Deutscher Naturschutzring

DNR: Wirtschaftsverbände nehmen bei Novelle der TA Luft Gesundheitsschäden der Bevölkerung in Kauf

    Bonn (ots) - Zur heutigen Anhörung der Novelle der TA Luft im
Bonner Umweltministerium vor über 100 Wirtschaftsvertretern wandte
sich der Deutsche Naturschutzring (DNR) massiv gegen die Kritik des
Mineralölwirtschaftsverbandes, die Verschärfung der TA Luft gefährde
die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Raffinerien. Der DNR
unterstützt dagegen die von Bundesumweltminister Jürgen Trittin
vorgesehene Neuregelung der TA Luft. Der Entwurf sieht deutliche bis
erhebliche Minderungen von Emissionen und Immissionen vor, die
hoffentlich nicht der Anhörung zum Opfer fallen, betonte der DNR.
    
    Allerdings verlangte der DNR ebenso wie die anderen an der
Anhörung vertretenen Umweltverbände BUND und NABU Nachbesserungen bei
besonders gefährlichen Substanzen. DNR-Generalsekretär Helmut
Röscheisen: "Nachweislich krebserzeugende Stoffe wie Benzol und
Tetrachlorethen müssen drastisch verringert werden. Die in der
Novelle vorgesehenen Grenzwerte sind um den Faktor 10 zu hoch".
Strenge Werte forderte der DNR auch für Arsenverbindungen Benzopyren,
Cadmium- und Chromverbindungen, Dioxin, Nickel, Ozon, Quecksilber,
Styrol, Toluol, Xylol und Vanadium.
    
    Die TA Luft konkretisiert die anlagenbezogenen Anforderungen zur
Luftreinhaltung des Bundesimmissionsschutzgesetzes. Sie stellt zwar
eine bloße Verwaltungsvorschrift dar, hat aber in der Realität einen
weitaus höheren Rang. Sie kommt nur mit Zustimmung des Bundesrates
und nach Anhörung der beteiligten Kreise zustande. Vor allem aber ist
die TA Luft auch Grundlage für Rechtsentscheidungen der Gerichte. Sie
gilt daher zu recht als "Bibel der Luftreinhaltung" in Deutschland.
    
    Zwar lehnen die Umweltverbände eine Verdrängung industrieller
Produktion aus Deutschland ab, da als Folge häufig höhere Emissionen
in anderen Ländern anfallen, die nicht die europäisch üblichen
Umweltstandards anwenden. Dies kann aber keinen Freifahrtschein für
die deutsche Industrie bedeuten. Aktuelle Vorgänge wie der Fall der
Thyssen-Kokerei in Duisburg zeigen, dass nicht selten mit einer
veralteten Technik unnötig hohe Umweltbelastungen verursacht werden,
obwohl die selbe Firma im Ausland modernere und umweltschonendere
Verfahren einsetzt.
    
    
ots Originaltext: DNR
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Weitere Informationen:
Helmut Röscheisen,
DNR-Generalsekretär
Am Michaelshof 8-10,
53177 Bonn,
Tel.: 0228/35 90 05

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