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WAZ: Merkelei und Pendlerei. Kommentar von Thomas Wels

    Essen (ots) - Der Tiger ist aus dem Tank - und in der Union stehen die CSU-Kollegen hinterm Gitter und schauen feixend zu, wie die Freunde aus der CDU vor Schrecken durchs Gelände rennen. 1,60 Euro für den Liter Benzin. Warum in Gottes Namen soll ein vernunftbegabter CDU-Politiker noch gegen die Rückkehr zur alten Pendlerpauschale sein? Bloß weil Angela Merkel ein Nein verfügte?

      Die Ablehnungsfront bröckelt, und zwar völlig zu Recht. Die
willkürliche Begrenzung der Pauschale auf 20 Kilometer war Pfusch am
Gesetz: Entweder sind die Fahrtkosten Aufwendungen zur
Einkommenserzielung und damit steuermindernd, oder sie sind es nicht.
Ein bisschen Aufwand gibt's nicht. So hat das auch der
Bundesfinanzhof entschieden, und es gibt keinen Zweifel daran, dass
auch das Verfassungsgericht so urteilen wird.

      Dann hat einmal mehr Karlsruhe den Job der Berliner übernommen.
Noch dazu hat die Große Koalition den Finanzbeamten eine Menge Arbeit
beschert und 15 Millionen Pendlern eine Menge Ärger. Kluge Politik
sieht anders aus. Merkel hat ein Pendler-Problem.

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