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07.04.2000 – 10:21

Commerzbank Aktiengesellschaft

Wöchentlicher Börsenbericht der Commerzbank AG
Turbulenter Monatsauftakt am Aktienmarkt

    Frankfurt (ots)

Nervös und mit heftigen Kursrückschlägen startete der deutsche Aktienmarkt in den April. Die Schwäche an der amerikanischen Nasdaq strahlte auch auf die europäischen Märkte aus und verstärkte die Gewinnmitnahmen bei den "New Economy-Werten". Mit der Stabilisierung an den US-Märkten setzte sich auch in Deutschland zuletzt eine etwas freundlichere Tendenz durch. Für einen Paukenschlag sorgte zur Wochenmitte das überraschende Scheitern der Bankenfusion zwischen Deutscher Bank und Dresdner Bank, das Finanztitel belastetete. Insgesamt blieb der DAX im Wochenvergleich im Minus.

    Nach den Kursverlusten in den letzten zwei Wochen, die den DAX um fast 8% und den Nemax sogar um 28% zurückfallen ließen, dürfte das Schlimmste überstanden zu sein. Die zuvor überbewerteten TMT-Aktien haben mittlerweile ein Kursniveau erreicht, das zu vorsichtigen Rückkäufen veranlasste. Allerdings hat die Stärke der Konsolidierung den früheren Börsenoptimismus angekratzt. Deshalb erwartet die Commerzbank in den nächsten Wochen eher seitwärts tendierende Aktienkurse bei kräftigen Ausschlägen nach beiden Seiten. Mittelfristig stehen die Börsenampeln jedoch wieder auf grün: Die fortschreitende konjunkturelle Belebung und moderate Lohnabschlüsse, die sich zusammen mit Produktivitätsfortschritten günstig auf die Gewinnentwicklung der Unternehmen auswirken, sowie die anhaltende Fusionsfantasie und die anstehende Steuerreform werden als Gründe genannt. Bei Käufen empfiehlt die Commerzbank, die bisher vernachlässigten Chemie- und Pharmaaktien zu bevorzugen, wobei sie gute Kurschancen insbesondere bei Fresenius Medical Care sieht. Auch RWE, Preussag und DaimlerChrysler sowie Neue Markt-Fonds bieten interessante Anlageperspektiven.

    Lange Zeit freundlich präsentierten sich die Rentenmärkte in Euroland. Zum einen profitierten sie von Umschichtungen aus dem Aktienbereich, zum anderen schlossen sie sich der leichten Zinsentspannung in den USA an. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen sank auf unter 5,2%. Zum Wochenschluss kam es jedoch im Zuge eines erneuten Schwächeanfalls des Euro und stärker als erwartet gestiegenen Auftragseingängen zu einer Kehrtwende. In den nächsten Monaten sollten die Kapitalmarktzinsen  weiter leicht anziehen. Hierzu tragen das erwartete kräftige Wirtschaftswachstum in Euroland in diesem und kommendem Jahr sowie der Anstieg der Verbraucherpreise im Jahresdurchschnitt auf knapp 2% bei. Deswegen dürfte auch die Europäische Zentralbank noch im zweiten Quartal den Refinanzierungssatz erneut anheben. Außerdem wird sich Europa dem weiteren Zinsanstieg in den USA nicht entziehen zu können. Deshalb rechnet die Commerzbank bis zum Jahresende mit Kapitalmarktzinsen im Zehnjahresbereich von etwa 5,75%. Für private Anleger bleiben vor allem Euro-Zinstitel mit Laufzeiten bis zu drei Jahren interessant.

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