Westdeutsche Allgemeine Zeitung

WAZ: Wettbewerbshüter greift durch. Kommentar von Frank Meßing

Essen (ots) - Lange galt das Bundeskartellamt als zahnloser Tiger. Das hat sich geändert, seit Andreas Mundt die Behörde 2009 übernahm. Die Liste der illegalen Preisabsprachen, die die kleine Behörde seitdem aufdeckte, kann sich sehen lassen. Ob Bier, Stahlbleche, Schienen, Kaffee oder Gummibärchen - der oberste Wettbewerbshüter greift durch. Jetzt zieht Mundt eine eigene Zwischenbilanz. Das FDP-Mitglied, das es offenbar ernst meint mit einer funktionierenden Marktwirtschaft, zeigt sich optimistisch, dass angesichts der hohen Geldstrafen und des Imageverlusts die Zahl neuer Fälle zurückgehen werde. Thyssen-Krupp etwa dürfte dem Präsidenten zustimmen. In der vergangenen Woche musste der Essener Konzern seine Pläne begraben, seine Schienentechnik-Tochter, die in ein Kartell verstrickt war, zu verkaufen. Die negativen Schlagzeilen haben das Unternehmen beschädigt. Nun wird es abgewickelt. Die Botschaft, die Thyssen-Krupp damit unausgesprochen und dennoch unüberhörbar an seine Mitarbeiter aussendet, ist klar: Finger Weg von Preisabsprachen. Genau das will der Kartellamtschef mit seiner restriktiven Politik erreichen.

Pressekontakt:

Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 - 804 6519
zentralredaktion@waz.de

Original-Content von: Westdeutsche Allgemeine Zeitung, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Westdeutsche Allgemeine Zeitung

Das könnte Sie auch interessieren: