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Neue OZ: Interview mit der Schauspielerin Thekla Carola Wied

Osnabrück (ots) - Thekla Carola Wied: Am liebsten jeden Monat Weihnachten

Schauspielerin: Darauf freue ich mich seit Oktober - 69-Jährige verzichtet auch in Zukunft auf Computer - Kritik an Drehbüchern: Keine Sensibilität für ältere Frauen

Osnabrück.- Schauspielerin Thekla Carola Wied ist in der für sie richtigen Jahreszeit angekommen: "Ich liebe Weihnachten! Für mich ist es das Größte," sagte die 69-Jährige der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstagausgabe). Auch den Grund dafür nannte die populäre Mimin: "Weil es in unserer Kindheit nie wirklich stattgefunden hat, das hatte mit der schlimmen Armut damals zu tun. Wir haben weder Geburtstage noch Weihnachten gefeiert, das ist traurig für Kinder. Deswegen hat sich bei mir geradezu eine Weihnachtsmanie entwickelt, ich könnte es jeden Monat feiern."

Mit dem Trubel der Vorweihnachtszeit will Wied allerdings nicht viel zu tun haben: "Ich setze mich hin und höre schöne Weihnachtsmusik: Telemann, Bach, Händel. Und dann fange ich an, bei schöner Musik Geschenke vorzubereiten und Briefe zu schreiben - das reicht, um mein Weihnachtsgefühl zu empfinden: dass sich das Jahr jetzt neigt, dass man an andere denkt. Mein Weihnachten ist mit Ruhe verbunden - ich brauche nicht diese Hektik und muss auch nicht über Weihnachtsmärkte rennen und diese ganzen Scheußlichkeiten essen. Einfach nur innehalten."

Zu Ihren Weihnachtswünschen zählte die Schauspielerin neben Gesundheit und anhaltender Zufriedenheit "ein Drehbuch, bei dem ich sofort sage: Das wird gemacht, ohne einen Punkt und ein Komma zu versetzen." Denn die Drehbücher machen ihr immer wieder zu schaffen: Meistens vermisse sie "eine Sensibilität für Stoffe, die speziell ältere Frauen reizen könnten." Stattdessen gebe es "jede Menge verlogene Kitschgeschichten". Dabei, so Wied weiter, "wird das Publikum doch immer älter. Und das will nicht nur schöne Welten, schöne Landschaften und schöne Reisen sehen. Auch die älteren Menschen sind viel anspruchsvoller als vieles, was ihnen vorgesetzt wird. Es gibt sie doch, die guten Themen, aber man denkt sich krampfhaft Geschichten aus, die mit unserer Lebensrealität nichts zu tun haben."

Computer gehören zur Lebensrealität der Thekla Carola Wied allerdings nicht dazu: "Ich habe keinen Computer und weiß auch nicht, wie man E-Mails schreibt. Und wenn ich mal eine SMS tippe, dauert es ewig." Ebenso wie ihr Mann, der frühere Backnanger Oberbürgermeister Hannes Rieckhoff, finde sie das alles "überwiegend fragwürdig".

Daran änderte auch ihre Rolle im ARD-Film "Tür an Tür" (Freitag, 13.12., 20.15 Uhr) nichts, in dem sie als 78-jährige Rentnerin den Mail-Account ihrer Nachbarin hackt: "Sie hätten Uwe Friedrichsen und mich da mal am Computer sehen sollen - Regisseur Matthias Steurer hätte sich über uns totlachen können. Er versuchte es mir immer zu erklären, und ich sagte: Lass es besser sein, es ist völlig sinnlos. Ich will es gar nicht wissen, es ist wie Müll in meinem Kopf. Sag mir einfach, wo ich draufdrücken soll und wie lange ich warten muss, bis sich da was tut."

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