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WAZ: Wahlkampf unter Strom - Kommentar von Gerd Heidecke

    Essen (ots) - Mit fünf Milliarden Euro Abwrackprämie hat die Politik den Abverkauf von zwei Millionen Neuwagen mitfinanziert, ohne diese Subvention an Umweltkriterien zu koppeln. Da erscheint es fast schon witzig, dass kurz vor dem Ende der Förderung konventioneller Pkw mit Auspuff auf einmal das Elektroauto als Ökomobil und damit als Wahlkampfstimulanz entdeckt wird. In der Tat gibt es zur Elektrifizierung des Antriebs keine Alternative, wenn die Autoflotte im nächsten Jahrzehnt die - zu Recht - hochgesteckten Klimaschutzziele erfüllen soll. Welche technische Lösung dabei in welchem Fahrzeugtyp den meisten Sinn macht, das ist aber noch lange nicht entschieden. Einen einzigen Königsweg zur sauberen Mobilität gibt es nicht. Das reine E-Auto mit Batterie ist immer nur so sauber wie der Strom, mit dem es betrieben wird. Es wird sich auf unabsehbare Zeit bestenfalls eine passable Nische als abgasfreier Leisetreter in der City erkämpfen. Seine große Stunde schlägt vielleicht, wenn beim nächsten Energiepreisschock wieder die Benzinpreise explodieren - ganz unabhängig von Wahlterminen.

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