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DAK-Report: Menschen in Thüringen verlieren das Vertrauen in die Pflegeversorgung

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In Thüringen gibt es einen großen Vertrauensverlust der Bevölkerung in die Pflegeversorgung: Mit 70 Prozent bewerten in Thüringen deutlich mehr Menschen als im Bundesschnitt (62 Prozent) die Pflegesituation derzeit als nicht oder gar nicht gut. Jeder Zweite rechnet mit einer Verschlechterung innerhalb der nächsten zehn Jahre. Das geht aus einer aktuellen repräsentativen Umfrage durch das Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) im Auftrag der DAK-Gesundheit hervor. Diese zeigt die Erwartungen der Menschen in Thüringen an Politik und Pflegereform auf: 90 Prozent der Befragten fordern, dass die Pflege in Deutschland „für alle bezahlbar“ werden müsse. Hohe Kosten für die Pflege im Heim werden als eines der zentralen Probleme benannt. Lesen Sie mehr in unserer aktuellen Pressemeldung.

Ihr Presseteam der DAK-Gesundheit Thüringen

DAK-Report: Menschen in Thüringen verlieren das Vertrauen in die Pflegeversorgung

  • Aktuelle Allensbach-Umfrage im Auftrag der DAK-Gesundheit zeigt Erwartungen an große Pflegereform
  • Hälfte der Befragten in Thüringen rechnet in Zukunft mit schlechterer Versorgung
  • DAK-Landeschef Marcus Kaiser fordert strukturelle Neuausrichtung der Pflegeversicherung

I n Thüringen gibt es einen großen Vertrauensverlust der Bevölkerung in die Pflegeversorgung: Mit 70 Prozent bewerten in Thüringen deutlich mehr Menschen als im Bundesschnitt (62 Prozent) die Pflegesituation derzeit als nicht oder gar nicht gut. Jeder Zweite rechnet mit einer Verschlechterung innerhalb der nächsten zehn Jahre. Das geht aus einer aktuellen repräsentativen Umfrage durch das Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) im Auftrag der DAK-Gesundheit hervor. Diese zeigt die Erwartungen der Menschen in Thüringen an Politik und Pflegereform auf: 90 Prozent der Befragten fordern, dass die Pflege in Deutschland „für alle bezahlbar“ werden müsse. Hohe Kosten für die Pflege im Heim werden als eines der zentralen Probleme benannt. Ende 2025 hatte die von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken eingesetzte Bund-Länder-Kommission „Zukunftspakt Pflege“ ihre „Roadmap“ für die angekündigte große Pflegereform vorgelegt.

„Unser DAK-Pflegereport zeigt eine große Verunsicherung der Bevölkerung in Thüringen“, sagt Marcus Kaiser, Landeschef der DAK-Gesundheit. „Die Ergebnisse der Allensbach-Befragung sind ein Weckruf an die Politik in Bund und Ländern. Das Vertrauen der Menschen in die Pflege muss gestärkt und die bekannten Probleme in der Finanzierung und Versorgung müssen gelöst werden. Wir brauchen jetzt eine Reform mit einer strukturelle Neuausrichtung der Pflegeversicherung, die die Menschen in Thüringen ausreichend, verlässlich und bezahlbar absichert.“

Für den DAK-Pflegereport hatte das Institut für Demoskopie Allensbach gemeinsam mit Studienleiter Prof. Dr. Thomas Klie bundesweit rund 4.400 Menschen zwischen 16 und 75 Jahren befragt, davon rund 200 in Thüringen. Die Ergebnisse zeigen die Erwartungen, Ängste und Herausforderungen der Bevölkerung auf. Demnach sehen 71 Prozent der Befragten in Thüringen die Finanzierung der Pflegeversicherung als nicht gesichert an.

Große Sorge um verlässliche Pflegeversorgung

Die Mehrheit der Menschen in Thüringen sieht die Pflegeversorgung gefährdet: 70 Prozent der Befragten empfinden diese als nicht gut oder gar nicht gut. 50 Prozent gehen davon aus, dass sich die Situation in den kommenden zehn Jahren weiter verschlechtert. Wie im Bund sehen die Befragten in Thüringen die größten Probleme im Bereich der Finanzierung: 71 Prozent der Befragten nennen an erster Stelle die hohen Kosten für Pflegebedürftige und ihre Familien bei stationärer Pflege. Es folgen mit 65 Prozent der Personalmangel und fehlende Pflegekräfte. 63 Prozent bewerten die Finanzierung des gesamten Pflegesystem als größtes Problem.

Bevölkerung fordert bezahlbare Pflege

90 Prozent sehen es als wichtigstes Ziel, die Pflege für alle Menschen bezahlbar zu machen. 83 Prozent erwarten eine langfristige Sicherung der Finanzierung. Für 77 Prozent ist eine Deckelung der Pflegeheimplatzkosten wichtig, während sich 70 Prozent eine Vereinfachung des Leistungssystems wünschen. Die große Mehrheit (82 Prozent) der Befragten in Thüringen erlebt es als ungerecht, nach langjähriger Einzahlung in die Pflegeversicherung bei Pflegebedarf nicht ausreichend abgesichert zu sein. 85 Prozent sind überzeugt, dass die Pflege für viele Menschen schlicht nicht mehr bezahlbar ist. Drei Viertel fürchten, durch die Kosten überfordert zu werden, sollten sie selbst pflegedürftig werden. Fast genauso viele Menschen setzen Pflege mit einem Armutsrisiko für Pflegebedürftige und ihre Familien gleich.

Mehrheit fordert staatliche Zuschüsse zur finanziellen Absicherung

Um die Finanzierung der sozialen Pflegeversicherung auf ein zukunftssicheres Fundament zu stellen, sieht die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger in Thüringen den Staat in der Pflicht: Mehr als die Hälfte der Befragten (62 Prozent) findet, es sei ausschließlich Sache des Staates und der gesetzlichen Pflegeversicherung, einen Pflegebedarf abzusichern. 54 Prozent finden, es sollten staatliche Zuschüsse oder Steuermittel eingesetzt werden, um die Absicherung von Pflegebedürftigen sicherzustellen. 52 Prozent halten eine Beitragserhöhung für vermögende oder gutverdienende Menschen für den richtigen Weg. Fast ebenso viele (49 Prozent) finden, Vermögende sollten im Pflegefall stärker an den Pflegekosten beteiligt werden. Ein klares Meinungsbild gibt es auch zur Überlegung der Bund-Länder-Arbeitsgruppe, eine private Pflegezusatzversicherung einzuführen: Nur eine Minderheit (20 Prozent) befürwortet dies.

Bundesweit sind rund 5,4 Millionen Menschen bei der DAK-Gesundheit versichert. Aktuell beziehen rund 560.000 davon Leistungen der Pflegekasse. Angebote zum Thema Pflege unter Pflege: Tipps und Leistungen (dak.de)

Kontakt:
Emma Schwarze
DAK-Gesundheit

Stabsbereich Unternehmenskommunikation
Presse und politische Kommunikation
Pressesprecherin Sachsen und Thüringen
Freiberger Straße 37, 01067 Dresden
Tel: 0173 4829258
 emma.schwarze@dak.de
 www.dak.de
 www.dak.de/presse
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