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03.12.2001 – 08:05

Greenpeace e.V.

Kein Urwaldholz nach Deutschland!
Greenpeace-Aktion in Wilhelmshaven gegen russischen Holzfrachter

    Wilhelmshaven (ots)

Greenpeace protestiert seit den frühen
Morgenstunden in Wilhelmshaven gegen den Import von russischem
Urwaldholz nach Deutschland. Aktivisten der Umweltorganisation fuhren
in vier Schlauchbooten an den russischen Holzfrachter "Mekhanik
Tyulenev" und versuchen die Entladung zu verhindern. Fünf Kletterer
erklommen den 85 Meter langen Frachter und entrollten zwischen den
Entladekränen ein Transparent mit dem Slogan "Kein Urwaldholz nach
Deutschland". Auch der Kran an Land wurde von neun Kletterern
besetzt. Die "Mekhanik Tyulenev" kommt aus Archangelsk, einer
russischen Hafenstadt am Weißen Meer. Sie hat Schnittholz von Fichten
und Kiefern aus dem Dvinsky-Urwald geladen, einem der letzten
Urwälder in Russland. In Deutschland sollen daraus vor allem Dielen,
Holztäfelungen sowie Holzverschalungen hergestellt werden.
    
    "Wir wollen kein Holz aus Russland, für das Urwald zerstört wird",
sagt Oliver Salge, Waldexperte bei Greenpeace. Deutschland ist in
Europa nach Finnland und Schweden das wichtigste Absatzland für
Holzprodukte aus Russland. Im Jahr 2000 importierte Deutschland Holz
und Papier im Wert von über 560 Millionen Mark aus dem
osteuropäischen Land.
    
    Salge: "Ohne Urwälder werden auch die letzen Braunbären Europas
aussterben. Dann gibt es Bären nur noch auf Wappen und als
Kuscheltier". In  Europa leben nur noch 5500 bis 6000 Braunbären. Die
Zerstörung und Zerstückelung seines Lebensraumes wird zu einer immer
größeren Gefahr. Der Dvinsky-Urwald gehört zu den größten,
natürlichen Rückzugsgebieten des Braunbären.
    
    Weltweit sind die sieben letzten großen Urwälder akut in Gefahr:
Außer den Urwäldern im Norden Europas gehören dazu die nordischen
Wälder in Sibirien und Kanada, die tropischen Regenwälder am
Amazonas, in Zentralafrika und in Südostasien sowie die Bergwälder
Chiles. Jährlich verschwinden 150.000 Quadratkilometer Urwald - alle
zwei Sekunden ein Fußballfeld.
    
    Im April nächsten Jahres wird über den Schutz der letzten Urwälder
auf einem internationalen Urwaldgipfel verhandelt: Auf der
Vertragsstaatenkonferenz der Konvention über biologische Vielfalt
(COP6-CBD) in Den Haag soll ein zehnjähriger Aktionsplan für die
Urwälder erarbeitet werden. Greenpeace fordert die Bundesregierung
auf, sich für einen zeitlich befristeten Abholzungsstopp einzusetzen.
"Wir müssen endlich die Motorsägen in den Urwäldern stoppen, um
dauerhafte Schutzzonen für die Urwälder und eine ökologische
Waldnutzung zu schaffen", erklärt Salge.
    
    
ots Originaltext: Greenpeace
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de

Achtung Redaktionen:

Rückfragen bitte an Oliver Salge, Tel. 0171-3728410, und
Pressesprecherin Carmen Ulmen, Tel. 0171-8780-840. Hier erhalten Sie
auch Foto- und Beta-Material.

Informationen zur Kartierung der russischen Urwälder senden wir Ihnen
gerne zu.
Internet: www.greenpeace.de/urwald

Original-Content von: Greenpeace e.V., übermittelt durch news aktuell

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