Bundesagentur für Arbeit (BA)

Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im Mai 2001
Der Arbeitsmarkt kommt nicht voran - Teil 6 von 9

    Nürnberg (ots) - Nicht saisonbereinigt hat sich die Arbeitslosigkeit - wie üblich in dieser Jahreszeit - deutlich verringert, und zwar um 58.700 auf 1.335.700. Der Rückgang war aber spürbar schwächer als im Durchschnitt der letzten Jahre (Mai 1998 bis 2000: -70.300), aber auch als im Jahr zuvor (-71.300); infolgedessen lag die Arbeitslosenzahl wieder leicht über dem Vorjahresniveau (+6.400). Zum weitaus größten Teil geht dies aber auf Arbeitsmarktpolitik zurück, die im Mai schwächer ausgeweitet wurde als im Vorjahresmonat; entsprechend lag ihre Entlastung mit rd. -35.000 stärker unter dem Niveau des Vorjahres als im April (rd. -25.000).          Die Arbeitslosenquote, auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen, betrug im Mai 17,0 Prozent; bezogen auf die abhängigen zivilen Erwerbspersonen waren es 18,4 Prozent. Damit haben sich die Quoten gegenüber Vorjahr um 0,1 bzw. 0,2 Prozentpunkte erhöht.          Der Zugang in Arbeitslosigkeit war auch im Mai eher verhalten. Saisonbereinigt gab es gegenüber April so gut wie keine Veränderung (+1.000). Die nicht saisonbereinigten Zugänge der Monate Januar bis Mai waren praktisch genau so groß wie vor einem Jahr. So meldeten sich 982.400 Personen in diesem Zeitraum arbeitslos (-10.900 oder -1 Prozent). Darunter waren nennenswert weniger Personen, die unmittelbar vorher erwerbstätig waren (ohne Ausbildung: -16.000 oder -3 Prozent auf 514.400), und zwar vor allem in SAM OfW (-13.600 auf 9.000).          Der zuletzt verhaltenere Aufschwung des Verarbeitenden Gewerbes zeigt sich auch in den Arbeitslosmeldungen. So wurden in den ersten fünf Monaten d.J. aus diesem Bereich 53.400 Personen arbeitslos, nur noch 4 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum; zu Jahresbeginn war der Vorjahresabstand noch deutlich größer (z.B. 1. Quartal: -7 Prozent). Beträchtlich waren die Abnahmen aus den Bereichen Herstellung von Büromaschinen und Datenverarbeitungsgeräten (-28 Prozent auf 600), von Geräten zur Elektrizitätserzeugung (-15 Prozent auf 1.500), der Medizin-, Mess-, Regeltechnik und Optik (-11 Prozent auf 1.100), der chemischen Industrie (-11 Prozent auf 2.500), aber auch aus dem Textil-, Bekleidungs- und Ledergewerbe (zusammen: -17 Prozent auf 2.900). Die Zunahme der Arbeitslosmeldungen aus dem Ernährungsgewerbe (+5 Prozent auf 8.000) dürfte mit der "BSE-Tiermast-Krise" zusammen hängen. Die Zahl der Zugänge aus dem Dienstleistungssektor hat sich mit 275.800 etwa durchschnittlich verringert (-2 Prozent). Dabei waren die Meldungen aus dem Gastgewerbe (-6 Prozent auf 19.000) sowie Handel (-5 Prozent auf 50.200) stärker rückläufig; nennenswerte Zunahmen gab es dagegen aus den Bereichen der sonstigen öffentlichen und privaten Dienstleistungen und der privaten Haushalte (zusammen: +5 Prozent auf 42.400). Die Zugänge in Arbeitslosigkeit aus dem Baugewerbe waren mit 155.900 zwar um 4 Prozent kleiner als im Vorjahreszeitraum; dies spiegelt aber wohl primär das niedrigere Beschäftigungsniveau wider, bedeutet also nicht, dass sich die Situation hier verbessert hat.          Die Zugänge in Arbeitslosigkeit nach betrieblicher oder außerbetrieblicher Ausbildung waren etwas und die nach einer schulischen beruflichen Weiterbildung (einschl. Deutsch-Sprachlehrgängen und Eingliederung von Behinderten) erheblich größer (+900 oder +3 Prozent auf 29.400 bzw. +6.500 oder +15 Prozent auf 50.400). Letzteres beruht auch auf einer größeren Zahl beendeter Maßnahmen. Arbeitslosmeldungen aus sonstiger Nichterwerbstätigkeit haben sich insgesamt praktisch nicht verändert (-2.400 oder -1 Prozent auf 370.300).          Die Abgänge aus Arbeitslosigkeit waren auch im Mai recht schwach. Saisonbereinigt hat sich ihre Zahl gegenüber Vormonat zwar leicht erhöht (unter Berücksichtigung der Gebietsstandsänderung: ca. +2.000), blieb aber deutlich kleiner als im Jahr 2000. Dies zeigen auch die nicht saisonbereinigten Zahlen: Seit Jahresbeginn beendeten mit 997.900 Personen 32.400 oder 3 Prozent weniger ihre Arbeitslosigkeit als im Vorjahreszeitraum. Dabei meldeten sich vor allem weniger Arbeitslose in Erwerbstätigkeit ab (ohne Ausbildung: -18.600 oder -4 Prozent auf 493.600), was allerdings auf einer erheblich kleineren Zahl von Abgängen in BSM beruht (-23.600 auf 95.900). Auch die Abmeldungen in berufliche Weiterbildung haben sich merklich verringert (einschl. Deutsch-Sprachkurse und Eingliederung Behinderter: -4.700 oder -5 Prozent auf 98.400); dagegen beendeten wesentlich mehr Personen ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer schulischen Ausbildung (einschl. Studium: +3.400 oder +24 Prozent auf 17.700). Einen Rückgang verzeichneten schließlich Abgänge in sonstige Nichterwerbstätigkeit (-10.900 oder -3 Prozent auf 355.200), und zwar praktisch allein wegen weniger Abmeldungen in Rente (-12.400 auf 31.000).          Die Stellenmeldungen waren weiter eher verhalten. Saisonbereinigt gab es auch im Mai praktisch keine Veränderung (+1.000). Nicht saisonbereinigt registrierten die Arbeitsämter von Januar bis Mai 423.000 Angebote, 25.400 oder 6 Prozent weniger als vor einem Jahr. Allerdings beruht die Abnahme größtenteils auf BSM des zweiten Arbeitsmarktes (-18.400 auf 99.100; außerdem SAM OfW: -10.400 auf 10.900).               Teil 7 folgt

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