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8. Handelsblatt Jahrestagung zur Energiewirtschaft

Berlin (ots)

Auf der 8. Handelsblatt Jahrestagung zur
Energiewirtschaft - organisiert von der Euroforum Deutschland GmbH -
kamen in Berlin über 800 Teilnehmer zusammen, um Neues über den
europäischen Energiemarkt zu erfahren.
Liberalisierung der Märkte
Eine hundertprozentige Liberalisierung der Strom- und Gasmärkte
bis zum Jahr 2005 plant Loyola de Palacio , Kommissarin der
Europäischen Union (EU). Ein entsprechender Antrag soll beim nächsten
Treffen des Ministerrats und beim Europaparlament eingebracht werden.
Weiterhin unterstrich de Palacio die Notwendigkeit eines kompletten
Unbundling, das heißt nicht nur der verwaltungsmäßigen, sondern auch
der rechtlichen Trennung von Unternehmen der Stromerzeugung, der
Stromübertragung und des Verkaufs. Bundeswirtschaftsminister Werner
Müller (parteilos) begrüßte die Ankündigung von de Palacio einer
EU-weit beschleunigten Liberalisierung. Müller wies auch darauf hin,
dass eine rasche Umsetzung der Binnenmarktrichtlinien notwendig sei,
wozu die aktuelle Verbändevereinbarung nicht ausreiche. Er erwarte
aber, dass sich die Verhandlungspartner "doch noch zusammenraufen -
und zwar sehr bald." Ansonsten sehe er keine andere Möglichkeit, -
ähnlich wie im Bereich der Telekommunikation - eine
Regulierungsbehörde einzusetzen. Bisher sei Deutschland das einzige
Land, in dem die Stromrichtlinie mit einer Verbändevereinbarung
umgesetzt werden solle und nicht per Gesetz geregelt, sondern
vielmehr auf die Selbstverpflichtung der Verhandlungspartner gesetzt
werde. Ein Zustand, dem de Palacio "Blockadecharakter" zusprach, da
sich in den letzten drei Jahren nicht genügend getan hätte.
Müller stellte fest, dass sich beim Bundeskartellamt Klagen
beispielsweise gegen Verstöße gegen die Stromverbände-Vereinbarung
häuften. "Wenn auf dem Strommarkt das Wettbewerbsgeschehen nicht so
abläuft wie vereinbart, ist wahrscheinlich auf Dauer das Kartellamt
als Beobachter oder Regulator überfordert", sagte Müller. "Es kann
schon sein, dass ich der Aufforderung von Frau de Palacio folgen
muss, weil die Marktteilnehmer mich dazu zwingen." Für den Fall, dass
sich die Marktteilnehmer nicht rasch einigen, forderte die
energiepolitische Sprecherin von Bündnis90/Die Grünen, Michaele
Hustedt, die Einsetzung einer Regulierungsbehörde, um für eine
geeignete Netzzugangsregelung zu sorgen und damit einen
funktionierenden Wettbewerb zu sichern. Laurenz Meyer,
CDU-Generalsekretär betonte die Notwendigkeit einer europäischen
Gesamtstrategie. Er sprach sich weiterhin für mehr Anreize im Bereich
der erneuerbaren Energien aus, wobei er aber auch das Festhalten an
der Kernenergie als Beitrag zum Klimaschutz betonte. Eine massive
Senkung des CO2-Ausstosses verspricht sich Hustedt dahingegen weniger
vom Festhalten an Atomkraft, sondern durch eine Förderung
regenerativer Energien, Energieeinsparung und einer effiziente
Nutzung fossiler Energien. Weiterhin spiele nach Meinung Hustedts der
geplante Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) eine wichtige Rolle.
Distanziert zeigte sich dahingegen Müller zu der geplanten
Quotenregelung zur Förderung der KWK. .Er betonte aber, dass die
vorgesehene Regelung der Bundesregierung auf eine Reduzierung der
CO2-Emissionen ziele. Dies bedeute aber nicht zwangsläufig eine
Verdopplung des KWK-Anteils an der Stromerzeugung. Müller verwies in
diesem Zusammenhang auf das Angebot Schröders an die
Energiewirtschaft, einen Alternativvorschlag zur Senkung der
CO2-Emmission um 23 Millionen Tonnen, die durch den KWK-Ausbau
eingespart werden könnten, einzureichen.
Umweltschutz
Zum Thema Umweltschutz merkte Müller an, dass es nicht anginge,
kostengünstigen Strom aus osteuropäsichen Ländern zu importieren,
wenn dort unsauber oder unsicher produziert werde und dafür in
Deutschland umweltfreundliche Anlagen geschlossen würden. Müller
forderte die Europäische Kommission auf, bei Stromimporten eine
ökologische Reziprozität sicherzustellen oder Importe von
"schmutzigem Strom" zu verhindern. Ansonsten seien entsprechende
nationale Gesetze erforderlich.
Den Fokus auf Energie und Umwelt legte auch Manfred Remmel,
Vorstandsmitglied der RWE AG. Nach der Fusion mit VEW habe sich RWE
in Richtung Multi Utilitiy neu orientiert, das Kerngeschäft bestehe
nun aus vier Bereichen: Strom, Gas, Wasser & Abwasser sowie Abfall &
Recycling. In Zusammenarbeit mit Siemens und MTU wurden im Rahmens
eines Brennstoffzellenprojekts zwei Demoanlagen zur Erprobung
unterschiedlicher Technologien errichtet. Remmel erwartet, dass
langfristig zehn Prozent des Strombedarfs mit umweltfreundlicher
Brennstoffzellentechnologie gedeckt werden können.
Internationale Energiemärkte
Dr. Otto Majewski (stv. Vorstandsvorsitzender der Eon Energie AG)
merkte zum Thema "Multi Utilitiy" an, dass RWE hier einen Schritt
weiter sei, der Rückstand aber zügig aufgeholt werden solle. Eon
wolle sich wie RWE eine Position im britischen Markt verschaffen.
Erste Gespräche führe Eon diesbezüglich mit PowerGen, dem
drittgrössten Strom- und Gasversorger Großbritanniens; diese Meldung 
bestätigte der Vorstand des Eon-Konzerns Ulrich Hartmann.
Die Entscheidung des Bundeskartellamtes zur geplanten Übernahme
der Vereinigten Energiewerke (Veag) durch die Hamburgischen
Electricitätswerke wurde von Dr. Manfred Timm (Vorstandsvorsitzender
HEW) heftig kritisiert. Das Bundeskartellamt hatte eine Nachbesserung
des Angebots verlangt, aber signalisiert, dass sich die Einstellung
ändere, sobald die Bewag hinzugenommen werde. Auch
Bundeswirtschaftsminister Müller hatte sich in Berlin von der
Argumentation des Kartellamtes distanziert.
Positiv sieht dahingegen der geplante Einstieg der Electricité de
France EdF in die Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) aus: Loic
Capéran zeigte sich zuversichtlich von Mario Monti
(Wettbewerbskommissar) grünes Licht für die Übernahme von 34,5
Prozent des EnBW-Kapitals zu erhalten. Capéran kündigte an, die
Vorgaben Montis, den heimischen Markt zu öffnen, zu erfüllen.
Ausländische Konkurrenten könnten zukünftig 150 Terrawattstunden
(TWh) bei den französischen Industriekunden absetzen. "Frankreich ist
kein geschlossenes Land mehr" sagte Caperan am Mittwoch auf dem
Handelsblatt-Kongress in Berlin. Rund ein Drittel des französischen
Marktes seien offen für andere Unternehmen. Zudem sei geplant, die
bislang geltende Mindesstrommenge in Höhe von 16 Gigawattstunden
abzusenken, ab der französische Kunden von ausländischen Konzernen
Strom beziehen könnten. Für Großkunden seien die Preise um 15 Prozent
gesunken. Offen blieb jedoch, wie der Zugang in den französischen
Markt erfolgen solle.
Ansprechpartner für die Redaktion
Handelsbaltt-Veranstaltung
c/o EUROFORUM Deutschland GmbH
Claudia Büttner
Leitung. Presse-/Öffentlichkeitsarbeit
Hans-Günther-Sohl-Str. 7
40235 Düsseldorf
Telefon: +49 211.96 86-592
Fax: +49 211.96 86-94 592
Email:  claudia.buettner@euroforum.com
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