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24.08.2018 – 15:00

Stuttgarter Zeitung

Stuttgarter Zeitung: Verdi-Umbau: Gewerkschaft bündelt ihre Kräfte Findungskommission sucht Bsirske-Nachfolger

Stuttgart (ots)

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi stellt sich 17 Jahre nach der Fusion neu auf. Geplant ist insbesondere eine Bündelung der bisher 13 Fachbereiche zu fünf Einheiten. "Von größeren Fachbereichen versprechen wir uns mehr Durchschlagskraft in der Tarifpolitik, weil wir so die ganze Stärke der Organisation gezielt einsetzen können - nicht nur im Öffentlichen Dienst, sondern auch in kleineren oder regionalen Tarifrunden", sagte der baden-württembergische Landesbezirksleiter Martin Gross der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten" (Samstagausgabe). "Wir müssen Schwerpunkte setzen, für die man viel Power braucht - dies geht in größeren Fachbereichen besser." Eine endgültige Entscheidung über die neue Struktur soll der Verdi-Bundeskongress vom 22. bis 28. September 2019 in Leipzig treffen.

"Wir wollen in 15 Jahren nicht nur der ADAC der Arbeitswelt sein, sondern weiterhin die Gestaltungskraft haben, soziale Konflikte im Betrieb aufzugreifen und zu entscheiden", begründete Gross die Reform. Mit Sparen habe der Umbau wenig zu tun. "Im Gegenteil: Wir nehmen viel Geld für die Betriebs- und Tarifarbeit in die Hand, um die Prozesse besser zu organisieren", sagte der Landesbezirksleiter. Die Fusion der Fachbereiche war intern heftig umstritten: Erst nach massivem Widerstand wurde entschieden, dass die Bereiche Handel und Postdienste/Logistik weiterhin in getrennten Fachbereichen bleiben dürfen.

Noch offen ist, wer auf den Bundesvorsitzenden Frank Bsirske folgen soll. Der seit der Fusion im Jahr 2001 amtierende dienstälteste deutsche Gewerkschaftschef wird im September nächsten Jahres im Alter von 67 Jahren abtreten. Um die Nachfolge ringen mehrere Bewerber. "Von meinem Gefühl her ist das Rennen eher offener geworden", sagte Gross den Zeitungen. Alle Landesbezirksleitungen führen derzeit Gespräche mit der ehrenamtlichen Vorsitzenden des Gewerkschaftsrates, Monika Brandl. Diese leitet eine Findungskommission für den künftigen Vorsitz. Anfang November soll das Präsidium des ehrenamtlichen Gewerkschaftsrates einen Vorschlag der Findungskommission bewerten.

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