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3sat zum 65. Geburtstag von Wolf Biermann:

    Mainz (ots) - Ab Montag, 12. November, 10.15 Uhr, widmet 3sat dem
Dichter und Liedermacher Wolf Biermann, der am 15. November 65 Jahre
alt wird, zahlreiche Sendungen. In den "Berliner Begegnungen" (1997)
spricht  Wolf Biermann über sein Leben, sein Werk sowie die
Schwierigkeiten und Chancen der deutschen Wiedervereinigung.
    
    Am Donnerstag, 15. November, ab 14.30 Uhr, befasst sich auch
"Fernsehen als Zeitgeschichte" in zwei Beiträgen mit dem unbequemen
DDR-Kritiker: "Wolfsjagd", ein Film von Burga Kalinowski aus dem Jahr
2001, rekonstruiert die Stasi-Bespitzelung des singenden Dissidenten,
macht das Netz zwischen Politik und Stasi sichtbar und belegt die
langfristige Planung seiner Vertreibung durch die DDR-Führung. Im
Anschluss, ab 15.15 Uhr, erinnert "Rausgeschmissen", eine
Dokumentation von Wolfgang Drescher aus dem Jahr 2001, an Biermanns
Ausbürgerung: Zwölf Jahre hatte Wolf Biermann in der DDR Auftritts-
und Publikationsverbot. Im November 1976 erteilte das Politbüro
Biermann ein Visum für die Ausreise zu sechs Konzerten in der
Bundesrepublik und verbot ihm die Wiedereinreise.
    
    Am Sonntag, 18. November, 10.45 Uhr, zeigt 3sat mit "In diesem
Lande leben wir" die Aufzeichnung eines Biermann-Konzerts vom 13.
November 1976 in der Kölner Sporthalle - drei Tage später, am 16.
November, beschloss das DDR-Politbüro seine Ausbürgerung, obwohl
Biermann bei diesem Konzert bewusst alle Lieder weg ließ, die man im
Osten hätte falsch auslegen können. Er zeigte sich als ein Bürger der
DDR, der sich mit aller Schärfe gegen die bürokratischen Auswüchse
des SED-Regimes wandte, sich aber gleichzeitig als solidarischer
Kommunist verstand.
    
    Am Donnerstag, 29. November, 14.40 Uhr, strahlt 3sat "Musikalische
Meditation: Ich hatte viel Bekümmernis" aus. Biermann wählte Johann
Sebastian Bachs Kantate Nr. 21 zum Ausgangspunkt seiner musikalischen
Meditation, die 1991 im Zürcher Theaterhaus Gessnerallee
aufgezeichnet wurde. Es sangen und spielten Chor und Orchester des
Schweizer Fernsehens DRS unter der Leitung von Armin Brunner.
    
    
ots Originaltext: 3sat
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