Kaufmännische Krankenkasse - KKH
Wenn Essen und Trinken zur Stressnummer werden
Wenn Essen und Trinken zur Stressnummer werden
KKH bietet Hilfe für Betroffene: App viatolea unterstützt bei Verdacht auf Nahrungsmittelunverträglichkeit
Hannover, 1. Juli 2026 – Bauchkrämpfe nach Apfel und Birne, ständiges Magengrummeln nach dem Milchkaffee: Laut Daten der KKH Kaufmännische Krankenkasse leiden bundesweit sechs von 100 Versicherten an einer Erkrankung, die mit einer Nahrungsmittelunverträglichkeit oder -allergie in Verbindung steht. Hochgerechnet auf ganz Deutschland sind das rund 4,6 Millionen Menschen – nicht eingerechnet die hohe Dunkelziffer, von der auszugehen ist. „Solche Unverträglichkeiten können die Lebensqualität massiv einschränken“, betont Expertin Vijitha Sanjivkumar vom Kompetenzteam Medizin der KKH Kaufmännische Krankenkasse. „Deshalb ist es umso wichtiger, den Ursachen möglichst schnell auf die Spur zu kommen. So können unnötige Diäten und eine Mangelernährung vermieden werden.“
Bei Verdacht auf eine Nahrungsmittelunverträglichkeit ist es sinnvoll, zunächst für einige Zeit ein Ernährungstagebuch über Mahlzeiten und anschließende Beschwerden zu führen. So lassen sich mögliche Zusammenhänge zwischen Symptomen und unverträglichen Lebensmitteln erkennen. Ab dem 1. Juli 2026 können KKH-Versicherte dafür die App viatolea nutzen, die speziell auf die Erkennung und Bewältigung von Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie beispielsweise Fruktose, Laktose oder Sorbit ausgerichtet ist. Die App ist ein zertifiziertes, wissenschaftlich fundiertes Medizinprodukt und bietet ein strukturiertes Zehn-Wochen-Programm mit dem Ziel: weniger Beschwerden. Nach etwa zwei Wochen Dokumentation erhält jede/r Nutzer:in eine individuelle Analyse. Bei Bedarf bespricht ein/e persönliche/r Ernährungsberater:in anschließend gemeinsam mit der oder dem betreffenden Versicherten die Ergebnisse. Die App bietet nach der Analyse darüber hinaus individuelle Lebensmittel-Empfehlungen, Toleranztests und Unterstützung bei der Ernährungsumstellung. „Ich kenne den langen Leidensweg vieler Betroffener aus eigener Erfahrung – oft dauert es Monate oder Jahre, bis die Ursache der Magen-Darm-Beschwerden klar ist. Mit viatolea möchten wir diese Lücke schließen und unsere Patienten auf ihrem Weg begleiten, damit Essen wieder zum Genuss wird“, sagt Pauline Nöldemann, Gründerin des Nürnberger Start-ups, das die App entwickelt hat.
Unverträglichkeit oder Allergie?
Nahrungsmittelunverträglichkeiten können sich in Form einer Intoleranz äußern. „Nahrungsmittelintoleranzen entstehen, wenn der Körper bestimmte Bestandteile der Nahrung wie Laktose oder Fruktose gar nicht oder nur teilweise verarbeiten kann. Grund hierfür ist beispielsweise ein Mangel oder sogar das Fehlen bestimmter Enzyme“, erläutert Vijitha Sanjivkumar. Anzeichen können Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall, Kopfschmerzen und Müdigkeit sein. Nahrungsmittelallergien äußern sich hingegen häufig mit Hautausschlägen, Juckreiz, Schwellungen, Atembeschwerden und Übelkeit. Häufige Allergene sind Erdnüsse, Milch, Fisch und Schalentiere, Soja und Weizen. „Anders als bei einer Nahrungsmittelintoleranz ist bei einer Lebensmittelallergie das körpereigene Abwehrsystem beteiligt. Das Immunsystem stuft eigentlich harmlose Bestandteile der Nahrung, meist Eiweiße, fälschlicherweise als gefährlich ein und löst eine Abwehrreaktion aus“, erläutert Sanjivkumar den Zusammenhang. In schweren Fällen kann es zu einer Anaphylaxie kommen, einer akuten systemischen Überempfindlichkeitsreaktion, die mit Atemnot, Herzrasen, Blutdruckabfall und Bewusstlosigkeit einhergehen kann. „Bei solchen lebensbedrohlichen Reaktionen ist sofort der Notarzt zu rufen“, betont die Expertin. Und generell gilt: Eine Nahrungsmittelunverträglichkeit sollte immer noch einmal ärztlich abklärt werden. Die Dokumentation und Analyse in der App viatolea kann eine wichtige Grundlage für das Arztgespräch sein.
Weitere Informationen zur App viatolea hält die KKH unter viatolea.de bereit. Der Zugang kann ab 18 Jahren über einen digitalen Eignungscheck erfolgen. Kommen KKH-Versicherte für das Angebot in Frage, können sich die betreffenden Personen mit ihrer Versichertennummer registrieren und die App kostenfrei herunterladen.
Hintergrundinformationen
In die Auswertung eingeflossen sind folgende Diagnosen nach ICD-10: E73.9, E74.3, K58.1, K58.2, K58.3, K58.8, K90.0, K90.4, T78.0, T78.1, T78.4. Im Jahr 2024 waren insgesamt 90.629 KKH-Versicherte von einer oder mehrerer dieser Diagnosen betroffen. Das entspricht einem Anteil von 5,5 Prozent. 2023 und 2022 waren es jeweils 5,3 Prozent und im Jahr zuvor (2021) 5,4 Prozent.
Die viatolea App wurde von einem Nürnberger Startup entwickelt, welches als Ausgründung der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg entstanden ist. Die viatolea App wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem HealthCare Award 2024 sowie als ,Versorgungsmodell der Zukunft‘ beim DMEA Nova Award 2025.
Mit rund 1,5 Millionen Versicherten, einem Haushaltsvolumen von rund 8,7 Milliarden Euro und rund 4.000 Mitarbeitenden zählt die KKH Kaufmännische Krankenkasse als eine der größten bundesweiten Krankenkassen zu den leistungsstarken Trägern der gesetzlichen Krankenversicherung. Nähere Informationen erhalten Sie unter Unternehmensporträt der KKH | KKH.
Beste Grüße KKH-Pressestelle
Kaufmännische Krankenkasse Karl-Wiechert-Allee 61 30625 Hannover Telefon 0511 2802-1610 Telefax 0511 2802-1699 presse@kkh.de www.kkh.de