Frankfurt: ÖPNV deutlich teurer - Tagesticket steigt um 45 Prozent | Pressemeldung des ADAC Hessen-Thüringen
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Der ADAC hat die Ticketpreise im Öffentlichen Personennahverkehr in 25 deutschen Großstädten verglichen. Das Ergebnis: Die Preise sind in den vergangenen fünf Jahren durchschnittlich um 27 Prozent gestiegen – und damit etwas stärker als die Inflation. Das Deutschlandticket für 63 Euro monatlich beeinflusst zunehmend die Tarifgestaltung der Verkehrsverbünde. In Frankfurt zeigen sich sowohl Stärken als auch Handlungsbedarf.
Frankfurt im Mittelfeld positioniert
Bei den Einzeltickets liegt Frankfurt mit 3,80 Euro knapp über dem bundesweiten Durchschnitt von 3,68 Euro. Günstiger fährt man in Erfurt (2,90 Euro), teurer in Augsburg und München (jeweils 4,20 Euro). Das Tagesticket in Frankfurt kostet 7,75 Euro und bewegt sich damit im mittleren Bereich – deutlich günstiger als in Berlin (11,20 Euro), aber teurer als in Bielefeld (6,70 Euro).
Wochenticket: Attraktive Alternative verfügbar
Frankfurt gehört zu den 15 von 25 untersuchten Städten, die überhaupt noch ein Wochenticket anbieten. Mit 33,20 Euro liegt die Mainmetropole hier im Mittelfeld. Vor fünf Jahren war diese Ticketart noch in fast allen Städten erhältlich – heute haben viele Verkehrsverbünde sie aus dem Sortiment genommen.
Monatsticket unter Druck
Das klassische Monatsticket im Tarifgebiet 5000 kostet in Frankfurt 115,70 Euro und liegt damit deutlich über dem Deutschlandticket (63 Euro). Nur in München (71,40 Euro) und einigen ostdeutschen Städten sind Monatstickets günstiger. Die teuersten Angebote finden sich in Bonn und Köln mit jeweils 140,50 Euro.
Preisanstieg übertrifft Inflation
Besonders deutlich wird die Entwicklung beim Tagesticket: Hier verzeichnete Frankfurt seit 2021 einen Preisanstieg von 45 Prozent, das ist der höchste Wert aller untersuchten Städte. Im Vergleich lag die kumulierte Inflation im selben Zeitraum bei 22 Prozent. Bei Einzeltickets kletterte der Preis in Frankfurt um 38 Prozent, bei Monats- und Wochentickets um 24 Prozent.
ADAC fordert Anpassung
„Die Verkehrsverbünde stehen vor der Herausforderung, ihre Tarife im Kontext des Deutschlandtickets neu zu strukturieren und dabei die Einnahmen auf gleichem Niveau zu halten", erklärt Lukas Berkel, Verkehrsexperte des ADAC Hessen-Thüringen. „In Frankfurt sehen wir zwar bei Wochen- und Monatstickets attraktive Zusatzleistungen wie die Mitnahme weiterer Personen, doch der enorme Preissprung beim Tagesticket ist kritisch zu sehen. Hier erwarten wir eine stärkere Orientierung an den Bedürfnissen der Gelegenheitsnutzer."
Der ADAC begrüßt, dass das Deutschlandticket von Bund und Ländern bis 2030 finanziell abgesichert wurde. Dies schafft Planungssicherheit für Verkehrsverbünde, ihre Tarifangebote grundlegend zu überprüfen und den verschiedenen Nutzergruppen besser gerecht zu werden.
Methodik der Erhebung
Für den bundesweiten Preisvergleich wurden 25 Großstädte mit schienengebundenem ÖPNV untersucht. Verglichen wurden Einzel-, Tages-, Wochen- und Monatstickets für einen Erwachsene in der Standard-Version für das jeweilige Stadtgebiet. In Frankfurt bezieht sich die Erhebung auf das Tarifgebiet 5000. Preissteigerungen beziehen sich auf die 21 Städte, die bereits 2021 untersucht wurden.
Für die Recherche hat der ADAC KI-Tools verwendet. Mit deren Hilfe wurden die Ticketpreise im Januar und Februar 2026 auf den Webseiten der Verkehrsverbünde erhoben. Anschließend wurden die Daten jeweils von internen Mitarbeitern überprüft und gegebenenfalls korrigiert.
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