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25.07.2000 – 08:53

Verband kommunaler Unternehmen e.V. (VKU)

Stadtwerke wehren sich gegen Attacken der Verbundunternehmen

    Köln (ots)

Die ostdeutschen Landesgruppen des Verbandes
kommunaler Unternehmen (VKU) sehen die gerade erst angelaufene
Förderung für die umweltfreundliche Kraft-Wärme-Kopplung und den
langfristigen Ausbau gefährdet.
    
    Hintergrund sind neuerliche Attacken der durch ihre Fusionen
erstarkten Energieriesen E.on und RWE gegen die beabsichtigte
Förderung. Nach Plänen der Bundesregierung soll der KWK-Anteil an der
deutschen Stromerzeugung bis zum Jahr 2010 auf 25 % ausgebaut werden.
    
    Die ostdeutschen VKU-Landesgruppen begrüßen die Absicht der
Bundesregierung als notwendigen Schritt zur Sicherung des Wettbewerbs
und zur Erhaltung einer ressourcenschonenden Strom- und
Wärmeerzeugung.
    
    Für die Stadtwerke sind die dezentralen Erzeugungskapazitäten ein
bedeutendes Standbein im Wettbewerb, um beim Strombezug nicht
vollkommen in die Abhängigkeit der Verbundunternehmen zu geraten, die
durch ihre Fusionen nunmehr eine marktbeherrschende Stellung
einzunehmen drohen. Die neu entstandenen Energiekonzerne E.on und RWE
kontrollieren bereits über 77 % der Stromabgabe in Deutschland,
während die kommunalen KWK-Anlagen gerade 7 % bei der Stromabgabe und
einen etwa gleich hohen Anteil bei der Wärmeversorgung abdecken. Der
VKU sieht in dem Vorstoß der beiden Verbundunternehmen einen
durchsichtigen Versuch, um unliebsame Konkurrenten in ihre
Abhängigkeit zu bringen.
    
    Die enormen Überkapazitäten in der Stromerzeugung, die E.on und
RWE gegen die KWK-Förderung anführen, stellen ein direktes Problem
der Verbundunternehmen dar. Die Kapazitäten der dezentralen
KWK-Anlagen sind hingegen mit den spezifischen Bedürfnissen der
Gemeinden gewachsen und auf deren Strom- und Fernwärmebedarf
abgestimmt. Die Überkapazitäten in Deutschland und Europa führen
jedoch zu Dumpingpreisen beim Strom, wodurch die aufeinander
abgestimmte Parallelerzeugung von Strom und Wärme in KWK-Anlagen
gefährdet wird.
    
    Der Strompreisverfall führt so zu einer Gefährdung der wohl
wichtigsten ökologischen Zukunftsoption für eine rationelle
Energieverwendung. Im Vergleich zur getrennten Erzeugung von Strom
und Wärme lässt sich durch KWK eine Primärenergieeinsparung von bis
zu 30 % erreichen. Kein zweiter Prozess weist eine so hohe
Energieeffizienz auf.
    
    Mit dem Ausstieg aus der Atomenergie werden absehbar nicht nur die
beklagten Überkapazitäten abgebaut, sondern auch Ersatzkapazitäten
erforderlich. Der Ausbau des KWK-Anteils ist deshalb und auch unter
dem Aspekt der Kyoto-Verpflichtungen logischer Folgeschritt des
geplanten Atomausstiegs.
    
    Die KWK-Technologie bedarf deshalb in liberalisierten Märkten und
bei gleichzeitiger Einhaltung ökologischer Ziele besonderer
Rahmenbedingungen, die auch schon in der Vergangenheit durch
Kommunen, Länder und der Bund gemeinsam verfolgt wurden. Der von der
Bundesregierung angestrebte langfristige Erhalt und Ausbau der KWK
stellt eine wegweisende Entscheidung für den Einstieg in eine
effiziente und zukunftsorientierte Energiewirtschaft dar. Hierbei ist
der Erhalt und der Ausbau der KWK gerade für die neuen Bundesländer
von besonderer Bedeutung, weil dort über 30 % der Wohnungen mit der
umweltfreundlichen Fernwärme beheizt werden. Die ostdeutschen
VKU-Landesgruppen appellieren deshalb nachdrücklich an die
Bundesregierung, den eingeschlagenen Kurs beizubehalten.
    
    
ots Originaltext: Verband kommunaler Unternehmen (VKU)
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Rückfragen an:
Rosemarie Folle
VKU, Köln
Telefon: 0221/3770-204
FAX:        0221/3770-266

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