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NDR Hamburg-Welle 90,3: Migräne-Patienten dramatisch unterversorgt

    Hamburg (ots) - Rund 270.000 Menschen in Hamburg leiden an Migräne oder chronischem Kopfschmerz. Aber rund die Hälfte von ihnen wird nicht richtig ärztlich behandelt und versorgt. Nach Recherchen der NDR Hamburg-Welle 90,3 entsteht dadurch allein in der Hansestadt jedes Jahr ein volkswirtschaftlicher Schaden in einer geschätzten Größenordnung von 180 Millionen Mark, verursacht z.B. durch Arbeitsunfähigkeit und Behandlungskosten unsachgemäßer Selbstmedikation.

    Zwei Drittel der an Migräne Erkrankten sind Frauen. Grund für ihren überdurchschnittlichen Anteil sind hormonelle Einflüsse. Aber auch rund fünf Prozent der Kinder leiden bereits an Migräne.

    Problematisch ist nach Angaben des renommierten Hamburger Schmerztherapeuten Dietrich Jungck, dass zunehmend mehr Migräne-Opfer aus Verzweiflung zur Selbstbehandlung greifen. Viele von ihnen nehmen sogenannte Kombinations-Schmerzmittel. Fatale Konsequenzen: Immer mehr Menschen werden von solchen Kombi-Präparaten abhängig. Bei vielen ruiniert die Einnahme über einen längeren Zeitraum die Nieren, so dass regelmäßige Blutwäschen erforderlich werden. Bereits heute muss weit mehr als ein Drittel der Dialyse-Patienten in Folge von Schmerzmittel-Konsum zur Blutwäsche kommen.

    Schmerztherapeuten setzen Kombinations-Schmerzmittel wegen ihrer Gefährlichkeit schon lange nicht mehr ein, so Jungk zu 90,3-Reporter Bernd Seguin. Jungk sieht für Migräne-Kranke dennoch die Aussicht auf Linderung ihrer Beschwerden: Durch eine richtige Diagnostik und eine regelmäßige Behandlung lasse sich ihre Lebensqualität deutlich verbessern. Das gehe allerdings nicht ohne die aktive Mithilfe der Patienten - häufig sei eine Veränderung der Lebensweise nötig. So sei es wichtig, ausreichend Sport zu treiben und einen richtigen Schlaf-Wach-Rhythmus einzuhalten.


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