Deutscher Bauernverband (DBV)

DBV kritisiert Trittins Eckpunkte zur Novellierung des Bundesnaturschutzgesetzes
Deutscher Bauernverband anlässlich des Deutschen Naturschutztages

    Bonn (ots) - Die deutschen Land- und Forstwirte bewirtschaften
über 30 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche nach speziellen
naturschutzfachlichen Gesichtspunkten auf vertraglicher Basis.
Hiermit leistet die Landwirtschaft einen entscheidenden Beitrag zur
Pflege und Erhaltung der Kulturlandschaft sowie der Arten- und
Biotopvielfalt. Dieses Engagement gilt es zu fördern, erklärte der
Deutsche Bauernverband (DBV) anlässlich des Deutschen
Naturschutztages, der vom 7. bis zum 9. Juni 2000 in Bamberg
stattfindet.
    
    Das erst 1998 novellierte Bundesnaturschutzgesetz bevorzuge
zurecht den Vertragsnaturschutz gegenüber verwaltungsrechtlichen
Auflagen und regele den verbindlichen Ausgleichsanspruch für erhöhte
Anforderungen gegenüber einer Nutzung nach der guten fachlichen
Praxis in der Land- und Forstwirtschaft. Diese Regelungen müßten erst
auf Länderebene in die Tat umgesetzt werden, damit die Akzeptanz und
Wirksamkeit des Naturschutzes sowohl in der Land- und Forstwirtschaft
erhalten bleibe, betonte der DBV. Deshalb werden derzeit Änderungen
des Bundesnaturschutzgesetzes entschieden abgelehnt, wie das
DBV-Präsidium in seiner Februarsitzung bereits erklärt hat.
    
    Die Eckpunkte einer Novelle des Bundesnaturschutzgesetzes, die
Bundesumweltminister Jürgen Trittin anlässlich des Deutschen
Naturschutztages vorstellte, würden die erfolgreiche Kooperation
zwischen Landwirtschaft und Naturschutz gefährden. Die in den land-
und forstwirtschaftlichen Fachgesetzen geregelte gute
landwirtschaftliche Praxis sichere ein möglichst konfliktfreies
Nebeneinander von Nahrungsmittelerzeugung, von Natur-, Wasser- und
Emissionsschutz sowie von Ansprüchen der Gesellschaft bei Freizeit
und Erholung. Betreiberpflichten im Naturschutz werden vom
Bauernverband dagegen strikt abgelehnt. Naturschutz sei eine Aufgabe
der gesamten Gesellschaft und dürfe nicht zu Lasten der Landwirte
durchgeführt werden. Auch das geplante Biotopverbundsystem mit 10
Prozent der Landesfläche stößt auf Ablehnung, denn es verstärke den
auch von Trittin beklagten Flächenverbrauch in Deutschland. Damit
werde durch den Naturschutz die schon bestehende Flächenkonkurrenz
verstärkt.
    
    Es stelle sich auch die entscheidende Frage, wie die
weitreichenden Forderungen des Bundesumweltministers im Naturschutz
angesichts leerer Kassen der Länder und des Bundes langfristig zu
finanzieren seien. Hierzu habe Trittin bisher keine Vorschläge,
kritisierte der DBV.
    
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