimmten im Landtag dann dagegen.

Müller: „Bei seinen Machtspielchen auf Kosten des Tierschutzes und vieler Fußball-Fans schießt Minister Rainer ein Eigentor. Mähroboter sind eine tödliche Gefahr für Igel, Frösche und andere Lebewesen in unseren Gärten. Diese Gefahr muss unverzüglich gebannt werden. Dafür braucht es ein bundesweit einheitliches Verbot im Tierschutzgesetz, statt eines verwirrenden Flickenteppichs aus Allgemeinverfügungen, Verordnungen und städtischen Satzungen.“

Hintergrund:

Mähroboter sind besonders gefährlich für Igel. Denn Igel sind keine Fluchttiere sondern rollen sich bei Gefahr zusammen und werden so von den scharfen Messern der Mähroboter erfasst und oftmals schwer verletzt. Diese Verletzungen sind oft tödlich für die Igel. Igel sind überwiegend in der Dämmerung unterwegs, so dass ein Fahrverbot für Mähroboter in diesem Zeitraum das Problem beseitigen würde. Viele Gemeinden und Städte gehen bereits voran, jedoch ist so ein bundesweiter Flickenteppich entstanden. Dies könnte eine bundesweit einheitliche Regelung im Tierschutzgesetz wirksam verhindern. Auch insgesamt schaden Mähroboter der Biodiversität. Sie rasieren den Rasen viel zu häufig und viel zu kurz, vernichten damit Lebensräume für viele Kleinstlebewesen und verhindern die Blüte vieler verschiedener Arten die ein naturnaher Rasen sonst beinhalten könnte. Eine zeitlich befristete Änderung der Lärmschutzverordnung war bereits bei vergangenen Turnieren erfolgt und würde auch dieses Jahr das Public Viewing erheblich vereinfachen. Denn wegen der Zeitverschiebung bei der Übertragung der Spiele aus den USA, Kanada und Mexiko finden diese in den Abend- und Nachtstunden statt.

Mehr Informationen:

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ist mit rund 674.000 Mitgliedern und Unterstützer*innen einer der größten Umweltverbände Deutschlands. Seit über 50 Jahren engagiert er sich unter anderem für eine ökologische Landwirtschaft, den Klimaschutz, den Schutz bedrohter Arten, des Waldes und des Wassers. Finanziert durch Spenden und Mitgliedsbeiträge ist der BUND unabhängig von Politik und Wirtschaft.

Hrsg.: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) e.V., Nicole Anton (v.i.S.d.P.), Kaiserin-Augusta-Allee 5, 10553 Berlin

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