Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein GmbH
Blüten, Beats und Baltikum: Schleswig-Holsteins sommerliche Kultur-Highlights
Ein Dokument
Schleswig-Holstein zeigt sich auch in diesem Sommer wieder von seiner kreativen Seite. Ob immersive Blumeninstallationen, legendäre Musiker-Hommage oder Gegenwartskunst aus dem Baltikum: Der echte Norden bietet Kulturinteressierten eine große Vielfalt an Ausstellungen und Erlebnissen. Was das nördlichste Bundesland in den kommenden Monaten für Kunstbegeisterte zu bieten hat, veranschaulichen die aktuellen Tipps der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein.
Der echte Norden im Blütenrausch
Millionen getrockneter Blumen, schimmernde Silberblätter und ganze Räume voller Natur: Mit „State of Nature“ verwandelt die britische Künstlerin Rebecca Louise Law Schleswig-Holstein in ein landesweites Kunsterlebnis. Gleich vier Orte zwischen Schleswig, Molfsee und Rendsburg bespielt die international bekannte Installationskünstlerin. Herzstück ist die Ausstellung „Florilegia“ in der Reithalle auf Schloss Gottorf, wo rund eine Million getrocknete Blumen zu einer raumgreifenden Installation verschmelzen. Laws Werke greifen Motive historischer Blumenstillleben auf und verbinden deren Vergänglichkeitsgedanken mit aktuellen Fragen zu Natur, Konsum und Ressourcen. So entstehen immersive Erfahrungsräume, die Kunst, Umwelt und Geschichte auf besondere Weise zusammenführen. Für den Besuch aller vier Ausstellungen im Molfseer Jahr100Haus, im Jüdischen Museum Rendsburg sowie in der Reithalle und im Globushaus in Schleswig gibt es ein günstiges Sonder-Ticket für 29 Euro. Es behält seine Gültigkeit bis zum Ende der Ausstellungen am 1. November. Weitere Infos unter landesmuseen.sh.
Zwischen Protest und Poesie – Rio Reiser in Husum
„Keine Macht für niemand“ oder „Junimond“: Rio Reiser prägte die deutsche Musikgeschichte wie nur wenige andere Künstler. Das Nordfriesland Museum widmet dem Musiker, Sänger und Texter nun eine große Ausstellung im Nissenhaus in Husum. Unter dem Titel „Rio Reiser – aufgewacht und rebelliert“ zeichnet sie das Leben des 1996 verstorbenen Künstlers nach – von den wilden Jahren mit „Ton Steine Scherben“ bis zur Solokarriere. Eine besondere Rolle spielt dabei Nordfriesland: In Fresenhagen lebte der „König von Deutschland“ zeitweise mit seiner Band auf einem Bauernhof. Das Domizil wurde zur „Freien Republik“ erklärt und die Parole „Kuhfladen statt Kommunismus“ ausgegeben. Im dortigen Tonstudio entstand das melancholische Album „Wenn die Nacht am tiefsten...“. Die Ausstellung läuft bis zum 7. März 2027.
Internationale Gegenwartskunst in Büdelsdorf
Die „ NordArt“ in Büdelsdorf zählt zu den bedeutendsten Ausstellungen zeitgenössischer Kunst in Europa und zieht jeden Sommer Interessierte aus aller Welt nach Mittelholstein. Internationale Künstlerinnen und Künstler präsentieren bis zum 4. Oktober ihre Arbeiten in den historischen Hallen der ehemaligen Eisengießerei Carlshütte und im weitläufigen Skulpturenpark. Im Mittelpunkt der NordArt 2026 steht das Baltikum: Unter dem Titel „Vilnius – Riga – Tallinn: Notes from the Fringe“ zeigt ein eigener Länderpavillon zeitgenössische Positionen aus Litauen, Lettland und Estland. Die Ausstellung thematisiert Fragen von Identität, Zugehörigkeit und gesellschaftlichem Wandel in einer geopolitisch sensiblen Region Europas.
Grömitz: Humorvolle Coverkunst im Kloster Cismar
Fotorealistische Details und ein unverwechselbarer Stil: Das Kloster Cismar bei Grömitz widmet dem Illustrator Kurt Ard eine Ausstellung mit rund 100 Original-Gouachen. Unter dem Titel „ Kurt Ard – so gesehen…“ werden Arbeiten des 1925 in Kopenhagen geborenen Künstlers präsentiert, der vor allem durch seine Titelbilder für internationale Zeitschriften bekannt wurde – darunter die deutsche „HÖRZU“, für die er rund 260 Cover gestaltete. Die Ausstellung zeigt noch bis zum 25. Oktober humoristische Szenen aus dem Alltagsleben der 1950er bis 70er Jahre und vermittelt zugleich die besondere handwerkliche Präzision des Künstlers.
Kunst entdecken in der Holsteinischen Schweiz
Bei den Ateliertagen in der Holsteinischen Schweiz öffnen am 6. und 7. Juni mehr als 50 Künstlerinnen und Künstler ihre Ateliers, Werkstätten und Galerien für Besucher. Zwischen Seen und Wäldern gibt es Einblicke in kreative Arbeitsprozesse und die Möglichkeit, mit Kunstschaffenden ins Gespräch zu kommen. Noch mehr zu entdecken gibt es im Eutiner Ostholstein-Museum. Dort präsentiert die Sonderausstellung „ HIGHLIGHTS – Objekte der Sammlung erzählen ihre Geschichte“ ab dem 14. Juni ausgewählte Werke und selten gezeigte Schätze aus der eigenen Sammlung.
Kultur entlang des Elbe-Lübeck-Kanals
Wenn Ateliers, Bühnen und Museen entlang des Elbe-Lübeck-Kanals ihre Türen öffnen, ist wieder KulturSommer am Kanal. Das Festival der Stiftung Herzogtum Lauenburg bringt vom 20. Juni bis 20. Juli Kunstschaffende, Kulturinteressierte und Neugierige zusammen. Auf dem Programm stehen Konzerte, Theater, Ausstellungen und Mitmachaktionen an zahlreichen Orten. Ein besonderes Highlight ist die Weltpremiere des Fahrrad-Slams am 12. Juli. Wer noch tiefer in die Kunstgeschichte der Region eintauchen möchte, findet im A. Paul Weber-Museum in Ratzeburg eine Sonderausstellung zum Leben und Werk des Künstlers. Anlass ist das 150-jährige Jubiläum des Kreises Herzogtum Lauenburg.
Weitere Tipps (Sommer 2026):
- „ Alex Diamond’s Landpartie“ - Malerei, Installation und Skulptur, vom 4. bis 19. Juli, Kneipe in Scheggerott
- „ WAT GIFT - Pfähle, Menschen, Zeit.“ – Fotoausstellung, noch bis 25. Juli, Yamacito Beach Bahnhof in St. Peter-Ording
- „ David Bowie – das Künstlerporträt!“ – Sammlung, noch bis August, Deutsches Schallplattenmuseum Nortorf
- „ Sylt Art Fair“ – internationale Kunst, noch bis 6. September, Neue Bootshalle List
- „ Alte und neue Träume“ – Skulpturen von Peter Bergmann, noch bis 13. September, Botanischer Garten in Kiel
Lübecker Geschichte in Farbe
1926 feierte Lübeck das 700-jährige Jubiläum seiner Reichsfreiheit. 100 Jahre nach den Feierlichkeiten blickt das Museum Behnhaus Drägerhaus auf das historische Ereignis zurück – und auf den von Alfred Mahlau gestalteten Festzug. Herzstück der Ausstellung „ Alfred Mahlau. Festzug 1926“ ist der erste Gesamtentwurf: eine mehr als 16 Meter lange Rolle mit farbenprächtigen Aquarellen, die erstmals seit hundert Jahren wieder gezeigt wird und den bislang vor allem in Schwarz-Weiß überlieferten Szenen Farbe verleiht.
Jüdisches Museum Rendsburg
Das Jüdische Museum in Rendsburg gehört zu den ersten Jüdischen Museen, die nach dem Zweiten Weltkrieg in der Bundesrepublik gegründet wurden. Heute versteht es sich nicht nur als Erinnerungsort. Die 2023 neu gestaltete Dauerausstellung richtet den Blick auch auf heutige Lebensrealitäten. Persönliche Geschichten, multimediale Zugänge und künstlerische Installationen zeigen jüdisches Leben in seiner Vielfalt. Themen wie Zugehörigkeit oder Antisemitismus stehen dabei ebenso im Fokus wie menschliches Miteinander.
Kulturerlebnisse zwischen Elbe, Stör und Marsch
Zwischen Elbe, Stör und Nord-Ostsee-Kanal (NOK) lädt die Region Holstein dazu ein, Kunst, Geschichte und norddeutsche Identität aus unterschiedlichen Perspektiven kennenzulernen. Museen wie das Wenzel-Hablik-Museum in Itzehoe, die Drostei in Pinneberg oder das Museum Langes Tannen in Uetersen verbinden Kunst, Architektur und regionale Geschichte mit wechselnden Ausstellungen und kulturellen Veranstaltungen. Gleichzeitig machen kleinere Heimatmuseen den Alltag vergangener Zeiten lebendig. Auch Technik- und Industriegeschichte spielen eine wichtige Rolle – etwa im Industriemuseum Elmshorn oder im Schleusen Info Zentrum in Brunsbüttel, das spannende Einblicke in die Schifffahrt auf der Elbe und am NOK bietet.
Weitere Tipps (längerfristige Ausstellungen):
- „ Wenzel Hablik. Ein Universalkünstler zwischen Wiener Moderne und Expressionismus“ – Gesamtkunstwerk, noch bis 4. Oktober, Museum Eckernförde
- „ Emil Nolde – Beziehungen zwischen Menschen, Natur und Kunst“ – Expressionismus, noch bis 31. Oktober, Nolde Museum Seebüll
- „ Art. Science. Fiction“ - Fotografien und Installationen, noch bis 10. Januar 2027, Museum Kunst der Westküste in Alkersum / Föhr
- „ Helme Heine – Es war einmal…“ – Retrospektive, noch bis 10. Januar 2027, Günter Grass-Haus in Lübeck
- „ Huth. Amrum“ - Expressionistischer Realismus, noch bis 21. Februar 2027, Öömrang Hüs in Nebel auf Amrum
Pressekontakt: Manuela Schütze, Pressesprecherin Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein GmbH (TA.SH), Wall 55, 24103 Kiel Tel.: +49 431 600 58-70, Mobil: 0160 619 0004, E-Mail: presse@sht.de
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