Gesellschaft für bedrohte Völker e.V. (GfbV)
Einladung zum UN-Side-Event in Genf (3.3.): Transnationale Repressionen gegen Aktivisten und Diaspora-Gemeinschaften aus China und eurasischen Staaten
Im Rahmen der aktuellen Sitzung des UN‑Menschenrechtsrats veranstaltet die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Dienstag, dem 3. März, ein Side-Event zum Thema transnationale Menschenrechtsverletzungen. Auch im Exil in Deutschland seien Menschenrechtsaktivisten, Journalisten, Regierungskritiker und Angehörige verfolgter Gemeinschaften zunehmenden Repressionen durch die Regierungen ihres Heimatlandes ausgesetzt, warnt die Menschenrechtsorganisation.
Im Mittelpunkt des Events stehen Fälle aus China sowie den eurasischen Staaten Russland, Belarus und Aserbaidschan. An dem Panel werden die Uigurin Zumretay Arkin, der Menschenrechtler Lebin Ding, die Gesandte des Dalai Lama in Genf, Thinlay Chukki, Sarah Reinke von der GfbV und Vertreter des Akademischen Netzwerks Osteuropa teilnehmen. Sie werden über grenzüberschreitende Repressionen und Schutzmaßnahmen diskutieren. Das Side-Event knüpft an einen internationalen Fachdialog vom Dezember 2025 an, bei dem Schutzlücken identifiziert wurden. Ziel des Side-Events ist es, transnationale Repression als globales Phänomen sichtbar zu machen und praktische Handlungsmöglichkeiten für Staaten und internationale Organisationen zu entwickeln.
Die Uigurin Zumretay Arkin ist Vizepräsidentin des Weltkongresses der Uiguren (WUC). Sie stammt aus Ürümqi, der Hauptstadt der uigurischen Region Xinjiang/Ostturkestan, und wuchs dort auf. Später zog sie nach Kanada, dann nach Deutschland.
Die Tibeterin Thinlay Chukki ist die Gesandte des Dalai Lama in Genf. Der Dalai Lama lebt seit seiner Flucht aus Tibet im März 1959 im Exil in Indien.
Der Menschenrechtler Lebin Ding kämpft aus dem Exil in Deutschland gegen die Verfolgung der Falun-Gong-Praktizierenden in China und für die Freilassung seines unrechtmäßig in China inhaftierten Vaters, Yuande Ding.
Sarah Reinke ist die Leiterin der Menschenrechtsarbeit der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV). Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Osteuropa und Sudan. Die GfbV setzt sich für Minderheiten und Indigene Völker ein.
Philipp Christoph Schmädeke ist Vorstandsvorsitzender des Akademischen Netzwerks Osteuropa (akno e.V.), das sich für geflüchtete Wissenschaftler und Studierende aus Osteuropa einsetzt.
Das Panel wird moderiert von Gerrit Hofert, Menschenrechtsreferent bei der GfbV.
„Immer mehr Menschenrechtsaktivisten berichten uns, dass die Bedrohungen gegen sie nicht an der Landesgrenze ihres Heimatlandes enden. Wer Menschenrechtsverletzungen dokumentiert oder sich im Exil politisch äußert, sieht sich häufig Überwachung und Einschüchterungsversuchen ausgesetzt. Auch Angehörige im Herkunftsland werden unter Druck gesetzt“, erklärt Gerrit Hofert, Menschenrechtsreferent bei der GfbV.
Die GfbV fordert daher eine verstärkte internationale Zusammenarbeit gegen transnationale Repressionen, bessere Dokumentationsmechanismen und konkrete Schutzinstrumente für gefährdete Personen im Exil. „Deutschland und andere EU-Länder müssen sicherstellen, dass Menschen, die aufgrund von Verfolgung im Exil leben, vor transnationalen Repressionen geschützt werden“, so Hofert weiter.
Hinweis: Eine Akkreditierung ist zur Teilnahme am Side-Event erforderlich. Nutzen Sie dazu bitte den folgenden Link: https://indico.un.org/event/1022499/overview. Bei Interesse oder Rückfragen schreiben Sie bitte an presse@gfbv.de und Gerrit Hofert unter g.hofert@gfbv.de.
Gesellschaft für bedrohte Völker Pressereferat Sarah Neumeyer Postfach 2024 D-37010 Göttingen Tel.: +49 551 499 06-21 Fax: +49 551 580 28 E-Mail: presse@gfbv.de www.gfbv.de Menschenrechtsorganisation mit beratendem Status bei den UN