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03.03.2020 – 11:32

NDR Norddeutscher Rundfunk

Drei Grimme-Preise für NDR

Hamburg (ots)

Drei NDR Produktionen und Koproduktionen bekommen einen Grimme-Preis 2020. Im "Wettbewerb Fiktion" werden Darstellerin Iris Berben, Regisseur Dominik Graf und Autorin Beate Langmaack für den NDR/ARTE-Film "Hanne" geehrt. Die NDR Autoren Nadia Kailouli und Jonas Schreijäg bekommen die renommierte Auszeichnung im "Wettbewerb Info & Kultur" für ihren Dokumentarfilm "SeaWatch3". Im gleichen Wettbewerb erhält Alice Agneskirchner für die Dokumentation "Wie 'Holocaust' ins Fernsehen kam" (WDR/NDR/SWR) einen Grimme-Preis.

NDR Intendant Joachim Knuth: "Alle drei Produktionen zeigen hervorragend, wie gesellschaftlich relevante und umstrittene Themen berührend und packend umgesetzt werden können. Ich gratuliere den Preisträgerinnen und Preisträgern und allen, die an diesen Filmen beteiligt waren und sie möglich gemacht haben, sehr herzlich!"

In "Hanne" spielt Iris Berben eine Frau, die bei einer medizinischen Routineuntersuchung mit dem Verdacht auf eine schwere Krankheit konfrontiert wird. Sie entschließt sich, das Leben in der ihr verbleibenden Zeit radikal anders anzugehen als bisher. "Im Fernsehfilm kommen Frauen über 60 kaum vor, und wenn doch, dann als Klischee? 'Hanne' liefert den seltenen Gegenbeweis. Und der fällt in einer formidablen Zusammenarbeit von Schauspielerin Iris Berben, Drehbuchautorin Beate Langmaack und Regisseur Dominik Graf so ernsthaft wie verspielt aus, so leichtfüßig wie abgründig, so stürmisch wie warmherzig", urteilte die Jury. Die Redaktion hatten Christian Granderath und Sabine Holtgreve (NDR) sowie Andreas Schreitmüller (ARTE). "Hanne" ist eine Produktion der Provobis Gesellschaft für Film und Fernsehen. Das Erste zeigte den Film im Juni vergangenen Jahres. Hauptdarstellerin Iris Berben bekommt in diesem Jahr als "beste Schauspielerin" u. a. für den "berührenden TV-Film 'Hanne'" auch die Goldene Kamera. Mit Dominik Graf und Beate Langmaack arbeitet der NDR derzeit an einem Nachfolgeprojekt.

Die NDR Autorin Nadia Kailouli und NDR Autor Jonas Schreijäg waren 21 Tage lang an Bord der "Sea Watch 3": vom Auslaufen und der Rettung von 53 Menschen bis zur Verhaftung der Kapitänin Carola Rackete im Hafen von Lampedusa. Wie kam es so weit? Was ist in den drei Wochen auf See passiert? Das alles haben die Filmemacher dokumentiert und in mehreren Beiträgen verarbeitet. Den Grimme-Preis bekommen die beiden für ihren 111-minütigen Dokumentarfilm "SeaWatch3" im NDR Fernsehen. Aus der Begründung der Jury: "'SeaWatch3' ist ein doppelter Glücksfall des Dokumentarischen. Am Anfang steht das Reporterglück, exklusiv zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein - dann aber folgt das bedeutsamere Glück, das Gefundene auch filmästhetisch der Wahrheit verpflichtet zum Sprechen zu bringen. Kailouli und Schreijäg gelingt mit ihrer dramaturgisch herausragend gebauten Chronik ein Dokument von starker Relevanz. Sowohl die Psychologie der Migrant*innen als auch die der Crew, die Warterei, das Quälende, der Aufbruch und die Dramatik der Ankunft werden in einer fast thrillerartig verdichteten Intensität, in einer Tiefe und einem Farbenreichtum gezeigt, die ihresgleichen suchen. Geschickt nimmt "SeaWatch3" auch die Rolle der berichtenden Medien auf - und wenn man hier nichts über die Notwendigkeit freier Presse erfährt, wo dann?". Die Redaktion für den Dokumentarfilm, eine Gemeinschaftsproduktion von STRG_F, Panorama und NDR Dokfilm, hatten Anna Orth und Timo Großpietsch. Er ist zu sehen unter http://ots.de/4eMXbm .

Von der Entstehung und den Dreharbeiten, die das Schicksal der fiktiven jüdischen Familie Weiss erzählt, über die Ausstrahlung 1978/79 bis zu den Reaktionen in Deutschland erzählt Filmemacherin Alice Agneskirchner in "Wie 'Holocaust' ins Fernsehen kam". Für ihr "Making of" - im Januar 2019 war die Serie nach 40 Jahren erneut zu sehen - sprach Alice Agneskirchner mit Regisseur Marvin J. Chomsky, Produzent Robert Berger, Schauspielerinnen und Schauspielern und dem ehemaligen WDR-Fernsehspielchef Günter Rohrbach. "Auf instruktive Weise ist es Alice Agneskirchner gelungen, der Vielschichtigkeit der Serie als fiktionales Produkt, ihrer Ausstrahlung als Medienereignis und deren Wirkung als eine Art Quantensprung in der Bewusstseinswerdung des Holocaust in der bundesdeutschen Gesellschaft gerecht zu werden und alle diese Aspekte in ihrer Komplexität darzustellen und zu vermitteln", so die Jury. Die Redaktion hatte im NDR Christoph Mestmacher, Produzent war Hanfgarn & Ufer.

Der 56. Grimme-Preis wird am Freitag, 27. März, in Marl verliehen. 3sat überträgt die Preisgala ab 19.15 Uhr im Livestream auf www.3sat.de, zeitversetzt ab 22.40 Uhr im Fernsehen.

Pressekontakt:

Norddeutscher Rundfunk
Presse und Information
Iris Bents
Tel.: 040 / 4156-2304
Mail: i.bents@ndr.de
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