SAT.1

Spiegel TV-Reportage
Montag, 22. Juli 2002, 23.15 Uhr
Hitler und der Wagner-Clan - Götterdämmerung in Bayreuth

    Berlin (ots) - Winifred Wagner, die ,,Herrin von Bayreuth" und zu
Lebzeiten Freundin Adolf Hitlers, gilt heute als Symbol für eine
unverbesserliche Nazianhängerin. Erst die Söhne Wieland und Wolfgang,
so die landläufige Meinung, hätten die Bayreuther Festspiele nach dem
Krieg vom ,,braunen Mief" befreit und zu neuen künstlerischen Höhen
geführt.
    
    In Zusammenarbeit mit der Wiener Historikerin Dr. Brigitte Hamann
hat "Spiegel TV"-Autor Michael Kloft die Lebensgeschichte der
Winifred Wagner und die wechselvolle Geschichte der Bayreuther
Festspiele rekonstruiert. Mit unveröffentlichten Dokumenten,
Filmaufnahmen und Fotos sowie in Gesprächen mit Zeitzeugen, zeichnen
sie ein faszinierendes Bild von ,,Hitlers Bayreuth" und räumen mit so
mancher Legende auf. Denn Brigitte Hamanns Buch birgt einigen
Zündstoff. Die Verquickung zwischen Hitler und dem Wagner-Clan,
zwischen Macht und Kultur, wird erstmals in voller Schärfe deutlich.
    
    Schon in den 20er Jahren steht Bayreuth im Mittelpunkt eines
rechtsradikalen "Netzwerks", das den Aufstieg Hitlers nach Kräften
fördert und im Ausland immer wieder Finanzquellen für die Nazis
erschließt. Die junge Winifred, seit 1915 Ehefrau des homo-sexuellen
Komponistensohns Siegfried Wagner, pflegt eine innige Freundschaft zu
Hitler. Die Wagners sind überzeugte Antisemiten. Nach Siegfrieds
frühem Tod leitet Winifred die Festspiele, die 1933 nur Dank
finanzieller Unterstützung Hitlers dem Ruin entgehen.  Winifred
stirbt 1980 ungebrochen in ihrer Verehrung für Hitler. Bereitwillig
hat sie die Verantwortung für die dunklen Jahre der
FestspielGeschichte übernommen und damit ihren Kindern das Erbe
gerettet. Doch die Schatten der Vergangenheit sind bis heute nicht
gewichen.
    
    Zu Wort kommen in dieser einzigartigen Dokumentation außer
Brigitte Hamann u.a. Wolfgang Wagner, die Sängerin und
Wieland-Gefährtin Anja Silja und der Regisseur Hans-Jürgen Syberberg,
der 1975 seinen umstrittenen Interview-Film mit Winifred Wagner
drehte. Bislang unveröffentlichte Amateurfilme führen hinter die
Kulissen der weltberühmten Festspiele und zeigen den Wagner-Clan
privat.
    
    
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