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Greenpeace: Dow muss Bhopal sanieren
Auch nach 20 Jahren leiden Menschen unter den Folgen der Giftgaskatastrophe

Rheinmünster/Hamburg (ots) 2. 12. 2004 - Ein Mahnmal
haben 25 Greenpeace-Aktivisten heute Vormittag zum morgigen 20.
Jahrestag des größten Industrieunfalls der Geschichte in Bhopal auf
der Mole eines Industriehafens bei der Firma Dow Chemical bei
Rheinmünster aufgebaut. Das Mahnmal am Oberrhein ist eine Kopie des
"Bhopal Memorial" - die Skulptur einer Frau mit zwei Kindern, die
sich vor dem Erstickungstod zu retten versucht. Auf einem Banner am
Verladekran steht "Bhopal stirbt - Dow schweigt!". Die Umweltschützer
werfen dem Chemiekonzern vor, sich bis heute nicht seiner
Verantwortung für die Opfer der Giftgaskatastrophe im indischen
Bhopal zu stellen. An den Folgen des Unfalls in der US-Firma Union
Carbide starben seit 1984 etwa 20.000 Menschen. Die Folgen der
Katastrophe sind bis heute nicht bereinigt, das verseuchte Gelände
wurde nicht saniert.
"Dow muss sich als heutiger Eigentümer von Union Carbide endlich
zu seiner Verantwortung für die Schäden in Bhopal bekennen und dafür
sorgen, dass dort nicht immer weiter Menschen vergiftet werden", sagt
Greenpeace-Sprecher Andreas Bernstorff. "Als erstes müssen das
Gelände und das Grundwasser saniert werden, damit es nicht ständig zu
Neuerkrankungen kommt. Die Kosten können für den Konzern kein Problem
sein."
Am 3. Dezember 1984 waren in Bhopal aus einem Tank einer
Pestizidfabrik 40 Tonnen eines hochgiftigen Gasgemischs mit
Methylisocyanat entwichen. 8.000 Menschen starben unmittelbar an
Atemlähmung und Herzstillstand oder erlitten Verätzungen der Augen
und Lungen. Union Carbide verließ die Stätte fluchtartig und
hinterließ eine monströse Altlast: Hunderte Tonnen Giftmüll und 27.
000 Tonnen verseuchtes Erdreich. Die Luft in Bhopal ist beißend, das
Brunnenwasser vergiftet. Heute müssen die Ärzte neben den Gasopfern
immer mehr Menschen behandeln, die sich neu mit Wasser vergiftet
haben. Bei den Nachgeborenen häufen sich Missbildungen.
Union Carbide handelte mit indischen Behörden 470 Millionen Dollar
Schadenersatz aus und wurde 2001 komplett von Dow Chemical Company
gekauft. Dow betrachtet sich als völlig unbeteiligt und verweigert
jede Hilfe für die Opfer.
"Dow kann mit der Übernahme aller Vermögenswerte von Union Carbide
nicht gleichzeitig das Bhopal-Erbe ausschlagen", erklärt Bernstorff.
Greenpeace fordert neben den ersten Sanierungsmaßnahmen langfristige
medizinische Versorgung und bessere Entschädigungen. Die bisher
gezahlten Gelder reichen oft nicht einmal für Medizin. Greenpeace hat
eine Machbarkeitsstudie zur Sanierung beauftragt und die Ergebnisse
letzten Monat in Bhopal vorgestellt. Die Experten schlagen eine
Beseitigung der Anlagenteile und Abfälle und einen Austausch des
Erdreichs vor. Von der Politik fordert Greenpeace internationale
Haftungsregeln, um die Verantwortlichkeit multinationaler Konzerne zu
erhöhen.
Achtung Redaktionen: Rückfragen bitte an Andreas Bernstorff vor Ort,
Tel. 0171-8780 838, oder Pressesprecherin Ortrun Albert, Tel.
0171-8781 184. Fotomaterial erhalten Sie unter 040-30618-377, BetaSP
Material unter 0171-8781-200. Internet: www.greenpeace.de
ots-Originaltext: Greenpeace e.V.
Digitale Pressemappe:
http://www.presseportal.de/story.htx?firmaid=6343
Internet: www.greenpeace.de

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