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05.05.2003 – 13:00

HAMBURG SÜD

Hamburg Süd Gruppe 2002: Zufriedenstellendes Ergebnis in schwierigem Umfeld

Hamburg (ots)

Performance
Im Jahr 2002 setzte sich die bereits in 2001 erkennbare
Wachstumsschwäche der Weltwirtschaft mit verstärkten Problemen in
wichtigen Ländern Südamerikas fort. Davon waren Linien- und
Trampschifffahrt der Reedereigruppe Hamburg Süd betroffen. Dennoch
konnte in der Linienfahrt das Ladungsvolumen durch die erweiterte
Anbindung von Fernost gegenüber Vorjahr um drei Prozent auf 775.000
TEU gesteigert werden. Der Containerbestand erhöhte sich um zwei
Prozent auf 103.000 Boxen. Auf 46 Schiffen (Vorjahr: 45) im
Linieneinsatz stieg die TEU-Kapazität gegenüber Vorjahr um elf
Prozent auf 90.800 TEU. Das gegenüber dem Gesamt-Ladungsvolumen
überproportionale Anwachsen der Kapazität resultiert aus den
gestiegenen Mengen der nordgehenden Verkehre insbesondere von der
Südamerika Ostküste, dem ein rückläufiges südgehendes Ladungsvolumen
gegenübersteht. Insgesamt wurden in der Linien- und Trampschifffahrt
106 Schiffe eingesetzt, davon 20 gruppeneigene.
Der Umsatz lag mit 1.726 Millionen EUR erheblich unter dem
Vorjahreswert (1.954 Millionen EUR). Dieser starke Abfall geht in
erster Linie auf gegenüber Vorjahr deutlich rückläufige Auffahrwerte
bei der Trampfahrt zurück.
Darüber hinaus standen die südgehenden Frachtraten in der
Linienfahrt unter Druck. Außerdem waren negative Kurseffekte aufgrund
des schwachen US-Dollars zu verzeichnen. Durch die Abwertung des
US-Dollar und wichtiger südamerikanischer Währungen entstanden
demgegenüber bei den Kosten positive Kurseffekte. Darüber hinaus
wurden Rationalisierungseffekte durch den erstmalig ganzjährigen
Einsatz der bis Anfang 2002 angelieferten 3.800 TEU-Neubauten sowie
durch die weitere Verschlankung der Organisation realisiert. Durch
die niedrigeren Charterraten ergab sich für die Linienfahrt eine
weitere Entlastung, die den Ergebnisrückgang gegenüber dem Vorjahr
2001 begrenzte. Demgegenüber führte das stark abgefallene
Charterratenniveau bei der Trampfahrt zu einem drastischen
Ergebnisrückgang. Insgesamt fällt das Jahr 2002 im Ergebnis jedoch
zufriedenstellend aus.
Das Investitions-/ Akquisitionsvolumen der Hamburg Süd Gruppe
belief sich in 2002 auf 134 Millionen EUR, davon entfielen mit 74,3
Millionen EUR mehr als die Hälfte auf Containerinvestitionen. Es
wurden 8.543 neue Boxen übernommen, wobei der Schwerpunkt mit 4.310
Kühlcontainern wiederum bei der Erneuerung des
Reefercontainer-Bestandes lag. Die übrigen Ausgaben von 59,7
Millionen EUR erstreckten sich vorrangig auf Anzahlungen von
Schiffs-Neubauten. Die Hamburg Süd hat bekanntlich sechs Einheiten
mit einer Kapazität von je 4.100 TEU bei der südkoreanischen Werft
Daewoo mit Ablieferung 2004 / 2005 bestellt. Diese wurden für die
geringen Tiefgänge der südamerikanischen Häfen ausgelegt und besitzen
1.365 Anschlüsse für Kühlcontainer. Die für das Fahrtgebiet Europa -
Südamerika Ostküste vorgesehenen Schiffe werden es durch ihre höhere
Geschwindigkeit ermöglichen, unseren Kunden verkürzte Transitzeiten
und mehr direkt angelaufene Häfen anbieten zu können.
Neben diesen Investitionen in Schiffe und Container hat die
Hamburg Süd per Jahresende 2002 die unter dem Namen Ellerman
betriebenen Liniendienste der englischen Reederei Andrew Weir
Shipping erworben.
Für die Bearbeitung dieses zusätzlichen Geschäftsvolumens wurden
etwa 80 zusätzliche Mitarbeiter übernommen bzw. eingestellt. Ohne
Berücksichtigung dieser neuen Mitarbeiter waren 3.041 Personen (Land:
2.156; See: 885) im Jahresdurchschnitt 2002 beschäftigt. Ohne Zählung
der Auszubildenden (46 allein am Standort Hamburg) und der auf
Hamburg Süd Schiffen fremdangestellten Seeleute waren 2.500
Mitarbeiter angestellt.
Dienstleistung
Die Hamburg Süd Gruppe verbindet Schwellenländer und industrielle
Zentren durch ihr Netzwerk an Liniendiensten mit den Marken Hamburg
Süd, Columbus Line, Aliança, Crowley American Transport und jetzt
Ellerman. Ziel ist, unseren Kunden eine umfassende, qualitativ
hochwertige Dienstleistung zu erbringen.
Die neuen Ellerman-Dienste erweitern unser Netzwerk um zwei
Dienste zwischen Europa und Israel sowie um einen Dienst zwischen
Europa und Indien / Pakistan. Außerdem werden die bereits vorhandenen
Hamburg Süd Dienste ins östliche Mittelmeer verstärkt. Das
Gesamtvolumen der übernommenen Aktivitäten beträgt circa 140.000 TEU
per annum.
Eine weitere Ausweitung des Liniennetzes war Mitte 2002 in
Zusammenarbeit mit der russischen Reederei FESCO über die Beteiligung
an zwei Diensten zwischen Fernost und Australien / Neuseeland
erfolgt. Bereits in 2001 waren durch Ausweitung unseres Dienstes an
der Westküste sowie durch einen Slotchartervertrag an der Ostküste
beide Küsten Südamerikas mit Fernost verbunden worden.
Nach der Übernahme der Ellerman-Dienste gewinnt das Gebiet des
nahen und mittleren Ostens erheblich an Bedeutung für die Hamburg Süd
Gruppe. Zur Stärkung der lokalen Präsenz hat die Hamburg Süd in der
Türkei drei eigene Büros mit 60 Mitarbeitern eingerichtet, die
inzwischen ihre Tätigkeit aufgenommen haben.
Mit der Modernisierung der Containerflotte steigt der Bestand an
sogenannten "Maxi-Volumen"-Containern im Trocken- und Kühlbereich.
Diese weisen gegenüber den Standardboxen ein um etwa 10 Prozent
höheres Fassungsvermögen auf. Zusätzlich wird durch das Angebot von
Kühlcontainern mit künstlicher oder gesteuerter Atmosphäre das
Spektrum der Ladungsgüter um einige, bisher per Luftfracht zu
befördernde Ladungsgüter ausgeweitet.
Umfeldentwicklung
Entgegen den ursprünglichen Voraussagen haben sich in der zweiten
Jahreshälfte 2002 nur mäßige Erholungstendenzen der Weltwirtschaft
gezeigt. Insbesondere die für die Hamburg Süd entscheidenden
Volkswirtschaften Südamerikas zeigten Wachstumsschwächen, wenn sie
nicht sogar wie Argentinien und Venezuela mit einer tiefen Politik-
und Finanzkrise zu kämpfen hatten.
Der Vertrauensverlust der Finanzmärkte führte zu massiven
Abwertungen mehrerer südamerikanischer Währungen, so dass
insbesondere bei den Ländern an der südamerikanischen Ostküste der
Warenimport stark zurückging. Die Folge war eine erhebliche
Verschlechterung der südgehenden Auslastung. Demgegenüber entwickelte
sich der Export erfreulich und erforderte zusätzliche Kapazität.
Im Jahr 2002 erreichten die Ablieferungen von Containertonnage
ihren Höhepunkt. Trotz eines insgesamt nur moderaten Marktwachstums
wurde die zusätzliche Kapazität aber zumindest in der zweiten
Jahreshälfte gut absorbiert, und die Charterraten bewegten sich
wieder von tiefem Niveau aus aufwärts. Eine ähnlich positive
Entwicklung stellte sich auch bei den Massengutschiffen ein.
Aufgrund der schwelenden Irak-Krise sowie der politischen
Auseinandersetzung in Venezuela bewegten sich die Bunkerpreise
kräftig nach oben. Der Preis für Schweröl erreichte zum Jahresende
160 USD/ton (Basis Rotterdam) und steigerte sich Ende Januar 2003 auf
circa 180 USD/ton bei einem Jahresdurchschnitt von 132 USD/ton
(Vorjahr: 115 USD/ton).
Aktivitäten
Der Linienbereich trägt circa 80 Prozent zum Gesamtumsatz der
Reederei bei. Durch die Übernahme der Ellerman-Dienste und die
Gründung der Büros in der Türkei wird die Präsenz im östlichen
Mittelmeer erheblich verbessert. Die in 2001 aufgenommene Verknüpfung
von Fernost mit beiden Küsten Südamerikas hat sich im abgelaufenen
Jahr positiv entwickelt und wird durch die in 2002 erfolgte Anbindung
von Fernost mit Australien und Neuseeland ergänzt. Die Region mit dem
größten Container-Durchsatz ist für die Hamburg Süd die Südamerika
Ostküste. Durch die geringen Importvolumina von Brasilien und
Argentinien sank die südgehende Kapazitätsauslastung des Europa- und
des Nordamerikadienstes, und die Frachtraten gerieten unter
erheblichen Druck. Das wachsende Exportvolumen ließ Ratenerhöhungen
nur in begrenztem Umfang zu, da verschiedene Reedereien im Hinblick
auf die niedrigen Zeitcharterraten infolge des Überangebotes von
Containerschiffen ihre Kapazität in 2002 erhöhten.
Im Verkehr zwischen Europa und der Südamerika Westküste konnte die
Abfahrtsfrequenz durch Einsatz von zwei zusätzlichen Schiffen von
zehntägig auf wöchentlich verbessert werden. Gleiches gilt für den
Dienst von der Ostküste Nordamerikas nach Australien/Neuseeland.
Hier wurde das seit 1970 betriebene Schiffssystem komplett
ausgewechselt und das Kühlsystem von Conair auf integrierte
Reeferboxen umgestellt. Vom Jahresende 2002 an wurde zusammen mit
mehreren Partnern ein neues Rund-um-die-Welt-System mit zwei
gegenläufig fahrenden wöchentlichen Diensten eingeführt.
Im Trampbereich waren die Märkte der Massengutschifffahrt im
ersten Halbjahr noch durch den bereits in 2001 einsetzenden
Abwärtstrend geprägt, der durch eine Vielzahl von
Neubau-Ablieferungen verschärft wurde. So kam es bei den
Panmax-Bulkcarriern bis August 2002 zu Ratentiefstständen von 6.000
bis 7.000 USD/Tag für kurzfristige Beschäftigung.
Erst  die erheblich verspäteten Getreideverschiffungen aus
Südamerika und die im letzten Quartal verstärkt einsetzende Nachfrage
nach Eisenerz und Kohle für die Stahlproduktion sowie die
Energieerzeugung sorgte für eine Verknappung der Tonnage und
steigende Raten. Einer ähnlichen Entwicklung folgten auch die
Containerschiffe, die nach Tiefständen am Jahresbeginn zum Jahresende
stark verbesserte Raten erzielten. Der Tankermarkt startete ebenfalls
sehr schwach, geprägt durch das geringe Wirtschaftswachstum und die
Auswirkungen des Attentats vom 11. September 2001. Erst das zum Teil
spekulative Anziehen des Geschäftes im Zusammenhang mit der
Zuspitzung der Irak-Krise sowie die Diskussion um vorzeitige
Restriktionen für Einhüllen-Tanker im Zusammenhang mit dem
PRESTIGE-Unglück führte gegen Jahresende zu steigenden Raten.
Bei den Kühlschiffen war der Markt wie auch im Vorjahr schwach. An
den aufgrund ausbleibender Verschrottung bestehenden Überkapazitäten
bzw. dem Druck der Kühlcontainer in die Fahrtgebiete der
konventionellen Kühlschifffahrt hat sich nichts geändert.
Ausblick 2003
Bei einem Kurs von aktuell 1,10 zum EUR setzt sich die Schwäche
des USD fort. Entsprechend müssen wir - gemessen in EUR - nochmals
mit einem negativen Kurseffekt auf unsere Umsatzentwicklung rechnen.
Positiv ist demgegenüber das Abbrechen der Hochpreisphase bei Rohöl
und Brennstoffen ab Anfang April 2003 zu werten. Stand der Preis für
Schweröl am 11. März noch auf 159 USD/ton, so liegt das aktuelle
Preisniveau etwa bei 125 USD/ton, nachdem wir im Januar 2003
Höchststände von über 180 USD/ton (Basis Rotterdam) gesehen hatten.
Erfreulich ist auch der sich im laufenden Jahr fortsetzende
Aufschwung in der Trampschifffahrt. Die Zeitcharterraten für
Panmax-Bulkschiffe liegen aktuell für kurzfristige Beschäftigung bei
circa 15.000 / 16.000 USD/Tag, gegenüber 7.000 USD/Tag Ende April
2002. Bei den Containerschiffen mit 2.500 TEU nominaler Kapazität ist
die aktuelle Rate für eine Jahrescharter auf circa 17.000 / 18.000
USD/Tag hochgeschnellt, gegenüber 9.000 USD/Tag Ende April 2002. Zur
Zeit sind keine Indikatoren für eine Trendumkehr auszumachen. Die
Prognosen für das Wirtschaftswachstum in 2003 sind zwar inzwischen
etwas verhaltener, durch das schnelle Ende des Irak-Krieges ist aber
ein wesentlicher Risikofaktor entfallen.
Noch nicht abzuschätzen sind allerdings die Auswirkungen der
Lungenkrankheit SARS. Positiv sollte sich die unter dem Niveau von
2002 liegende Ablieferung von Neubauten auswirken.
Während in den großen Ost-Westverkehren von erheblichen
Ratenrestaurierungs-Programmen berichtet wird, zeigt unser
Linienbereich in den Südamerika-Fahrtgebieten erst schwache
Ratenerholungstendenzen. Die Schere zwischen Import- und
Exportvolumen wird sich vermutlich weiter öffnen. Bei gelungener
politischer Stabilisierung und wachsenden Exporten sollte sich aber
bald ein Ende des Importrückgangs an die Südamerika Ostküste und
hoffentlich sogar ein moderates Wachstum der Importe einstellen.
Damit sind für die kommenden Monate verbesserte nordgehende und
leicht anziehende südgehende Frachtraten zu erwarten.
Parallel dazu müssen wie in den Vorjahren auch die weitere
Verbesserung der Kostenpositionen und Optimierung der Abläufe in den
Vordergrund treten. Die internen Maßnahmen der Hamburg Süd für 2003
zielen auf eine weitere Verschlankung der Organisation. Dabei sollen
parallel zur Ausschöpfung von Verbesserungspotentialen in den
Linienverkehren auch die Synergie- und Grössendegressions-Effekte im
Zusammenhang mit dem zusätzlichen Volumen der Ellerman-Dienste
realisiert werden.
Neben den offensichtlichen Synergieeffekten stand bei der
Akquisition der Linienaktivitäten von Kien Hung per 5. April 2003 die
Verbesserung unserer Präsenz in den Südamerika-Fernostdiensten im
Vordergrund.
Verfügte die Hamburg Süd bislang nur über einen kleinen
Marktanteil, sind wir nun in der Lage, unseren aus Südamerika heraus
global operierenden Kunden auch eine adäquate globale
Logistikdienstleistung inkl. der wichtigen Wachstumsgebiete in Süd-/
Ostasien und Fernost anzubieten. Dieses verbesserte
Dienstleistungsangebot basiert auf einer eigenen Organisation in
Fernost durch die Übernahme von insgesamt 17 Büros in Taiwan, China,
Hongkong und Südafrika. Insgesamt hat Kien Hung im vergangenen Jahr
unter Einsatz von 20 Schiffen und circa 45.000 Containern in sieben
Liniendiensten circa 280.000 TEU gefahren, davon rund 220.000 TEU in
den Diensten von und nach Südamerika.
Fotos können unter www.hamburg-sued.com heruntergeladen werden.
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