PHOENIX

Phoenix-Programmhinweis
Freitag, 27. April 2001

    Bonn (ots) -

    14.00 Uhr    Im Schatten der Tat     Das Schicksal von Verbrechensopfern

    Die Täter stehen im Rampenlicht, doch ihre Opfer im Schatten. Dafür leiden sie in aller Regel noch viele Jahre danach, manch einem wurde in wenigen Stunden das ganze Leben zerstört. Hans Dieks, Polizeibeamter des SEK, wurde beim Versuch, einen Selbstmordkandidaten zu retten, von diesem plötzlich als Geisel genommen. Der Täter drohte Dieks mit dem Tod, raste dann mit Höchstgeschwindigkeit im Fluchtauto auf den Pfeiler einer Autobahnbrücke zu.

    Karin N. wurde als Kind jahrelang sexuell missbraucht und vergewaltigt. Es war so schlimm, dass sie es verdrängte, um weiter leben zu können. Doch die seelischen Wunden schwelten unter der Oberfläche und brachen fast 30 Jahre danach mit Vehemenz durch. Meist passiert es aus heiterem Himmel. Es gibt keinen Weg zu kämpfen oder zu flüchten. Von einer Sekunde auf die andere werden die Opfer in eine Situation der Ohnmacht und Ausweglosigkeit gestoßen. Das hat Folgen. Selbst wenn die Opfer körperlich unversehrt bleiben - durch den Schock nimmt die Seele schweren Schaden. Sie friert ein wie in einem Eisblock. Und immer wieder holen die Ängste und Erinnerungen die Menschen ein: Während der Arbeit, im Zusammensein mit anderen Menschen, des Nachts im Schlaf. Irgendetwas völlig Normales kann die Erinnerung auslösen, die Angst lauert überall.

    Film von Klaus Steineberg

    17.45 Uhr    Berlin Mitte  Teures Benzin - Wird Autofahren Luxus?     politische Talkshow mit Maybrit Illner

    Benzinpreise auf Rekordhöhe haben die Diskussion um die Ökosteuer wieder in Gang gerbacht. Politiker der Union und der FDP sehen die Öko-Steuer als Wurzel allen Benzinpreis-Übels und fordern deren Abschaffung. Die Bundesregierung lehnt die Abschaffung mit dem Hinweis auf die positiven Effekte der ökologischen Steuerreform ab. Über hohe Benzinpreise sowie die Macht und Ohnmacht der Verbraucher diskutiert Maybrit Illner mit dem Fernsehjournalisten Bodo H. Hauser, dem schleswig-holsteinischen Umweltminister Klaus Müller (Bündnis90/ Grüne), dem parlamentarischen Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion Wilhelm Schmidt, und FDP-Generalsekretär GuidoWesterwelle.

    Zeitgeschichte     19.15 Uhr    Die geliebten Besatzer     Amerikanische Soldaten in Nürnberg 1945 - 1966

    Nürnberg in Trümmern. 1945 sieht es im ehemaligen "Schatzkästlein des Reiches" fast aus wie beim Weltuntergang. Kaum ein Stein auf dem anderen, dazwischen hungrige, verängstigte und kranke Menschen. Die amerikanischen Sieger filmen und dokumentieren das Elend des besiegten Feines und die Nazigreuel. Doch schon zum Jahreswechsel 1946 beginnen die Besatzer mit ihren ersten Hilfsprogrammen für die Bevölkerung. In den kommenden zehn Jahren werden aus den Siegern Freunde, die den Wiederaufbau nachhaltig prägen.

    Die Dokumentation zeigt in Deutschland unbekannte Originalaufnahmen von Kameraleuten und Fotografen der US-Armee.

    Film von Peter Heigl

    Highlights zur Geschichte und Zeitgeschichte     20.15 Uhr    Der Austausch     Die vergessene Entführung des Peter Lorenz

    Nach 25 Jahren erzählen Beteiligte erstmals von der Entführung des Berliner CDU-Vorsitzenden Peter Lorenz aus ihrer Sicht. Zu Wort kommen u.a.  Altbundeskanzler Helmut Schmidt, der damalige Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Schütz, Hans Jochen Vogel, damals Bundesjustizminister, Nils Nilsen , Pilot der Lufthansamaschine Africa, und seitens der Entführer der "Bewegung 2. Juni" Ralf Reinders, Ronald Fritzsch, Till Meyer und Gabriele Rollnik.

    Berlin Zehlendorf, 27. Februar 1975: Peter Lorenz ist auf dem Weg ins Büro. Doch die Fahrt endet abrupt um 8.57 Uhr mit seiner Entführung. Der Zeitpunkt ist kein Zufall, es sind nur noch wenige Tage bis zur Wahl des Berliner Abgeordnetenhauses - Lorenz ist Spitzenkandidat. Dem Zufall überlassen die Entführer auch sonst nichts. Auf dem Weg durch die Stadt hinterlassen sie kaum Spuren. Die dpa erhält ein Foto des Entführten - auf einem Pappschild steht: "Peter Lorenz - Gefangener der Bewegung 2. Juni".

    Die Terroristen verlangen einen Austausch: Das Leben des Politikers gegen die Freiheit von sechs inhaftierten Genossen. Die Kidnapper setzen dem Staat ein Ultimatum. Ist der Staat erpressbar? Krisenstäbe tagen, Bundeskanzler Helmut Schmidt schaltet sich ein, obwohl er 40 Grad Fieber hat. Schließlich werden die Häftlinge, begleitet von Pfarrer Heinrich Albertz, ausgeflogen. Die Entführer halten Wort und lassen Lorenz unversehrt frei.  

    Film von Klaus Stern und Klaus Salge


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