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06.02.2001 – 10:03

Bundesagentur für Arbeit (BA)

Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im Januar 2001
Saisonbedingter Anstieg der Arbeitslosigkeit Teil 4 von 6

Nürnberg (ots)

Arbeitsmarktpolitik flankiert Arbeitsmarkt
Die Förderung beruflicher Bildung ist weiterhin von größerer
Bedeutung als vor Jahresfrist. Die Bundesanstalt reagiert auch so auf
den wachsenden Fachkräftebedarf. Ende Januar befanden sich 268.000
Teilnehmer in Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung, der
Wiedereingliederung Behinderter sowie in Deutsch-Sprachlehrgängen, 7
Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Zunahme entfiel allein auf
Weiterbildung (+11 Prozent auf 215.400); dagegen gab es bei
beruflicher Rehabilitation und Deutsch-Sprachlehrgängen Abnahmen (-4
Prozent auf 32.300 bzw. -7 Prozent auf 20.300). Im Berichtsmonat
haben 32.200 Menschen eine dieser Maßnahmen begonnen, 2 Prozent
weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Rückgang entfällt auf
Reha-Maßnahmen und Deutsch-Sprachlehrgänge (-14 Prozent auf 4.300
bzw. -29 Prozent auf 2.900); in Maßnahmen beruflicher Weiterbildung
traten dagegen mehr Personen ein (+5 Prozent auf 25.000).
Die Zahl der Teilnehmer in Beschäftigungschaffenden Maßnahmen am
zweiten Arbeitsmarkt hat sich auch zuletzt leicht verringert; damit
lag der Bestand nach wie vor unter Vorjahresniveau. Im Januar
befanden sich 63.200 Personen in Arbeitsbeschaffungs- und
traditionellen Strukturanpassungsmaßnahmen, dies ist ein Minus von 3
Prozent. Die Abnahme ging auch zuletzt vor allem auf traditionelle
SAM zurück, während sich ABM nur wenig verringerten (-13 Prozent auf
9.100 bzw. -2 Prozent auf 54.100). Seit Jahresanfang haben insgesamt
5.200 Menschen eine derartige Tätigkeit aufgenommen, 10 Prozent
weniger als im Vorjahresmonat (ABM: -11 Prozent auf 4.500;
traditionelle SAM: -6 Prozent auf 700).
Der Teilnehmerbestand in Maßnahmen zur direkten Förderung
regulärer Beschäftigung hat zuletzt wieder abgenommen; er
unterschreitet immer noch den Stand des Vorjahres. Im Januar befanden
sich 103.200 Personen in solchen Tätigkeiten (ohne Arbeitnehmerhilfe;
-4 Prozent). Dabei lag vor allem die Zahl der mit
Eingliederungszuschüssen Beschäftigten weiterhin merklich unter dem
Vorjahreswert, wenngleich nicht mehr ganz so stark (-6 Prozent auf
51.100). Überbrückungsgeld wurde in ähnlicher Größenordnung in
Anspruch genommen (+1 Prozent auf 24.700), Beschäftigungshilfen für
Langzeitarbeitslose immer noch deutlich mehr (+14 Prozent auf
20.700). Im Berichtsmonat haben mit Unterstützung dieser Instrumente
(einschl. Arbeitnehmerhilfe) 11.100 Personen eine Beschäftigung
begonnen, 2 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Zur Abnahme
trugen insbesondere Beschäftigungshilfen für Langzeitarbeitslose und
Einstellungszuschüsse bei Neugründungen bei (-26 Prozent auf 1.500
bzw. -21 Prozent auf 500); dagegen wurden Eingliederungszuschüsse
deutlich und Überbrückungsgeld etwas stärker genutzt (+15 Prozent auf
4.800 bzw. +2 Prozent auf 4.200).
In Maßnahmen des Sofortprogramms zum Abbau der
Jugendarbeitslosigkeit befanden sich zuletzt 38.200 junge Menschen
(-27 Prozent). Die Arbeitsämter haben im Januar 1.200 Jugendliche in
die verschiedenen Maßnahmen gebracht (-6 Prozent).
Freie Förderung wird weiterhin deutlich stärker genutzt. Im Januar
wurden insgesamt 37.000 Leistungen bewilligt, mehr als doppelt so
viele wie vor einem Jahr (+124 Prozent). Ein Großteil des Zuwachses
entfällt auf Maßnahmen, die zu einem Internetzertifikat führen
(3.800).
In ähnlichem Umfang wie bisher wurde die vorruhestandsähnliche
Regelung gem. § 428 SGB III in Anspruch genommen. (Danach müssen
58-Jährige oder Ältere dem Arbeitsmarkt nicht mehr voll zur Verfügung
stehen und werden dann auch nicht mehr als Arbeitslose gezählt). Im
Berichtsmonat gab es unverändert ca. 110.000 derartige
Leistungsempfänger, praktisch gleich viele wie vor einem Jahr.
Dagegen lag die von der Bundesanstalt geförderte Altersteilzeit stark
über dem Vorjahresstand. Zuletzt befanden sich 31.000 Personen in der
Freistellungsphase (+57 Prozent).
III. Neue Länder
Keine Fortschritte am Arbeitsmarkt
Die Beschäftigung hat saisonbereinigt wohl auch im November nicht
zugenommen; dafür sprechen jedenfalls die Statistiken der
Sozialversicherung und die Entwicklung der Arbeitslosigkeit. Zudem
dürfte die Erwerbstätigkeit den Vorjahresstand weiterhin deutlich
unterschritten haben, was wohl auch dadurch beeinflusst wurde, dass
im November 61.000 Arbeitnehmer weniger in Beschäftigungschaffenden
Maßnahmen gefördert wurden (darunter: SAM OfW: -68.000; ABM: +9.000).
Die Arbeitslosigkeit entwickelte sich auch im Januar nicht
günstig. Saisonbereinigt hat sie sich nicht verändert, nach  -8.000
im Dezember und +2.000 im November. Dabei ist aber zu
berücksichtigen, dass der Einsatz arbeitsmarktpolitischer Instrumente
im Januar weniger stark abgenommen hat als meist in dieser
Jahreszeit. Stellt man dies in Rechnung, dürfte die so bereinigte
Arbeitslosigkeit zuletzt wieder leicht gestiegen sein, während sie
sich im Dezember und November etwas verringert hatte.
Teil 5 folgt

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