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Neue OZ: Kommentar zu Kunst
Kriminalität

Osnabrück (ots) - Ein Museum versinkt im Gerede

Das Felix-Nussbaum-Haus kommt nicht aus den negativen Schlagzeilen. Seit Wochen wird über das saftige Defizit der Ausstellung "Verborgene Spur" debattiert. Jetzt kommt ein Fälschungsskandal hinzu. Schlimmer kann es kaum kommen.

Die Gemälde Felix Nussbaums sind nicht allein als Kunstwerke wichtig. Ihre besondere Bedeutung gewinnen sie als Leidenszeugnisse eines Holocaust-Opfers. Gerade deshalb wirkt die Fälschungsaffaire doppelt diskreditierend. Zweiter Punkt: Die Verantwortlichen haben die Chance verpasst, die böse Entdeckung offensiv zu kommunizieren. Jetzt holt der Prozessbeginn Museumsleute ein, die es seinerzeit vorzogen zu schweigen. Das kostet Vertrauen - in der Fachwelt und bei Besuchern. Immerhin gab es die Option, sich mit der Überprüfung der Echtheit der weiteren Hausbestände die Initiative in dieser misslichen Angelegenheit zu erhalten. Nun sind die Osnabrücker nur Getriebene eines Gerichtsverfahrens.

Einziger Trost: Die Fälschung belegt, welchen Stellenwert der Maler Nussbaum inzwischen gewonnen hat. Seine Bilder versprechen lukrative Geschäfte. Gerade deshalb ist bei künftigen Erwerbungen besondere Vorsicht geboten.

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