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Hamburger Landesdatenschützer Caspar stellt Strafantrag gegen Easycash-Tochter

Hamburg (ots) - Der Hamburgische Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar hat Strafantrag gegen eine Tochterfirma des Zahlungsdienstleisters Easycash gestellt. Caspar wirft dem Unternehmen Easycash Loyalty Solutions vor, personenbezogene Daten unzulässig und "in Bereicherungsabsicht" gespeichert zu haben. Die Firma soll Bankdaten von Kunden widerrechtlich von der Mutterfirma Easycash aus Ratingen erhalten haben, um sie mit Kundenkartendaten abzugleichen und dem Handel umfangreiche Analysen anzubieten. Das Unternehmen habe nach Angaben von Caspar die Datenübertragung in einem Fall eingeräumt, dennoch sei noch vieles unklar: "Die Fragen sind: Welche Daten hat Easycash von der Mutterfirma erhalten? Wo liegen die Daten jetzt? Welche Daten hat die Firma mit eigenen Daten aus Kundenkarten abgeglichen?"

Caspar wirft Easycash Loyalty Solutions zudem vor, auf Zeit zu spielen. Die Firma habe eine Anfrage des Hamburgischen Datenschutzbeauftragten bislang nicht beantwortet und sich noch mehr Zeit erbeten. "Das war für mich der Grund, nicht länger zu warten und Strafantrag zu stellen", erklärte Caspar. In der gleichen Angelegenheit hatte der Landesdatenschutzbeauftragte von Nordrhein-Westfalen, Ulrich Lepper, bereits vergangenen Freitag Strafantrag gegen die Mutterfirma Easycash gestellt. Easycash hatte zuvor behauptet, die Daten seien nur in verschlüsselter Form nach Hamburg übertragen worden. "Dann allerdings nach zeitgleicher Prüfung meines Düsseldorfer Kollegen Lepper haben wir erfahren, dass es doch offensichtlich unverschlüsselte Daten gibt, die von dort nach Hamburg transferiert wurden", so Caspar auf NDR Info.

Easycash hat nach eigenen Angaben bis zu 50 Millionen EC-Karten zusammen mit deren Umsätzen und Einsatzorten gespeichert. In einer Präsentation hatte die Hamburger Tochterfirma dem Handel angeboten, diese EC-Kartendaten zusammen mit den Daten von 14 Millionen Kundenkarten abzugleichen, die Easycash Loyalty Solutions betreut. So könnten Unternehmen genau verfolgen, was ihre Kunden bei anderen Firmen kaufen, welche Produkte sie bevorzugen und wie viel Geld sie ausgeben. In mindestens einem Fall wurden einer Handelskette im Frühjahr 2010 solche Auswertungen geliefert.

Easycash hatte lediglich eingeräumt, im Jahr 2009 Daten übertragen zu haben. Eine Verknüpfung von EC- und Kundenkartendaten habe jedoch nie stattgefunden, so das Unternehmen.

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20. Oktober 2010 / RC

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