Gesellschaft für bedrohte Völker e.V. (GfbV)
Schwere Angriffe auf Kurden in Aleppo: Das syrische Regime zeigt erneut sein Gesicht
Seit dem gestrigen Mittwoch attackiert das islamistische Regime in Damaskus zwei Stadtviertel der nordsyrischen Metropole Aleppo. Das berichtet die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) Unter Berufung auf Quellen vor Ort. Demnach werden die Viertel Scheich Maksud und Aschafiye mit schwerer Artillerie, Panzern, Raketenwerfern und Kampfdrohnen beschossen. Mittlerweile sind 300 Häuser in diesen kurdisch bewohnten Vierteln von Aleppo zerstört. „Auf kurdischer Seite gibt es keine schweren Waffen, weil die militärischen Einheiten der SDF ja nach einer Einigung im Frühjahr abgezogen wurden und nur noch leicht bewaffnete Polizei verblieben ist“, erinnerte GfbV-Nahostreferent Dr. Kamal Sido heute in Göttingen. „Die Zivilisten wurden aufgefordert, ihre Häuser und Wohnungen zu verlassen. Insgesamt gibt es nach kurdischen Angaben bereits mindestens acht Tote und 48 Verletzte, darunter auch Frauen und Kinder.“ Das islamistische Regime wird vor allem von der Türkei, Katar und anderen arabischen Golfstaaten unterstützt. Die USA, Deutschland, aber auch Russland unterstützen es ebenfalls, wenn auch weniger offen.
Nach dem versuchten Völkermord an der alawitischen Bevölkerung Syriens im März und an der drusischen Bevölkerung im Süden Syriens im Juli des vergangenen Jahres verstärke das Regime nun seine Angriffe auf die Kurden: „Die angegriffenen Kurden in Aleppo wurden in den vergangenen Jahren bereits mehrfach vertrieben. Immer wieder mussten sie ihre Wohnorte wechseln, da sie entweder direkt von der türkischen Armee, oder durch von der Türkei unterstützte islamistische Milizen angegriffen wurden“, erklärte Sido. „Vor diesem Hintergrund warnen wir immer wieder davor, das kriminelle Regime in Damaskus als relativ harmlose Alternative zu Assad zu betrachten: Weder die deutsche Politik, noch deutsche Medien dürfen diesen Fehler machen.“
So wurde die GfbV vor einigen Tagen darauf aufmerksam, dass die Akademie der Deutschen Welle plant, den syrischen Propaganda-Minister Dr. Hamza Al-Mustafa zu einem Gespräch einzuladen. „Dessen sogenanntes Informationsministerium und die Medien, die es kontrolliert, hetzen auf allen Kanälen gegen Kurden, Drusen, Alawiten und andere Gruppen, die die radikal-islamistische Ideologie der Machthaber ablehnen“, berichtete Sido. „Wie haben die Deutsche Welle darum aufgefordert, bei solchen Treffen höchste Vorsicht walten zu lassen. Der oberste Propagandist des Regimes darf keine Plattform bekommen, um seinen Hass zu verbreiten und die Verbrechen der Islamisten zu rechtfertigen.“
Unser Schreiben an die Deutsche Welle finden Sie hier.
Sie erreichen Dr. Kamal Sido unter k.sido@gfbv.de oder 0173/6733980.
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