"nd.DerTag": Bis zum letzten Tropfen - Kommentar zu Donald Trumps Angriff auf das sozialistische Kuba
Berlin (ots)
Jetzt oder nie: Das ist offensichtlich die Devise der Trump-Administration, um den Systemwechsel in Kuba zu erzwingen. Was die ein Jahr nach der Revolution 1959 verhängte und seitdem währende umfassende Finanz- und Wirtschaftsblockade nicht vermochte, soll nun eine Ölblockade durch Drittstaaten schaffen: einen Kollaps der sozialistischen Karibikinsel, der die Regierung stürzt oder mindestens so gefügsam macht, wie es die venezolanische Regierung nach der Entführung von Nicolás Maduro am 3. Januar ist. Aus Venezuela fließt bereits kein Öl mehr nach Kuba, und es hatte bis dahin rund ein Drittel der kubanischen Ölimporte zu Vorzugskonditionen geliefert.
Wer weiter Öl nach Kuba liefert, muss nun mit Strafzöllen rechnen. In einem am Donnerstag unterzeichneten Dekret heißt es, solche Zölle könnten auf Einfuhren aus Staaten erhoben werden, die "direkt oder indirekt Erdöl an Kuba verkaufen oder liefern".
Dass Trumps Drohungen Wirkung hinterlassen, darf angenommen werden. Schon zuvor hatte Mexikos Ölunternehmen PEMEX angekündigt, seine Öllieferungen nach Kuba auszusetzen. Sie waren ohnehin von 2025 zu 2026 schon von knapp 20.000 auf 3.000 Barrel pro Tag zurückgegangen. Kubas Gesamtbedarf wird auf 60.000 bis 80.000 Barrel veranschlagt. Mit Venezuela und Mexiko fallen die beiden Hauptlieferanten nun aus.
Trump versucht, Kuba wirtschaftlich zu erdrosseln. Ohne Öl aus Mexiko und Venezuela wird Kuba den Treibstoff für Strom, Traktoren und Transportmittel für seine rund 10 Millionen Einwohner nicht mehr ausreichend bereitstellen können. Stromausfälle sind bereits an der Tagesordnung.
Wenn Trump mit seinem illegalen Ansatz durchkommt, ist es nur eine Frage der Zeit, wann in Kuba die Lichter ausgehen. Schon nach den auf die Entführung Maduros folgenden US-Drohungen hatte Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel angekündigt, sein Land "bis zum letzten Tropfen Blut" zu verteidigen. Dieser Zeitpunkt dürfte nicht mehr weit entfernt sein. Für Kubas Bevölkerung verheißt das nichts Gutes.
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