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Programmtipps und Informationen vom 13. bis 19. März 2000

Mainz (ots)

3sat ist auf der Leipziger Buchmesse präsent
3sat ist bei der Leipziger Buchmesse (23. bis 26. März 2000) präsent.
An seinem Stand (Platznummer 17) in der Glashalle stellt 3sat unter
anderem die beiden Programmschwerpunkte der kommenden Wochen
"Gutenberg 2000" und "PassionBACH" vor. Am 3sat-Stand präsentiert
"Kulturzeit"-Moderator Gerd Scobel neue Bücher und literaturbezogene
Diskussionsrunden. Fernseharzt Dr. Günter Gerhardt stellt am
Donnerstag, 23. März 2000, um 14.00 Uhr sein "Anti-Schmerzbuch"
(Kilian) vor. Um 14.30 Uhr am gleichen Tag zeigt "tips und
trends"-Experte Prof. Wolfgang Menke erstmals sein Buch "Sportlers
Check-up" (Kilian). Um 16.00 Uhr spricht der Musikwissenschaftler und
Harvard-Professor Christoph Wolff über sein biographisches Porträt
"Johann Sebastian Bach", das im Frühjahr erscheinen wird (mit S.
Fischer Verlag). Um 17.00 Uhr wird schließlich "Marietta" vorgestellt
- die Fortschreibung des erfolgreichen "Weiberromans" von Matthias
Politycki (mit Luchterhand Literaturverlag).
Am Freitagvormittag (24. März) plant 3sat eine Diskussion zum Thema
"Elektronisches Publizieren". Voraussichtliche Teilnehmer sind Prof.
Gottfried Honnefelder, Prof. Günter Karl Bose und Prof. Stefan
Füssel. John von Düffel stellt anschließend um 12.00 Uhr am
3sat-Stand seinen neuen Roman "Zeit des Verschwindens" vor
(DuMont-Verlag), bevor um 14.00 Uhr Hubert Winkels mit den
Schriftstellern Hans-Ulrich Treichel ("Tristanakkord") und Ralf
Rothmann ("Milch und Kohle") über ihre neuen Romane, die auf der
SWR-Bestenliste vertreten sind.
Das ZDF veranstaltet am 3sat-Stand am Freitag, 24. März, um 16.00 Uhr
ein Gespräch zwischen Thomas Hocke und Wolfgang Herles über das
Kulturmagazin "aspekte". Wolfgang Lörcher spricht am Samstag, 25.
März, mit dem Schriftsteller Hanns-Josef Ortheil über sein Amt als
Mainzer Stadtschreiber. Am Sonntag, 26. März, führt Thomas Hocke ein
Interview mit Mario Adorf über sein neues Buch "Der römische
Schneeball", aus dem der Schauspieler anschließend liest. Um 14.00
Uhr gibt es ein weiteres Autorengespräch mit anschließender Lesung:
Thomas Hocke hat Robert Schneider mit seinem neuen Roman "Die
Unberührten" zu Gast.
3sat online (www.3sat.de) verfolgt die Aktivitäten am Stand mit einer
Webcam und stellt sie live ins Internet. Außerdem gehen die
Online-Redakteure mit mobilen Kameras über die Messe, führen
Interviews, stellen Bücher vor und berichten über Interessantes,
Kurioses und Bemerkenswertes.
Auch im 3sat-Programm ist die Leipziger Buchmesse ein Ereignis:
"Kulturzeit" berichtet am Donnerstag, 23. März, und am Freitag, 24.
März, jeweils ab 19.20 Uhr. Des Weiteren sendet 3sat am Freitag, 24.
März, um 15.15 Uhr "Von Büchern und Menschen. Diogenes - ein
Verlagsporträt von Rosemarie Pfluger", um 22.00 Uhr live aus dem
Krystallpalast "Leipziger Buchnacht" und am Samstag, 25. März, um
19.20 Uhr "Leipziger Buchmesse". Am Sonntag, 26. März, 10.50 Uhr,
endet das Programm zur Leipziger Buchmesse mit der "Verleihung des
Buchpreises zur Europäischen Verständigung" an die polnische Autorin
Hanna Krall, einer Live-Sendung aus dem Leipziger Rathaus.
Hannover-Messe vom 20. bis 25. März 2000:
3sat ist mit seinen Wissenschaftssendungen "nano" und "hitec" vor Ort
Das werktägliche Zukunftsmagazin "nano" und die Technik-Reihe "hitec.
die dokumentation" präsentieren bei der größten Industriemesse der
Welt, der Hannover-Messe, von Montag, 20. März, bis Samstag, 25. März
2000, ihre Sendekonzepte und ihr Programm der kommenden Wochen. Am
Stand des 3sat-Medienpartners "tech transfer" (Halle 18, Stand L 03)
- eine Initiative zur Dialogförderung zwischen Forschung und Praxis -
stellen Redakteure der beiden Wissenschaftsformate dar, wie die
Sendungen neue Erkenntnisse aus Forschung in Natur- und
Geisteswissenschaften sowie Hochleistungen der Technik einem breiten
Publikum vermitteln.
"nano" zeichnet von Sonntag, 19. März, bis Donnerstag, 23. März, am
Stand der Fraunhofer Gesellschaft Interviews für die abendlichen
Sendungen auf. Die Hannover-Messe ist von Montag, 20. März, bis
Freitag, 24. März, Schwerpunktthema bei "nano". Das Magazin berichtet
dann beispielsweise ausführlich über den Ruf der deutschen Industrie
im Ausland und ihre Leistungsfähigkeit sowie über das Problem der
zunehmenden Wasserknappheit auf der Erde.
Montag, 13. bis Freitag, 17. März 2000
18.30 Uhrnano - die Welt von morgen
Die "nano"-Themen dieser Woche:
Tiere als Therapeuten: Was in Amerika seit Jahren praktiziert wird,
kommt nun auch zu uns: Delfintherapie. Der Kontakt mit dem Freund und
Retter aus den Tiefen des Meeres soll, so heißt es, heilende Wirkung
auf behinderte Kinder haben. Am Montag, 13. März, fragt "nano" nach,
ob Delfine Opfer einer esoterischen Halbwissenschaft oder tatsächlich
die Therapeuten von morgen sind.
Neues aus der Welt der künstlichen Intelligenz: An der Schwelle zum
3. Jahrtausend hat die Leistungsfähigkeit moderner Computer nie
geahnte Dimensionen angenommen. Kann der Mensch mit dem von ihm
geschaffenen Computer künstliches Leben nach seinem Vorbild schaffen?
Viele glauben, dass Leben nur als biochemischer Prozess verstanden
werden kann. Doch "nano" zeigt am Dienstag, 14. März, wie es auch
anders gesehen werden kann.
Neue Therapie gegen Depressionen: In Österreich leiden fast 20
Prozent der Menschen unter Depressionen. Linderung versprach den
Patienten nur eine langwierige, medikamentöse Therapie. Zwei
österreichische Kliniken haben nun eine völlig neue und
nebenwirkungsfreie Therapie entwickelt: Transcranielle
Magnetstimulationstherapie heißt das neue Zauberwort. "nano" stellt
am Mittwoch, 15. März, die neue Behandlungsform vor.
Schöner neuer Mann: Ein früher weibliches Phänomen erfasst die
Männerwelt: Schönheits- und Fitnesswahn. Denn, wer in der Männerwelt
etwas gelten will, muss dem Männerbild in Werbespots und
Modezeitschriften entsprechen. Hungerkuren und extremes Training sind
die Folge. Wissenschaftler warnen. Ein Bericht in "nano" am
Donnerstag, 16. März.
Comeback der wilden Tiere: Alle kommen wieder: Bär, Luchs und Biber!
Der Mensch siedelt sie in ihren angestammten Lebensräumen wieder an
und stellt sie gleichzeitig unter Artenschutz. Doch damit kommen auch
die alten Probleme wieder zurück: der Mensch fühlt sich vom Bär
bedroht, der Luchs dezimiert den Wildbestand. "nano" fragt am
Freitag, 17. März, ob das Comeback der wilden Tiere scheitert.
Montag, 13. März 2000
23.00 Uhr Simon Wiesenthal oder Ich jagte Eichmann
Als Lebensmotto von Simon Wiesenthal gilt Robert Kennedys Satz:
"Moralische Verpflichtungen kennen keine Termine." Nach eigener
Einschätzung enttarnte Wiesenthal mehr als tausend Nazi-Täter und
brachte sie vor den Richter. 
Zu den spektakulärsten Ergreifungen gehörte die des
SS-Obersturmbannführers Adolf Eichmann 1960 in Argentinien. Wenn
Menschen noch nach Jahren für ihre Verbrechen zur Verantwortung
gezogen würden, so Wiesenthal, dann sei dies auch eine Warnung für
potentielle Mörder von morgen, denn Geschichte könne sich durchaus
wiederholen.
3sat zeigt zur "Woche der Brüderlichkeit" den Dokumentarfilm von
Hans-Dieter Grabe aus dem Jahre 1978 "Simon Wiesenthal oder Ich jagte
Eichmann". Der Film gibt einen Einblick in das Leben und die oft
bitteren Erfahrungen des heute 92-Jährigen. "Wer immer jungen
Menschen die NS-Wirklichkeit vor Augen führen will - an diesem Film
darf er nicht vorübergehen" (Stuttgarter Zeitung).
Die diesjährige "Woche der Brüderlichkeit" wurde am 5. März im
Jüdischen Gemeindehaus Berlin unter dem Motto "Auf drei Dingen ruht
die Welt, auf Recht, auf Wahrheit und auf Frieden" eröffnet und wirbt
auch in diesem Jahr mit vielen Veranstaltungen für ein tolerantes
Zusammenleben verschiedener Religionen und Nationalitäten. 3sat setzt
sein Programm ab 23.45 Uhr mit dem Film von Micha Brumlik und Helmut
Nemetschek Musterjuden? fort. Am Mittwoch, 15. März sendet 3sat
anlässlich der Woche den Film An jeder Ecke riecht es hier nach
Mensch. Diethelm Knauf zeigt in seinem Film das ungeschminkte Gesicht
New Yorks in der Lower East Side.
Dienstag, 14. März 2000
20.15 Uhr   Doris Dörrie
Keiner liebt mich
Seit ihrem Debüt-Spielfilm "Mitten ins Herz" von 1983 zählt Doris
Dörrie zu den erfolgreichsten Regisseurinnen Deutschlands. Mit
"Männer" (1985), einer turbulenten Geschlechterkomödie, wurde sie
auch international bekannt. Meist zwischen Komik und Tragik
changierend, drehen sich ihre Filme immer wieder um dieselben Themen:
das Erleben von Einsamkeit und die Versuche, sie zu durchbrechen, das
Kreisen um das eigene Ich mit seinen komischen Auswüchsen, die Suche
nach Glück oder den Wunsch, anders sein zu wollen.
3sat widmet der Regisseurin, die erst kürzlich für ihren neuen Film
"Erleuchtung garantiert" mit zwei Bayerischen Filmpreisen
ausgezeichnet wurde, eine vierteilige Reihe, die mit "Keiner liebt
mich" eröffnet wird. Maria Schrader ("Aimee & Jaguar") spielt darin
eine junge Frau, die ihr eigenes Leben partout nicht in den Griff
bekommt. Doch kann ihr dabei ausgerechnet ein Mann helfen? Die
fantasievolle Komödie von 1994 wurde mit einem Filmband in Silber
ausgezeichnet; Maria Schrader erhielt für ihre Darstellung ein
Filmband in Gold.
Am Mittwoch, den 15. März, 22.25 Uhr, zeigt 3sat Doris Dörries
Spielfilm Happy Birthday, Türke!. Wie in einem klassischen
Detektivfilm begibt sich ein Mann im Auftrag seiner schönen Mandantin
auf die Suche nach einem Verschwundenen im Umfeld des Frankfurter
Kiez' und entdeckt dabei schon bald unsaubere Machenschaften der
Polizei. Hauptdarsteller Hansa Czypionka wurde als Privatdetektiv
Kayankaya mit dem Bayerischen Filmpreis als bester
Nachwuchsschauspieler geehrt. "Seit Fassbinders bösen
Frankfurt-Visionen hat jedenfalls kein Film den Müll, den Schrott und
den Tod in Mainhattan schonungsloser ins Bild gerückt." (Der Spiegel)
Am Sonntag, 19. März, ist Doris Dörrie ab 10.15 Uhr zu Gast bei
Daniel Cohn-Bendit im Literaturclub. Neben ihren Filmen finden auch
ihre Kurzgeschichten bei Publikum und Kritik großes Interesse.
Mittwoch, 15. März 2000
20.15 Uhr   Grenzenlos
Das Drei-Länder-Magazin
Thema: Lust, Suff, Sucht - Spaßdroge Alkohol
360.000 Alkoholiker in Österreich, 200.000 Schwerst-Alkoholkranke in
der Schweiz, vier Millionen Alkoholsüchtige in Deutschland. Und: etwa
doppelt so viele Menschen trinken zu viel Alkohol. Nicht zu schätzen
ist die Dunkelziffer der Alkoholsüchtigen. Hinzu kommt: In
Deutschland müssen 1,8 bis zwei Millionen Kinder mit der
Alkoholabhängigkeit ihrer Eltern leben. Etwa 30 Prozent von ihnen
sind akut gefährdet, selbst eine Suchtkrankheit zu entwickeln.
Außerdem verursacht die Spaßdroge Alkohol einer Gesellschaft nach
Schätzungen der WHO jährlich einen Schaden in Höhe von 5 bis 10% des
Bruttosozialprodukts.
Also weg mit dem Teufelszeug Alkohol? "Nein!" sagen anerkannte
Wissenschaftler und empfehlen Alkohol in einer bestimmten Menge als
Medizin. Aber wie schmal ist der Grat vom Lust- und Heilmittel
Alkohol zum Gleitmittel ins blanke Elend? Muss zukunftsorientierte
Drogenpolitik nicht auch Alkoholmissbrauch ins Visier nehmen?
"Grenzenlos. Das Drei-Länder-Magazin" mit Franz Alt berichtet über
neue Therapieformen und neue Erkenntnisse über die Ursachen der
Alkoholsucht sowie über den gesellschaftlichen Umgang mit Alkohol aus
Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Donnerstag, 16. März 2000
20.15 Uhr   Blueberry Hill
Prüfungsängste, verstaubte Erziehungsmethoden und ein tragischer
Selbstmord bewegen Schüler und Lehrer an einer belgischen Schule in
den 50er Jahren. Im Mittelpunkt der Ereignisse stehen der 17-jährige
Robin (Michael Pas), der den Druck nicht auszuhalten vermag, und die
Lehrerin Claessens (Myriam Meszières), die sich mit ihrer offenen Art
und mit unkonventionellen Ansichten den Respekt der Schüler sichert,
doch bei ihrem Vorgesetzten auf wenig Gegenliebe stößt. Als das
Abschlussexamen naht, spitzt sich die Situation dramatisch zu.
Der belgische Regisseur Robbe De Hert verarbeitete in seinem
Spielfilm von 1989 eigene Erfahrungen: zaghafte Aufmüpfigkeiten, die
Begeisterung für James Dean und Rock'n Roll, Tanz und schöne Mädchen.
Doch die zunächst fetzige Teenagerkomödie mit ihren nostalgischen
Ohrwürmern öffnet auch den Blick auf beklemmende Momente, die immer
wieder durch die wilden Pennäler-Abenteuer durchscheinen.
23.10 UhrZar Boris - Die Jelzin Jahre
Voller Kraft hatte sich Boris Jelzin 1991 dazu aufgeschwungen, den
Kommunismus zu Grabe zu tragen. Wie kein anderer verkörperte er die
Hoffnung auf ein freies, demokratisches Russland. Doch das Ende
seiner Amtszeit war geprägt durch Misswirtschaft,
Korruptionsvorwürfe, Regierungskrisen und den Tschetschenienkrieg.
Die Dokumentation über die neunjährige Amtszeit von Boris
Nikolajewitsch Jelzin zeichnet die politische Entwicklung Russlands
seit dem Putsch in Moskau 1991 detailgenau und spannend nach.
Politiker, Militärs und andere Weggefährten des Präsidenten schildern
die wesentlichen Stationen der Jelzin-Ära.
"Zar Boris - Die Jelzin Jahre" von Bridget Kendall und Joachim Holtz
aus dem Jahre 1999 ist der erste Film aus einer Reihe von
Hintergrundbeiträgen, mit denen 3sat bis 27. März die russischen
Präsidentschaftswahlen am 26. März begleitet. Für die 150 Millionen
russische Bürger fällt am Wahltag eine Richtungsentscheidung: Welchen
Weg wird das vom Tschetschenienkrieg, von Korruptionsaffären und
anderen Krisen geschüttelte Land in Zukunft gehen? Der nächste
Beitrag ist Loreley an der Wolga am Montag, 20. März, 20.15 Uhr. Der
Film geht der Frage nach, warum das Deutschlernen in Russland so sehr
Konjunktur hat.
Freitag, 17. März 2000
23.15 Uhr   Adolf-Grimme-Preis-1999
Das Adolf-Grimme Institut vergibt zum 36. Mal den deutschen TV-Oskar
- den Adolf-Grimme-Preis. Er gilt nach wie vor als die bedeutendste
Auszeichnung für Fernsehproduktionen im deutschsprachigen Raum.
Deshalb werden Deutschlands Fernsehmacher am heutigen Tag auch
gespannt nach Marl schauen, wo Roger Willemsen die Preisträger
vorstellen wird. Ausgezeichnet werden Sendungen, die die spezifische
Möglichkeiten des Mediums Fernsehen auf hervorragende Weise nutzen
und innovative sowie qualitative Anstöße geben. Außerdem wird in
jedem Jahr eine "Besondere Ehrung" an Persönlichkeiten oder
Institutionen, die sich um das Fernsehen verdient gemacht haben,
vergeben. 3sat überträgt die Preisverleihung zeitversetzt
Samstag, 18. März 2000
19.20 Uhr   ... für die, die ohne Stimme sind
Thomas Mann schrieb über den Dichter Theodor Kramer: "Er ist einer
der größten Dichter unserer Generation" und Carl Zuckmayer nannte ihn
den "stärksten Lyriker Österreichs seit Georg Trakl". 1897 wurde er
in Niederhollabrunn in Österreich geboren und ging in Wien zur
Schule. Vor dem Nationalsozialismus musste er als Jude 1939 fliehen.
Bis 1957 lebte er im englischen Exil, wo er sich vor Heimweh nach
seiner Heimat Österreich verzehrte. Als er zurückkehrte, war es, um
zu sterben. Wie kein anderer schrieb Kramer "... für die, die ohne
Stimme sind": Tagelöhner, Arbeitslose, vom Leben Vergessene.
Der Film von Brita Steinwender aus dem Jahre 1999 folgt den Spuren
von Theodor Kramers Leben und seiner Dichtung.
Sonntag, 19. März 2000
13.45 Uhr   Berliner Begegnungen
Katharina Thalbach zu Gast bei Ursula Hürzeler
"Ich hab`alles in mir, auch die Hure", sagt Katharina Thalbach über
sich selbst. Ihre Wandlungsfähigkeit beweist sie seit 1969 nicht nur
auf der Bühne, sondern auch im Film und als Regisseurin. 
Im Januar 1954 wird sie in Ostberlin als Tochter der Schauspielerin
und Brecht-Darstellerin Sabine Thalbach und des Regisseurs Benno
Besson geboren. Bereits mit 15 Jahren debütiert sie am Berliner
Ensemble als Hure Betty in der "Dreigroschenoper". Eine private und
keine politische Entscheidung ist ihr Wechsel von Ost nach West. Ab
1977 spielt sie am Schiller Theater Berlin und dreht ihren ersten
Kinofilm mit Margarete von Trotta. Shakespears "Macbeth" ist 1987 ihr
Debüt als Regisseurin. 
Regiearbeit findet sie anstrengender als Spielen: "Die Autorität
langweilt mich im Grunde." Trotzdem hat sie in den letzten zwei
Jahren in drei Kinofilmen mitgespielt, darunter der Kassenschlager
des Jahres 1999 die Komödie "Sonnenallee".
Sonntag, 19. März 2000
18.00 Uhr   Tagebuch
Jugendliche zwischen fehlenden Zukunftsperspektiven und rechter
Gewalt
"Was ihnen hier angetan wird, ist ein Verbrechen! ", so fasst der
Sozialarbeiter und Leiter des Jugendzentrums von Volkstedt die
Situation der Jugendlichen zusammen. In den großen
Plattenbausiedlungen der Städte im Osten Deutschlands, leben Tausende
am Rande der Gesellschaft, die meisten sind arbeitslos. Für viele
wird das Gefängnis zum Mittelpunkt ihres Lebens, ein
"Durchlauferhitzer" für die nächste Gewalttat. Politische Gruppen
nutzen die Hoffnungslosigkeit der Jugendlichen für ihre Ziele und
schaffen ein Klima der Angst. In Gorndorf dominieren sie das
Jugendzentrum. Wer sich ihnen widersetzt, nicht mitmacht, oder
schlicht anders ist, wird zum Opfer von Übergriffen. Und kaum einer
wagte es, offen über die Situation zu sprechen.
Der Filmemacher Jochen Bank hat in den "Ghettos" von Volkstedt und
Gorndorf in Thüringen gedreht. Neben den Jugendlichen berichtet ein
ehemaliger Streetworker, ein Sozialarbeiter und Gewerkschafter über
Erfahrungen mit dieser Szene.
20.15 Uhr   Verleihung Deutscher Kleinkunstpreis 2000
Aus dem Mainzer "unterhaus"
(Erstausstrahlung)
Der älteste und renommierteste Kleinkunstpreis wird am Sonntag, 12.
März, im Mainzer Forumtheater "unterhaus" verliehen. Ausgezeichnet
werden Künstler in den Sparten Kabarett, Chanson/Lied/Musik und
Kleinkunst. Eine internationale Jury verlieh den "Deutschen
Kleinkunstpreis 2000" in der Sparte Kleinkunst an den Österreicher
Alf Poier, der "mit einer anarchistischen, kindlich ungezügelten
Phantasie ein multimediales Panoptikum des vermeintlichen Nonsens auf
die Bühne bringt". Für seinen intellektuellen Sprachwitz und seine
messerscharfe Logik zeichnete die Jury im Bereich Kabarett Urban
Priol aus. Den Preis in der Sparte Chanson/Lied/Musik wurde an den
Schweizer Michael von der Heide vergeben. Den Förder-Preis der Stadt
Mainz erhält Arnim Töpel, der an seinem Klavier gelassen über die
Problematik seiner Generation nachdenkt. Die Verleihung des Deutschen
Kleinkunstpreises 2000 wird vom Altmeister des deutschen Kabaretts,
Hanns Dieter Hüsch, moderiert.
Sonntag, 19. März 2000
21.45 Uhr   Dokumentarfilmzeit
Hinter diesen Mauern
Mumia Abu-Jamal - 18 Jahre in der Todeszelle
(Erstausstrahlung)
Der Film von Jule Buerjes und Heike Kleffner entstand im Februar 1996
in den USA. Das Interview, das die beiden Autorinnen mit dem
Todeskandidaten Mumia Abu-Jamal hinter der Trennscheibe im Todestrakt
des Staatsgefängnisses Pennsylvania führten, ist das vorerst letzte,
das ein Fernsehteam drehen konnte. Seit 1997 sind Ton- und
Filmaufnahmen verboten.
Bis heute ist der Fall Abu-Jamal nicht abgeschlossen. Dem ehemaligen
Black Panther und Radiojournalist, der 1982 wegen Mordes an einem
Polizisten zum Tode verurteilt wurde, droht weiterhin die
Vollstreckung der Todesstrafe. Über den Tathergang, bei dem der
Polizist Daniel Faulkner erschossen wurde, gibt es widersprüchliche
Aussagen. Einen fairen Prozess hatte der Afro-Amerikaner 1982 nicht.
Als er 1995 hingerichtet werden sollte, erregte sein Fall
internationale Aufmerksamkeit _ der Hinrichtungsbefehl wurde
ausgesetzt. Eine internationale Solidaritätsbewegung und Gegner der
Todesstrafe fordern die Aufhebung des Todesurteils für den heute
45-Jährigen.
"Den ganzen Sommer 1995 wurde über Abu-Jamal berichtet. Doch was
fehlte, waren sein Gesicht und seine Stimme. Ich finde Authentizität
wichtig: Das Publikum soll in der Lage sein, sich selbst einen
Eindruck zu verschaffen und sich ein eigenes Urteil zu bilden. Und
das ist mit Filmaufnahmen am ehesten gewährleistet", sagt die Autorin
Heike Kleffner auf die Frage, was sie veranlasste einen Film über den
Todeskandidaten zu drehen. Ihre Erfahrungen bei den Dreharbeiten in
den USA und die aktuelle Situation von Abu-Jamal schildern die beiden
Autorinnen in einem Interview, das über die Presse und 
Öffentlichkeitsarbeit 3sat, Tel. 06131-706407, erhältlich ist oder
das akkreditierte Journalisten im 3sat Pressetreff (
www.pressetreff.3sat.de) herunterladen können.

Rückfragen bitte an:

3sat Presse und Öffentlichkeitsarbeit, Tel. (06131)706479

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