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„Der Artenjäger vom Amazonas“: Porträt eines Entdeckers und Querdenkers Sendetermin: Mittwoch, 16. Juni, 20.15 Uhr, NDR Fernsehen

    Hamburg (ots) - Die Zeit der großen Entdeckungen im Tierreich ist vorbei - wer das glaubt, kennt Marc van Roosmalen noch nicht. Der niederländische Biologe hat im brasilianischen Amazonien eine „terra incognita“ aufgetan, in der es von neuen Tierarten nur so wimmelt: Allein in den vergangenen acht Jahren hat er mehr als 20 neue Affenarten entdeckt, so viele wie kein Mensch zuvor - etwa ein Zehntel aller weltweit bekannten. Dazu fünf Vögel, ein Zwergstachelschwein und etwa 30 Pflanzen. Für seine Verdienste wurde er daher vielfach ausgezeichnet, das amerikanische Magazin „Time“ kürte ihn gar zum „Heroe for the Planet“.

    Doch Marc van Roosmalen ruht sich nicht auf seinen Lorbeeren aus. Das Fell eines neuen Hirschs und der Schädel einer Zwergseekuh liegen bereits in einem Haus in Manaus. Menschen, die in der Nähe seines Tierparadieses am Rio Aripuaná leben, hatten ihm zudem von einer weiteren neuen Art erzählt: einem Nabelschwein, auch Pekari genannt.

    In seinem Film „Der Artenjäger vom Amazonas“ porträtiert Lothar Frenz einen der letzten großen Entdecker der Erde, einen Querdenker, der immer wieder durch sein kompromissloses Eintreten für die Natur mit der brasilianischen Bürokratie aneinander gerät. Das Team begleiten ihn auf seiner neuen Expedition zum Rio Aripuaná. Am Ende gelingt den Filmern das Unglaubliche. Sie bekommen die neue Pekari- Art vor die Kamera – das größte Nabelschwein Südamerikas hat sich bis jetzt vor der Wissenschaft verbergen können. Es ist die erste Entdeckung eines landlebenden Großsäugers seit etwa zehn Jahren - eine zoologische Sensation! Auch für den Artenjäger Marc van Roosmalen. Für ihn bleibt es ein großes Wunder, eine neue Tierart zum allerersten Mal zu sehen.

Dr. Marc van Roosmalen Berufsbiografie

    Der niederländische Wissenschaftler Dr. Marc G. M. van Roosmalen (Botaniker, Primatologe, Ökologe) arbeitet seit 1986 am National Institute for Amazon Research (INPA) in Manaus, Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaates Amazonas.

    Die Feldarbeit im Rahmen seiner Promotion führte Dr. van Roosmalen in Suriname (Republik im nördlichen Südamerika) durch, wo er alle acht in Suriname lebenden Primatenarten in synökologischer und die Spezies des „black spider monkey“ (Ateles paniscus) in autoökologischer Perspektive erforschte. Nach erfolgreichem Abschluss seines Ph.D. widmete er sich einem Projekt zur Erforschung des Zusammenhanges zwischen der Saatmenge und der Saatverteilung bei bestimmten Pflanzen und dem Konsum der Saat bzw. der Sämlinge durch Wirbeltiere in Französisch Guiana.

    Seit 1986 arbeitet Dr. van Roosmalen für die brasilianische Regierung an einer Reihe von Studien über die Früchte im Pflanzenreich des Amazonas. Gefördert wird seine Arbeit von der Conservation International-US, der Margot Marsh Biodiversity Foundation, dem Amazon Conservation Team, dem niederländischen Komitee der World Conservation Union (IUNC) und der Niederländischen Botschaft in Brasilien. Als wissenschaftlicher Berater war Dr. van Roosmalen bisher an der Produktion von vier Survival/Anglia- Naturfilmen („Creatures of the Magic Waters“; „Web of the Spider Monkey“; „Gremlins: Faces in the Forest“ und „Wild Cats of the Amazon“) beteiligt.

    Autor Lothar Frenz steht Ihnen gern für Interviews zur Verfügung unter der Tel.-Nr. 040/8515 7619. Fotos in Druckqualität gibt es unter www.ard-foto.de, Passwort erhältlich über die NDR Fotoredaktion (Tel.: 040/4156-2306).

14. Juni 2004

ots-Originaltext: NDR Norddeutscher Rundfunk

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