Alle Meldungen
Folgen
Keine Meldung von UNICEF Deutschland mehr verpassen.

13.03.2020 – 11:55

UNICEF Deutschland

Mosambik: 2,5 Millionen Menschen benötigen weiter humanitäre Hilfe

Mosambik:  2,5 Millionen Menschen benötigen weiter humanitäre Hilfe
  • Bild-Infos
  • Download

Mosambik ein Jahr nach Zyklon Idai:

2,5 Millionen Menschen benötigen weiter humanitäre Hilfe

Köln, den 13.03.2020 // Ein Jahr nachdem der Wirbelsturm Idai in Mosambik schwere Überschwemmungen verursacht hatte, benötigen dort 2,5 Millionen Menschen – fast die Hälfte davon Kinder – weiter dringend humanitäre Hilfe. In Folge des Klimawandels rechnet UNICEF mit einer Zunahme schwerer Naturkatastrophen in Mosambik und versucht die Widerstandskraft der Gemeinden zu stärken.

Der Zyklon Idai traf Mitte März 2019 die Hafenstadt Beira und setzte weite Landesteile unter Wasser, darunter auch landwirtschaftliche Flächen. 600 Menschen starben und zehntausende Familien verloren ihr Zuhause. Sechs Wochen später traf ein weiterer Zyklon, Kenneth, die nördlichen Provinzen, während der Süden des Landes gleichzeitig eine schwere Dürre erlebte.

All diese Erschütterungen haben die Reserven von hunderttausenden Familien erschöpft und ihre Lebensgrundlagen zerstört. Schätzungen zufolge haben mindestens 1,6 Millionen Menschen im Land nicht genug zu essen. Mehr als 3.000 Kinder unter fünf Jahren sind so schwer unterernährt, dass ihr Leben in akuter Gefahr ist.

„UNICEF und andere Hilfsorganisationen bereiten sich darauf vor, dass extreme Wetterereignisse in Mosambik immer häufiger und mit zunehmender Heftigkeit auftreten werden“, sagte Katarina Johansson, Leiterin von UNICEF in Mosambik. „Bei den Wiederaufbauarbeiten steht für uns klar im Fokus, die betroffene Bevölkerung widerstandsfähiger gegen künftige Naturkatastrophen zu machen.“

In Mosambik leben mehr als 46 Prozent der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Die große Armut erschwert es Familien, ihre Lebensgrundlagen aus eigener Kraft aufzubauen und jedes Jahr mit neuen und stärker werdenden Naturkatastrophen umzugehen.

Das leistet UNICEF gemeinsam mit seinen Partnern in Mosambik nach den Wirbelstürmen:

Mehr als 1.700 mobile Gesundheitshelfer versorgen Kinder in den entlegensten Gebieten mit Medikamenten und Hygieneartikeln.

- Knapp 653.000 Kinder unter fünf Jahren wurden auf schwere akute
  Mangelernährung untersucht und Tausende von Leben durch geeignete medizinische
  Behandlung und therapeutische Nahrung gerettet.
- 1.000 Kinder mit Behinderungen erhalten psychosoziale Unterstützung und nehmen
  an Rehabilitationsprogrammen in ihren Gemeinden teil.
- Mehr als eine Million Menschen wurden nach den Naturkatastrophen gegen Cholera
  geimpft.
- An vielen Orten wurden Wasserversorgungssysteme von UNICEF und seinen Partnern
  wieder instand gesetzt. 507 verunreinigte Wasserstellen wurden saniert und 80
  neue Wasserstellen gebaut. Rund 650.000 Sets zur Wasseraufbereitung wurden
  verteilt und 185.000 Latrinen wurden gebaut, um Familien und Kinder vor
  Krankheiten zu schützen.
- UNICEF hat außerdem Wasser-, Sanitär- und Hygieneeinrichtungen für über 61.000
  Menschen in 34 Umsiedlungsgebieten eingerichtet.
- Kurz nach dem Zyklon hat UNICEF Notschulen errichtet und ausgestattet. Schulen
  und Gesundheitszentren werden so wiederaufgebaut, dass sie zukünftig
  Überschwemmungen und Stürmen besser standhalten können. 

UNICEF Deutschland hat die Not- und Wiederaufbauhilfe in Mosambik mit rund sieben Millionen Euro an Spenden unterstützt und damit schnelle und effektive Nothilfe ermöglicht. Hierdurch wurde das Leben von Tausenden von Kindern gerettet. Um Kinder in Mosambik in Zukunft besser vor Naturkatastrophen zu schützen, sind jedoch weitere Mittel für die laufenden Wiederaufbaumaßnahmen erforderlich.

Gerne vermitteln wir Interviews mit dem deutschsprachigen UNICEF-Mitarbeiter Daniel Timme, der seit mehreren Jahren für UNICEF in Mosambik tätig ist.

Pressekontakt: 
UNICEF Deutschland, Rudi Tarneden, Pressesprecher, 0221/93650-315, presse@unicef.de

Bleiben Sie auf dem aktuellsten Stand. Folgen Sie uns auf: twitter | facebook | instagram