Mukoviszidose-Forschung in Bonn: Warum neue Therapien nicht bei allen wirken
Bonn, Mai 2026 – Warum wirken neue Therapien bei Mukoviszidose nicht bei allen gleich? Diese Frage bringt am 21. und 22. Mai 2026 internationale Wissenschaftler:innen und Kliniker:innen nach Bonn. Beim Scientific Meeting (ScieM) des Mukoviszidose e.V., das im Gustav-Stresemann-Institut (GSI) in Bonn stattfindet, wird die Stadt zum Treffpunkt führender Expert:innen auf dem Gebiet der personalisierten Medizin.
„Die neuen Medikamente haben die Behandlung der Mukoviszidose grundlegend verbessert – aber sie wirken nicht bei allen. Besonders Menschen mit seltenen Mutationen oder mit chronischen Atemwegsinfektionen benötigen neue Ansätze. Deshalb wird es immer wichtiger, die Erkrankung individueller zu verstehen und Therapien gezielt anzupassen. Innovative Forschung und der internationale Austausch, etwa beim Scientific Meeting, helfen uns, die zugrunde liegenden biologischen Zusammenhänge besser zu verstehen und dieses Wissen in eine personalisierte Versorgung zu überführen“, so
Dr. Sylvia Hafkemeyer, Therapie- und Forschungsförderung im Mukoviszidose e.V.
Mukoviszidose: Komplexes Zusammenspiel
Im Zentrum der Tagung steht ein Paradigmenwechsel in der Forschung: Mukoviszidose wird zunehmend nicht mehr als einheitliche Erkrankung verstanden, sondern als komplexes Zusammenspiel unterschiedlicher genetischer Varianten und biologischer Prozesse. Moderne „Omics“-Technologien – also umfassende Analysen von Genen, Proteinen und anderen biologischen Prozessen – ermöglichen es, diese Unterschiede immer genauer zu untersuchen – mit direkten Auswirkungen auf Diagnose und Therapie.
Neben genetischen Faktoren rücken auch chronische Infektionen stärker in den Fokus der Forschung. Sie zählen weiterhin zu den größten Belastungen für Menschen mit Mukoviszidose und beeinflussen maßgeblich den Krankheitsverlauf. Ein weiterer Schwerpunkt der Tagung liegt daher auf den komplexen Wechselwirkungen zwischen Krankheitserregern und dem menschlichen Körper.
Internationale Expertise in Bonn
Mukoviszidose ist eine bislang unheilbare Erbkrankheit, die vor allem Lunge und Verdauungssystem betrifft. In Deutschland leben rund 8.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit der Erkrankung. Dank medizinischer Fortschritte hat sich ihre Lebenserwartung in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verbessert – dennoch bleibt die Krankheit eine große Herausforderung für Betroffene und das Gesundheitssystem.
Mit dem Scientific Meeting bringt der Mukoviszidose e.V. internationale Expertise nach Bonn und stärkt zugleich die Vernetzung zwischen Forschung und klinischer Praxis. Ziel ist es, neue Erkenntnisse schneller in wirksame Therapien zu überführen und die Versorgung von Menschen mit Mukoviszidose nachhaltig zu verbessern.
Weitere Information zum Scientific Meeting finden Sie unter www.muko.info/sciem.
Hintergrund-Informationen
Über Mukoviszidose
In Deutschland sind mehr als 8.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene von der unheilbaren Erbkrankheit Mukoviszidose betroffen. Durch eine Störung des Salz- und Wasserhaushalts im Körper bildet sich bei Mukoviszidose-Betroffenen ein zähflüssiges Sekret, das Organe wie die Lunge und die Bauchspeicheldrüse irreparabel schädigt. Jedes Jahr werden in Deutschland etwa 150 bis 200 Kinder mit der seltenen Krankheit geboren.
Über den Bundesverband Mukoviszidose e.V.
Der Bundesverband Mukoviszidose e.V. vernetzt die Patienten, ihre Angehörigen, Ärzte, Therapeuten und Forscher. Er bündelt unterschiedliche Erfahrungen, Kompetenzen sowie Perspektiven mit dem Ziel, jedem Betroffenen ein möglichst selbstbestimmtes Leben mit Mukoviszidose zu ermöglichen. Um die vielfältigen Aufgaben und Ziele zu erreichen, ist die gemeinnützige Patientenorganisation auf die Unterstützung engagierter Spender und Förderer angewiesen.
Hinweis für Redaktionen:
Gerne vermitteln wir Ihnen Interviews mit Expert:innen des Mukoviszidose e. V.