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Atomskandal: Greenpeace stellt Strafanzeige gegen PreussenElektra
Umweltorganisation prüft Anzeige gegen Minister Jüttner

Hamburg (ots)

Greenpeace stellt heute Strafanzeige gegen den
Betreiber des Atomkraftwerks Unterweser, die PreussenElektra AG.
Grund ist die Gefährdung der anliegenden Bevölkerung durch den
Betrieb des Reaktors, in dem Brennstoff mit gefälschten
Sicherheitspapieren zum Einsatz kam. Der Stromkonzern hat damit die
im Atomgesetz vorgeschriebene Zuverlässigkeit als Betreiber nicht
gewährleistet. Zugleich prüft Greenpeace rechtliche Schritte gegen
den niedersächsischen Umweltminister Wolfgang Jüttner wegen
Verletzung der Aufsichtspflicht.
Seit sechs Monaten ist bekannt, dass der Betreiber der
Brennelemente-Fabrik im britischen Sellafield, BNFL,
Sicherheitspapiere von Mischoxid-Brennelementen gefälscht hat.
Susanne Ochse: "Ein halbes Jahr hatte PreussenElektra Zeit, die
BNFL-Lieferungen in das Atomkraftwerk Unterweser auf Manipulationen
zu prüfen. Doch erst jetzt will der Stromkonzern bemerkt haben, dass
auch die Sicherheitspapiere für die Brennstäbe ihres Reaktors
gefälscht wurden. Dieses Märchen können sie jemand anderem erzählen."
PreussenElektra hatte Angaben der britischen Atomaufsicht über
gefälschte Sicherheitspapiere zuerst bestätigt, dann dementiert und
jetzt erneut bestätigt. Gestern noch hatte das Unternehmen die
Abschaltung des Reaktors als "nicht verhältnismäßig" abgelehnt, heute
entschloss sich der Stromkonzern zur Abschaltung und dem Austausch
der betroffenen Brennstäbe. Susanne Ochse: "Das Atomgesetz schreibt
die Zuverlässigkeit der Betreiber von Atomkraftwerken vor.
Stattdessen führt PreussenElektra einen Eiertanz auf Kosten der
Sicherheit auf und schiebt nun alle Verantwortung auf seinen
britischen Lieferanten ab. Der Reaktor hätte längst abgeschaltet
werden müssen."
Aber auch Umweltminister Jüttner muss sich fragen lassen, warum er
nicht viel früher auf der Prüfung der Brennstoff-Lieferungen aus
England bestanden hat. Noch am Donnerstag vergangener Woche erklärte
sein Ministerium auf Nachfrage von Greenpeace, der Brennstoff von
Unterweser wäre von Manipulationen nicht betroffen. "Umweltminister
Jüttner ist seiner Aufsichtspflicht nicht ausreichend nachgekommen.
Bei Fragen der Sicherheit von Atomkraftwerken darf nicht geschlampt
werden", so Susanne Ochse.
Bereits in der Vergangenheit hat PreussenElektra es mit der
Sicherheit nicht so genau genommen: die Verstrahlung von
Castor-Behältern wurde jahrelang verschwiegen, im AKW Unterweser
ereigneten sich zahlreiche Störfälle.
Greenpeace fordert den Stromkonzern auf, umgehend weitere
Konsequenzen aus dem Skandal zu ziehen. "Die PreussenElektra darf mit
einer Fälscher-Firma wie BNFL nicht länger zusammenarbeiten. In
Sellafield steht Sicherheit ganz unten auf der Prioritätenliste. Aus
der Anlage werden jedes Jahr riesige Mengen Radioaktivität ins Meer
geleitet. Wer dort Brennelemente kauft oder Atommüll
wiederaufarbeiten lässt, stellt sich mit Umweltverbrechern auf eine
Stufe." Greenpeace fordert die Kündigung aller Verträge mit BNFL.
Achtung Redaktionen: Rückfragen bitte an Susanne Ochse unter
040-30618-311 und Karsten Smid, Tel. 040-30618-388. Bei Greenpeace
erhalten Sie eine Chronik des aktuellen Skandals und ausführliche
Infos zur Atomfabrik Sellafield. Internet: www.greenpeace.de
Greenpeace Pressestelle
Tel. 040 / 306 18 - 340 
Fax  040 / 306 18 - 130  
presse@greenpeace.de
www.greenpeace.de

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