Greenpeace e.V.

Noch 23 Tage bis zur Klimakonferenz
Klimaschutz: USA und Autoindustrie blockieren

    München (ots) - Rund drei Wochen vor der UN-Klimakonferenz in Bonn
protestiert Greenpeace heute vor dem Münchner US-Konsulat gegen die
Blockadehaltung der USA beim internationalen Klimaschutz und
überreicht eine Protestnote. Auf einem Banner steht "Dürren,
Hochwasser, Stürme, USA verursacht Klimachaos". Gleichzeitig startet
das Greenpeace-Auto Twingo SmILE in Sindelfingen zu einer
bundesweiten Informationstour, um zu beweisen, dass heute schon
Fahrzeuge gebaut werden könnten, die bei gleicher Leistung nur die
Hälfte Benzin verbrauchen und damit weniger klimaschädliches CO2
ausstoßen würden.
    
    "Die Klimakonferenz in Bonn ist die vielleicht letzte Chance, sich
auf einen Klimaschutzplan zu verständigen," sagt Karsten Smid,
Energieexperte bei Greenpeace, in München. "Präsident Bush, dessen
Land weltweit die größte Menge an Kohlendioxid produziert, macht
durch seine Blockadehaltung jahrelange Bemühungen um ein wirksames
Klimaabkommen zunichte - und das, obwohl selbst der Nationale
Wissenschaftsrat der USA betont, dass die Klimaveränderung durch den
Menschen verursacht wird und dringend Lösungen gefunden werden
müssen."
    
    Der Vertreter des US-Konsul kann heute am eigenen Leib die Folgen
des Klimawandels erfahren: Auf dem Odeonsplatz hat Greenpeace eine
Klimaausstellung aufgebaut und zu einem Rundgang aufgefordert. Beim
Durchlaufen dreier "Klimaräume" kann er von Windmaschinen und
Wärmestrahlern erzeugte Stürme, Überschwemmungen und Hitzewellen
erleben. Auf Bildern und Informationstafeln werden die Ursachen des
Klimawandels erklärt.
    
    Aber nicht nur Politiker, auch die Öl- und Autoindustrie tragen
durch ihre Blockadehaltung zur weltweiten Verschärfung des
Klimaproblems bei. Weltweit steigt die Ölförderung, zu Lasten der
Umwelt und des Klimas. Der Durchschnittsverbrauch der deutschen
Neuwagen liegt noch immer bei über acht Litern, der Verbrauch der
gesamten deutschen Autoflotte sogar bei neun Litern. Dabei könnten
schon heute alle Serienfahrzeuge vom Kleinwagen bis zur großen
Limousine nur noch die Hälfte verbrauchen. Mit dem seriennahen Twingo
SmILE, einem modifizierten Renault Twingo, der nur drei Liter Benzin
auf 100 Kilometer verbraucht, hat Greenpeace den technischen Beweis
dafür längst erbracht.
    
    "Die Industrie produziert einzelne, überteuerte Sparautos, die
rein gar nichts zur Verminderung der CO2-Gesamtemissionen beitragen",
sagt Greenpeace-Sprecher Günther Hubmann in Sindelfingen. "Der
sofortige Umbau aller Serienmodelle wird bewusst vermieden, um den
Profit mit herkömmlichen Modellen und Dieselfahrzeugen nicht zu
gefährden. Das Gerede von freiwilliger Selbstverpflichtung soll
darüber hinweg täuschen, dass sich beim Thema Benzinverbrauch seit
Jahren nichts bewegt", so Hubmann.
    
    
ots Originaltext: Greenpeace
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