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Greenpeace contra Walfänger: Konflikt verschärft sich

Hamburg/Arctic Sunrise (ots)

Die seit Wochen andauernden
Auseinandersetzungen zwischen Greenpeace-Aktivisten und japanischen
Walfängern im Südpolarmeer verschärfen sich. Die Japaner nehmen das
Risiko, Greenpeace-Aktivisten zu verletzen, ohne Skrupel in Kauf:
Heute Nacht wurde ein Schlauchboot mit zwei Aktivisten die Heckrampe
des japanischen Fabrikschiffes "Nisshin Maru" hinaufgezogen. Die
Greenpeacer hatten das Schlauchboot an einem Schleppseil befestigt,
mit dem ein harpunierter Wal auf das Schiff gezogen wurde. Damit
wollten sie die Übergabe des toten Meeressäugers von einem Fangschiff
auf die "Nisshin Maru" verhindern.
Die Walfänger schnitten das Schlauchboot mit langen Flenzmessern
ab, die normalerweise zur Zerlegung von Walen verwendet werden.
Daraufhin schoss das Boot mit den beiden Aktivisten aus Holland und
Australien die Heckrampe hinunter. Kurz darauf sprangen sechs
Aktivisten von einem weiteren Schlauchboot aus vor den Bug der
"Nisshin Maru" in das eisige Wasser, um das Schiff an der Weiterfahrt
zu hindern. Das Fabrikschiff fuhr rücksichtslos mit unvermindert
hoher Geschwindigkeit weiter. Glücklicherweise wurde niemand
verletzt.
"Die Japaner schießen skrupellos Wale ab und gefährden das Leben
unserer Aktivisten. Was unsere Leute hier machen, ist eigentlich
Aufgabe der Regierungen dieser Welt: den illegalen Walfang im
Walschutzgebiet sofort zu stoppen", so Dr. Ralf Sonntag,
Meeresexperte bei Greenpeace.
Seit 24 Tagen ist Greenpeace mit dem Eisbrecher "Arctic Sunrise"
im Südpolarmeer, um das Harpunieren der Wale durch die Japaner zu
verhindern. Mit ersten politischen Erfolgen: Argentinien hat sich
letzte Woche dem Protest der USA, Australien, Neuseelands und
Großbritanniens angeschlossen und Japan aufgefordert, den illegalen
Walfang unverzüglich zu beenden. "Wir warten jetzt auf den von Herrn
Fischer angekündigten Protest bei der japanischen Regierung", sagt
Sonntag. "Die Bundesregierung muss sich außerdem intensiv für die
Beibehaltung des internationalen Handelsverbotes für Walfleisch
einsetzen", so Sonntag.
Der Walfang der Japaner widerspricht den Artikeln 65 und 120 des
Internationalen Seerechts der UN (UNCLOS), das allen Staaten die
Zusammenarbeit mit der Internationalen Walfangkommission (IWC)
vorschreibt. Die IWC hat das Südpolarmeer 1994 zum Walschutzgebiet
erklärt, in dem kommerzieller Walfang seither verboten ist. Dennoch
will Japan in diesem Jahr 440 Minkewale unter dem Vorwand
wissenschaftlicher Forschungen töten.
Japan und Norwegen unternehmen in diesem Jahr zudem starke
Anstrengungen, das seit 1986 bestehende internationale Handelsverbot
für Walfleisch zu kippen. Auf der nächsten
CITES-Artenschutz-Konferenz vom 11. bis 20. April 2000 in Nairobi
wird über die Aufhebung des Handelsverbots entschieden. "Die
bestehenden Übereinkommen dürfen keinesfalls aufgeweicht werden.
Sonst würde ein weltweites Massaker wie in den 60er und 70er Jahren
wieder beginnen", so Sonntag.
Achtung Redaktionen: Rückfragen bitte an Dr. Ralf Sonntag,
Greenpeace-Meeresexperte, Tel. 040-30618-333 bzw. 0171-8780-818 oder
Carmen Ulmen, Pressesprecherin, Tel. 040-30618-344. An Bord der
"Arctic Sunrise": Marijke de Boeur, Tel. 00873-624453210
(deutschsprachig).
Aktuelle Fotos und Beta-SP-Material sind voraussichtlich im Laufe des
Nachmittags über die internationalen Agenturen verfügbar. Internet:
www.greenpeace.de

Original-Content von: Greenpeace e.V., übermittelt durch news aktuell

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