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13.04.2004 – 11:27

PHOENIX

PROGRAMMHINWEIS Mittwoch, 21. April 2004, 16. 30 Uhr Tacheles: Gläserne Gene: Schützt uns ein Gesetz?

    Bonn (ots)

PROGRAMMHINWEIS

Mittwoch, 21. April 2004, 16. 30 Uhr

    Tacheles: Gläserne Gene: Schützt uns ein Gesetz?

    Mit dem Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Prof. Dr. Wolfgang Huber, Bundesjustizministerin Brigitte Zypries, dem Biotechnologie-Experten Prof. Dr. Hans Günter Gassen (CDU) sowie den Betroffenen Dieter Buchal und Jeannette Drygalla. Der Markt für Gentests boomt. Zehntausende Männer lassen die Gene ihrer Kinder testen, um herauszufinden, ob sie wirklich der Vater sind. Mit immer genaueren Gentests werden Krankheitsrisiken bestimmt – totale Kontrolle oder eine Chance zu besserer Gesundheitsvorsorge? In Hessen wurde eine Lehrerin nicht verbeamtet, weil sie möglicherweise erbkrank ist. In England gewähren Versicherungen Kunden günstigere Tarife, wenn sie einen Gencheck vorweisen. Die Bundesregierung kündigte ein Gentest-Gesetz an. „Vaterschaftstests ohne die Einwilligung des Kindes sind heute schon rechtswidrig", sagt Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD). Die Ministerin ärgert sich über die aggressive Werbung von Gentestlabors. Gentests seien ethisch problematisch, wenn unheilbare Krankheiten entdeckt werden, warnt der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber. „Eine Weitergabe der Ergebnisse von Gentests an Arbeitgeber oder Versicherungen ohne Zustimmung der betroffenen Person muss ausgeschlossen sein, da sie gegen das Selbstbestimmungsrecht verstößt.“ Sinnvoll eingesetzte Gentests können Leben retten, betont der Biochemie-Professor Hans Günter Gassen, Berater der Unionsfraktion im Bundestag. Von einem Gentest-Gesetz hält er nichts – der Staat solle sich hier nicht einmischen, sondern die Gendiagnostik den Ärzten überlassen. Vaterschaftstests müssten auch ohne Einwilligung aller Beteiligten möglich sein. Dieter Buchal hat heimlich einen Vaterschaftstest machen lassen und so herausgefunden, dass er nicht Vater einer 8-Jährigen Tochter ist. Jeannette Drygalla ließ ihre Gene testen, weil Mutter und Großvater an einer tödlichen Erbkrankheit starben. Sind das Ihre Augen, Ihr Mund, Ihre Nase? so warb die Firma Biotix für Vaterschaftstests. Biotix-Geschäftsführer Thomas Krahn meint, ein Verbot heimlicher Tests bringe nichts, da sie dann im Ausland gemacht würden.

Moderation: Hanna Legatis (NDR) und Pastor Jan Dieckmann (Ev. Rundfunkreferat)

    Wiederholungen: Samstag, 24. April 22.15 Unr und Sonntag, 25. April, 17 Uhr .

ots-Originaltext: Phoenix

Digitale Pressemappe:
http://www.presseportal.de/story.htx?firmaid=6511

Kontakt:

Regina Breetzke
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Telefon: 0228 / 9584 193
Fax: 0228 / 9584 198
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