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ASB-Ärzte schaffen Zeit für Patienten im Nordirak
Hilfe im Nordirak

Die FAST'Ler des ASB optimierten die Strukturen der Gesundheitsstationen, führten Behandlungsrichtlinien und Hygienepläne ein. Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/pm/6532 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/ASB-Bundesverband/ASB/Ferdinand Hofer"

Köln (ots) - Vier Mitarbeiter aus dem FAST-Team (First Assistance Samaritan Team) des ASB unterstützten in den vergangenen vier Wochen die Gesundheitsstation im nordirakischen Flüchtlingscamp Berseve. Der Einsatz der Helfer erfolgte im Rahmen eines ASB-Projektes zur Unterstützung der Flüchtlinge im Nordirak. Die lokalen Gesundheitsbehörden (DoH) hatten den ASB zuvor um Unterstützung für die Strukturierung der Abläufe in den Gesundheitsstationen gebeten.

Die erfahrenen Einsatzkräfte aus Köln, Berlin, Dortmund und Tübingen sind selbst Ärzte oder Rettungsassistenten. "Wir haben in den vergangenen vier Wochen die Behandlungsqualität verbessert. Statt wie bisher 300 Patienten, werden jetzt nur noch 150 pro Tag behandelt", erklärt Ferdinand Hofer nach seiner Rückkehr. "So haben die Ärzte Zeit, sich wirklich um ihre Patienten zu kümmern, sie gewissenhaft zu untersuchen, zu diagnostizieren und zu behandeln."

Zu den häufigsten Erkrankungen gehören Hautinfektionen sowie Atem- und Harnwegsinfektionen. Deren Behandlung wurde an die lokalen Gegebenheiten angepasst, um daraus Behandlungsrichtlinien zu erstellen und auch Medikamente und medizinisches Equipment an diese Richtlinien anzupassen. Außerdem erstellten die FAST'ler einen Hygieneplan und schulten das lokale Personal. Auch viele kleinere Projekte wurden umgesetzt, wie beispielsweise die Erfassung chronisch kranker Patienten oder das Screening von Kleinkindern auf Unterernährung. Die in der Gesundheitsstation in Berseve erarbeiteten Strukturen dienen nun als Modellprojekt für weitere Camps.

"Wir haben viel mit den Menschen hier gesprochen. Einige haben uns von ihren traumatischen Erfahrungen berichtet", erzählt Ferdinand Hofer. "Es gab Patienten, die in Gefangenschaft des IS waren oder Angehörige haben, die noch gefangen sind. Von den Rückkehrern hört man grausame Geschichten. Das Leid und die Angst sind einfach allgegenwärtig." Um zukünftig auch diesen Menschen bestmöglich zu helfen, plant der ASB den Aufbau eines Zentrums zur psychosozialen Betreuung von Traumatisierten.

Der Vormarsch der IS-Truppen hat seit Januar 2014 im Irak und Syrien große Wellen von Flüchtlingsströmen ausgelöst. Die meisten Menschen konnten nur mit dem fliehen, was sie am Leibe trugen. Hinzu kommt, dass die meisten Familien, vor allem in den Camps, über keine eigenen Einkommensmöglichkeiten verfügen und fast komplett von externer Hilfe abhängig sind. Sie werden größtenteils von Hilfsorganisationen, den Vereinten Nationen, der kurdischen Bevölkerung und der Regierung versorgt. Der ASB arbeitet derzeit in den Flüchtlingscamps Berseve I und II in der Nähe von Zakho an der türkisch-irakischen Grenze. In Berseve I befinden sich seit Mitte Dezember mehr als 11.000 Menschen. In Berseve II leben 1.522 Familien (rund 10.000 Personen). Beide Camps sind damit voll ausgelastet.

In der Region Dohuk kommen auf 1,4 Millionen Einwohner etwa 800.000 Flüchtlinge. Die UN und die vor Ort tätigen Nichtregierungsorganisation schätzen aber, dass diese Zahl mit dem Beginn der Offensive auf Mossul steigen wird.

Achtung Redaktionen: Felix Fellmer (Berlin), Ferdinand Hofer (Tübingen), Tobias Warnecke (Köln) und Hendrik Kirchner (Dortmund) stehen für Interviews zur Verfügung. Bitte wenden Sie sich an die ASB-Pressestelle.

Für die Arbeit im Nordirak ist der ASB auf Spenden angewiesen: Spendenkonto bei der Bank für Sozialwirtschaft:

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